Wie man trotz negativer Schufa-Auskunft ein Konto bekommt

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Ein Konto ist die Grundvoraussetzung für den alltäglichen Zahlungsverkehr. Man bezahlt damit seine Miete, seine Rechnungen und seine Einkäufe. Ohne ein Konto kann man einfach nicht am öffentlichen Leben teilnehmen. Doch was ist, wenn man negative Schufa-Einträge hat und die Bank die Konto-Eröffnung ablehnt? Gibt es auch in diesem Fall noch Möglichkeiten? Ja, die gibt es, das Guthabenkonto.

Wieso eine negative Schufa-Auskunft ein Ablehnungsgrund ist

Ehe ein Kunde ein Konto bei einer Bank eröffnet, wird er ausgiebig geprüft. Die Bank will wissen, wie zuverlässig er seinen Zahlungsaufforderungen in der Vergangenheit nachgekommen ist. Hat er es mehrfach versäumt, Forderungen zu begleichen, muss die Bank davon ausgehen, dass auch sie ihr Geld nicht zurückbekommt, wenn er sein Konto überzieht. Deshalb: bei Schufa-Problemen ist oftmals ein Guthabenkonto die letzte Option.

Was genau ist ein Guthabenkonto?

Guthabenkonten sind unter verschiedenen Namen bekannt. Je nach Kreditinstitut findet man sie auch unter Bezeichnungen wie:

  • Basiskonto
  • Jedermannskonto
  • Jugendkonto

Die Besonderheit dieser Konten besteht darin, dass sie nicht überzogen werden können. Sie befinden sich immer im Guthabenbereich, daher auch der Name. Darüber hinaus gibt es keine Unterschiede zum herkömmlichen Konto. Man kann sie für alle alltäglichen Finanztransaktionen nutzen:

  • Lastschrift
  • Dauerauftrag
  • Überweisung

Für wen eignet sich das Guthabenkonto?

Rudolf Ortner / pixelio.de

Das Guthabenkonto ist nicht nur für Bankkunden mit negativen Schufa-Einträgen geeignet. Es kann auch von einer Vielzahl anderer Kundengruppen genutzt werden. Hierzu zählen vor allem Schüler, Kinder und Studenten. Der große Vorteil besteht darin, dass Sie das Konto nicht einfach überziehen und Schulden machen können. Finanziell sind sie damit immer auf der sicheren Seite.

Tipp: Ein Guthabenkonto ist ein erster Schritt, seine Finanzen zu organisieren. Man verringert sein Verschuldungsrisiko deutlich. Darüber hinaus empfiehlt es sich natürlich immer auch, an anderer Stelle Geld zu sparen. Welche vielfältigen und einfach umzusetzenden Möglichkeiten Sie dabei haben, erfahren Sie in unseren Verbraucherratgebern zum Thema Geld sparen.

Welche Daten speichert die Schufa eigentlich?

Unter der Internetpräsenz der Verbraucherzentrale Bremen findet man alle wichtigen Informationen zur Schufa. Hier werden alle wichtigen Fragen, wie z. B. die folgenden, beantwortet:

  • Was ist die Schufa eigentlich genau?
  • Wie läuft ein Schufa-Scoring-Verfahren ab?
  • Was ist die Schufa-Klausel?
  • Wie kann man erhobene Daten bei der Schufa einsehen?

Daneben gibt es noch viele weitere Fragen und Antworten, die Verbraucher immer wieder beschäftigen. Am wichtigsten ist dabei aber sicherlich die Frage, welche Daten die Schufa überhaupt speichert. Hierauf gibt es eine klare Antwort: 

Daten zur Person

  • Name
  • Vorname
  • Geburtsdatum
  • Anschrift

Daten über Bankkonten

  • auch Daten über:
    • Mobilfunkkonten
    • Leasingverträge
    • Kreditkarten
    • Ratenzahlungsgeschäfte
    • Bürgschaften

Weiterführende Daten

  • Laufzeiten von Krediten
  • Zahlungsstörungen
  • Kündigungen
  • eingezogene Kreditkarten
  • Kündigung von Bankkonten

Daten zu Vollstreckungsmaßnahmen

  • Abgabe der eidesstattlichen Erklärung
  • Eröffnung eines Insolvenzverfahrens
  • Regelinsolvenz
  • Abweisung eines Verfahrens mangels Masse
  • Haftbefehl zur Erzwingung der eidesstattlichen Erklärung

Auf den Seiten der Schufa selbst findet man ebenfalls noch einmal einen umfangreichen FAQ-Bereich, in dem viele spezifische Fragen beantwortet werden. Informativ ist auch der Artikel mit den 10 häufigsten Irrglauben zur Schufa.

Tipp: Wenn man sich vor dem Gang zur Bank über seine Einträge informieren will, kann man eine kostenfreie Selbstauskunft anfordern. Das ist jedoch nur einmal im Jahr möglich. Benötigt man öfter eine Auskunft, muss man dafür bezahlen.

Veröffentlicht am 10. Juni 2015