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Schufa und andere Auskunfteien im Test

Von den Daten und Informationen der Schufa oder anderer Auskunfteien hängt es ab, ob und zu welchen Konditionen Kunden Kredite und Verträge erhalten. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest bei den sechs größten Auskunfteien hat ergeben, dass die Daten häufig unvollständig oder sogar falsch sind. Insbesondere bei der Schufa war das Ergebnis eine Katastrophe.

Schufa und andere Auskunfteien im Test

Informationen über das Zahlungsverhalten und die Zahlungsfähigkeit von Verbrauchern sind für Händler und Banken von hoher Relevanz. In Deutschland ist die bekannteste Auskunftei die Schufa – Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Die Schufa ist aber bei Weitem nicht die einzige Auskunftei.

Alle Auskunfteien sammeln und speichern eine Vielzahl von Informationen und Daten über laufende Verträge, bestehende Zahlungsverpflichtungen, Mahnverfahren, Privatinsolvenzen, Haftbefehle etc. Diese Daten liefern die Schufa und die anderen Auskunfteien an ihre Vertragspartner. Hierzu gehören vor allem Banken, Versandhändler, Versicherungen oder Mobilfunkunternehmen. Im Gegenzug erhalten die Auskunfteien Daten von ihren Vertragspartnern.

Schufa und andere Auskunfteien im Test
Die Stiftung Warentest wollte wissen, ob die sechs großen deutschen Auskunfteien – Schufa, accumio, Bürgel, Creditreform, Deltavista und Infoscore – verantwortungsbewusst mit den Daten der Verbraucher umgehen und die gesammelten Informationen aktuell, korrekt und vollständig sind. Das Ergebnis von diesem Test enttäuschte.

Um die Schufa und die anderen Auskunfteien einem Test zu unterziehen, haben Testpersonen aus ganz Deutschland von Dezember 2009 bis März 2010 bei den sechs großen Auskunfteien eine sogenannte Eigenauskunft eingeholt.

Im Rahmen einer solchen Eigenauskunft kann jeder Verbraucher erfahren, welche Daten die Auskunfteien gespeichert haben. Die Tester der Stiftung Warentest haben sich beim Test des Datenbestandes auf Girokonten, Kreditkarten, Ratenkredite, Mobilfunkverträge und Handelskonten konzentriert. Hierbei handelt es sich um Kriterien, von denen Finanztest zumindest bei der Schufa weiß, dass ihre Vertragspartner sie melden.

Der Test der Auskunfteien bestätigte schließlich die bereits vorhandenen Bedenken. Die Schufa und anderen Auskunfteien speicherten die Daten nicht nur unvollständige sondern unter Umständen sogar falsch ab und arbeiteten darüber hinaus nach undurchsichtigen Regeln.

Schufa: Testergebnisse besonders schlecht
Im Rahmen des Tests der Schufa bekamen nur 11 von 89 Testpersonen eine vollständig korrekte Auskunft.

Bei allen anderen Testern gab es bei der Schufa-Auskunft den einen oder anderen Fehler. Am häufigsten fehlten bei der Schufa Daten. So waren Girokonten, Kreditkarten, Handyverträge oder laufende Kredite nur unvollständig aufgeführt.

Ferner waren beim Schufa-Test in Einzelfällen auch noch Kreditkarten gespeichert, die längst gekündigt wurden. Leider konnte im Rahmen des Tests der Auskunfteien bzw. der Schufa nicht festgestellt werden, ob die Lücken durch schlechtes Meldeverhalten der Schufa-Vertragspartner entstehen oder andere Gründe ausschlaggebend waren.

Bei den anderen Auskunfteien – accumio, Deltavista, infoscore und Bürgel – war die Datenlage nach Auffassung von Stiftung Warentest ebenfalls mehr als dünn. Das beruht wohl darauf, dass diese Auskunfteien nach eigenen Angaben neben Name, Geburtsdatum, Geburtsort und Anschrift nur Negativdaten speichern, also insbesondere Mahnverfahren, eidesstattliche Versicherungen, Insolvenzen oder Haftbefehle.

Auskunfteien: Test des Datenbestandes
Nach dem Test der Auskunfteien und insbesondere dem Schufa-Test zweifelt die Stiftung Warentest stark daran, ob sich die gespeicherten Informationen zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit tatsächlich eigenen.

Nach den Ergebnissen des Tests der Schufa und der anderen Auskunfteien können zwei vergleichbare Kunden wegen Fehlern und Lücken ganz unterschiedlich behandelt werden. Hierbei wirken sich Fehler bei der Schufa sogar besonders stark aus, da sie mit mehr als 4.500 Vertragspartnern auf viele Entscheidungen Einfluss hat.

Schufa und andere Auskunfteien halten sich im Test bedeckt
Weder die Schufa noch eine andere Auskunftei gab im Rahmen des Tests auf Nachfrage Informationen darüber, welche Merkmale überhaupt erfasst werden, wie lange sie im Einzelnen gespeichert bleiben und ob sich diese positiv oder negativ auf die Kreditwürdigkeitsprüfung auswirken.

Kostenlose Auskunft von der Schufa und anderer Auskunfteien
Seit 1. April 2010 sind alle Auskunfteien gesetzlich verpflichtet, den Verbrauchern einmal im Jahr kostenlos Informationen über die gespeicherten Daten herauszugeben. Dies beinhaltet auch Informationen darüber, von wem die Daten stammen und an welche Firmen die Auskunfteien persönliche Daten herausgegeben haben. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse des Tests über die Auskunfteien kann es sinnvoll sein, sich eine entsprechende kostenlose Auskunft bei den Auskunfteien zu besorgen.

Bei der Stiftung Warentest stehen die Testergebnisse zur Schufa und zu den anderen Auskunfteien zum Download zur Verfügung.

 

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