Energiesparlampen-Test: Hintergründe (Teil 1)

Seit dem 1. September 2009 werden keine Glühbirnen mit 100 Watt mehr hergestellt, bis 2012 soll EU-weit das komplette Verbot von Glühbirnen durchgesetzt sein. Wird damit der Siegeszug der Energiesparlampe eingeläutet? Oder sind diese wegen ihres Quecksilbergehaltes tatsächlich gesundheitsgefährdend? Die Antworten finden Sie im Energiesparlampen-Test.

Energiesparlampen-Test: Abschied von der Glühbirne
Glühbirnen gelten als Energiefresser, weil nur 5 Prozent der eingesetzten Energie in Licht umgesetzt werden und der Rest als Wärme verloren geht. Deshalb hat die EU eine Verordnung erlassen, nach der die Glühbirne wegen mangelnder Energieeffizienz bis 2012 nach und nach vom Markt verschwinden soll. Den Anfang machen alle matten und die klaren Glühbirnen mit 100 Watt und mehr. Diese dürfen ab dem 1. September 2009 in der EU nicht mehr verkauft werden.

Haben Sie auch schon alle Glühbirnen im Haus gegen Energiesparlampen ausgetauscht? Oder stehen Sie wie viele Verbraucher den Energiesparlampen eher skeptisch gegenüber? Die Glühbirnen-Hamsterkäufe kurz vor Inkrafttreten der EU-Verordnung zeigen deutlich, dass Energiesparlampen in Deutschland immer noch nicht voll akzeptiert werden. Nicht nur der vergleichsweise hohe Preis schreckt ab – viele sind auch der Meinung, die Lichtqualität der Energiesparlampen sei schlechter als bei Glühbirnen. Deshalb wird es Zeit für einen ausführlichen Energiesparlampen-Test.

Energiesparlampen-Test: Unterschiede zur Glühbirne
Im Vergleich zur Glühbirne wird das Licht von Energiesparlampen oft als kälter empfunden. Über die Wirkung des Lichts entscheidet die Farbtemperatur. Diese liegt bei einer Glühbirne bei 2.700 Kelvin. Die Stiftung Warentest empfiehlt deshalb, bei Energiesparlampen auf die Kennzeichnung „warmweiß“ (bis 3.300 Kelvin) zu achten. Diese Lichtfarbe entspricht am ehesten dem herkömmlichen Glühbirnen-Licht, so dass bei der Lichtqualität kaum ein Unterschied festzustellen ist.

Weil es gemütlich und behaglich wirkt, sollten Sie im Wohnbereich also warmweißes Licht verwenden. Im Arbeitszimmer oder Büro können aber auch „kaltweiße“ oder „tageslichtweiße“ (über 5.000 Kelvin) Energiesparlampen eingesetzt werden, weil deren Licht eine aktivierende Wirkung hat.

Der Vorteil der Energiesparlampen: Sie setzen bei gleicher Helligkeit weniger Energie um als herkömmliche Glühbirnen. Die Watt-Zahlen der Energiesparlampe sehen im Verhältnis zur Glühbirne folgendermaßen aus:

Glühbirne Energiesparlampe
25 W 5-6 W
40 W7-9 W
60 W10-14 W
75 W15-18 W
100 W20-22 W

Energiesparlampen-Test: Gefahr durch Quecksilber?
Im Grunde genommen sind Energiesparlampen mit Gas gefüllte Leuchtstoffröhren, die „gefaltet“ werden und die Form herkömmlicher Glühlampen annehmen können. Energiesparlampen haben im Gegensatz zu Glühbirnen also keinen glühenden Draht, sondern leuchten durch Entladung von Gas, dem geringe Mengen Quecksilber beigemischt sind.

Um die Energiesparlampe ranken sich einige Gerüchte. Insbesondere hält sich hartnäckig das Vorurteil, Energiesparlampen seien gesundheitsschädlich und sogar krebserregend. Deshalb hat die Stiftung Warentest im Rahmen ihres Energiesparlampen-Tests auch auf mögliche Gefahren hingewiesen.

Der Quecksilbergehalt liegt bei einer Energiesparlampe zwischen 1 und 4 Milligramm. Wenn eine Energiesparlampe zerbricht, verflüchtigt sich das Quecksilber in der Regel. Deshalb sollten Sie in diesem Fall die Fenster öffnen und die Scherben nicht mit den Händen berühren, sondern vorsichtig zusammenkehren.  Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen: Es gibt auch Energiesparlampen, in denen das Quecksilber als Amalgam gebunden ist und deshalb beim Zerbrechen nicht verdampft, außerdem empfehlen sich Energiesparlampen mit Splitterschutz.

Auch wenn der Quecksilbergehalt der Energiesparlampen in der Regel keine Gesundheitsgefährdung darstellt, dürfen Sie diese nicht in den Hausmüll werfen. Energiesparlampen sind  Sondermüll und müssen dementsprechend fachgerecht entsorgt werden.

Energiesparlampen-Test: weitere Vorurteile
Die ebenfalls kursierenden Vorwürfe, dass das Flimmern der Energiesparlampen den Augen schadet oder durch das Licht gar Sonnenbrand ausgelöst werden könnte, wurden im Energiesparlampen-Test nicht bestätigt.

Die Stiftung Warentest stellte Folgendes fest: Da moderne Energiesparlampen mit einem elektronischen Vorschaltgerät ausgerüstet sind, kann das menschliche Auge kein Flimmern wahrnehmen. Auch die Stärke der UV-Strahlung ist bei Energiesparlampen nicht höher als bei der klassischen Glühbirne und deshalb völlig unbedenklich.

Die weiteren Ergebnisse des Energiesparlampen-Tests finden Sie in Teil 2.

Veröffentlicht am 18. Februar 2011
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