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Welche Anforderungen sollten neue Mitarbeiter erfüllen?

Bevor Sie mit der Suche nach einem neuen Mitarbeiter beginnen, sollten Sie genau wissen, wen Sie eigentlich suchen: Welche Fähigkeiten, Fertigkeiten und persönliche Eigenschaften sind erforderlich, um die anstehenden Aufgaben zu erfüllen?

Ihre Anforderungen halten Sie in einem Anforderungsprofil fest. Diese 5 Punkte gehören in jedes Anforderungsprofil:

1. Allgemeine Anforderungen
z. B. Lebensalter, Gesundheitszustand, Mobilität, Berufserfahrung

2. Gewünschte Ausbildung
z.B. welche Ausbildung oder welches Studium

3. Stellenbezogene Fachkenntnisse und Fähigkeiten
z.B. PC-Kenntnisse, motorische Fähigkeiten, Kommunikationsfähigkeit

4. Produkt-, Branchen- und Unternehmenskenntnisse
sofern erforderlich

5. Persönlichkeitsmerkmale
z.B. Auffassungsvermögen, Belastbarkeit, Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit.

Welche Kriterien im Einzelfall ausschlaggebend sind, hängt immer von der zu besetzenden Position ab.
Auszubildende, Facharbeiter und Sachbearbeiter

Bei diesen Mitarbeitern kommt es vor allem an auf:

1. Art und Bereitschaft des Arbeitseinsatzes (Pünktlichkeit, Fleiß, Flexibilität usw.),
2. Sozialverhalten (wird der Bewerber sich ins Team/ins Unternehmen einfügen können?)
3. Fachliche Qualifikation. Bei Auszubildenden betrifft das etwa die Frage, ob die angestrebte Ausbildung den Neigungen und Begabungen des Bewerbers entspricht. Bei einem Buchhalter kommt es unter anderem auf Zahlenbegabung und Sorgfalt an. Ein Verkäufer sollte neben den notwendigen Produktkenntnissen ein besonderes Geschick im Umgang mit Menschen haben. Ein Mitarbeiter in der Produktion muss über die entsprechenden motorischen Fähigkeiten verfügen.

Fachvorgesetzter ohne disziplinarische Verantwortung
Hierzu zählen unter anderem Gruppenleiter in der Verwaltung oder Vorarbeiter in der Produktion. Diese sollten:

1. fachlich der Beste in seiner Gruppe sein,
2. in der Lage sein, sich ein sicheres Urteil zu bilden,
3. über Organisationstalent verfügen,
4. emotional stabil sein,
5. von Kollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten respektiert werden,
6. bei Konflikten in der Gruppe ausgleichend wirken.

Höherer Vorgesetzter mit disziplinarischer Verantwortung

Bei diesem hingegen spielt neben der fachlichen die Führungskompetenz eine besonders große Rolle. Ein Abteilungsleiter beispielsweise muss in besonderer Weise in der Lage sein, Mitarbeiter1. zu motivieren und zu fördern,
2. zu beurteilen und gegebenenfalls Kritik zu üben, ohne zu verletzen,
3. von den Plänen des Unternehmens zu überzeugen.

Der erste Arbeitstag legt den Grundstein für die erfolgreiche Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters. Dabei kommt es zunächst vor allem darauf an, dass er

1. sich angenommen und aufgenommen fühlt,
2. sich im Unternehmen orientiert in Bezug auf Mitarbeiter, Räumlichkeiten und Spielregeln der Zusammenarbeit und
3. seine ersten konkreten Aufgaben erhält.

Bereits im Rahmen des Einstellungsverfahrens (z.B. bei Vertragsunterzeichung) haben Sie Ihrem neuen Mitarbeiter mitgeteilt, wann er an seinem ersten Arbeitstag wo erscheinen soll. Dort nehmen Sie ihn als direkter Vorgesetzter dann persönlich in Empfang. Bitten Sie ihn zu einem kurzen Gespräch in Ihr Büro.

Dieses Gespräch soll vor allem Unsicherheiten abbauen und Ihrem neuen Mitarbeiter zeigen, dass er wichtig für Sie ist. Sprechen Sie deshalb nicht nur über die Firma, sondern zunächst über persönliches: Hobbys, Urlaub, den Umzug oder ähnliches. Danach lassen Sie sich die Arbeitspapiere vorlegen und klären eventuell noch offene organisatorische Fragen (z.B. bei welcher Krankenkasse der Mitarbeiter versichert ist) oder Fragen des Mitarbeiters.

1. Besprechen Sie dann, wie Sie sich die Einarbeitung vorstellen und übergeben Sie ein Merkblatt für neue Mitarbeiter, das die wichtigsten Fragen beantwortet, zum Beispiel: Wie ist die Arbeitszeit geregelt? (Beginn und Ende der Arbeitszeit, Gleitzeitrahmen, Kernzeiten, Pausenregelungen, Schichtpläne, Überstunden, Zeiterfassungssysteme)
2. Wie wird der Urlaub geregelt?
3. Welches Verhalten erwarten Sie bei Krankheit? Wer muss bis wann informiert werden?
4. Was ist mit Rauchen und Alkohol im Betrieb?
5. Gibt es fixe Besprechungstermine?
6. Welche betrieblichen Einrichtungen gibt es (z.B. Kantine, Werkbücherei, Betriebssport, Betriebskindergarten)?
7. Das Wichtigste über Ihr Unternehmen: Geschichte, Philosophie, Produkte, Erfolge, Marktstellung, Größe, Betriebsstätten, gesellschaftliches Engagement usw.

Tipp
Versuchen Sie nicht, alle diese Informationen im Gespräch zu vermitteln. Sie würden die Aufnahmefähigkeit Ihres neuen Mitarbeiters mit Sicherheit überfordern.

Nach dem Gespräch begleiten Sie den neuen Mitarbeiter an seinen (vorbereiteten!) Arbeitsplatz. Machen Sie ihn gegebenenfalls auf Gefahrenquellen und Sicherheitsvorschriften aufmerksam.
Weisen Sie ihn auf schriftliches Informationsmaterial (Telefonlisten, Aktenverzeichnis, Unfallverhütungsvorschriften, Aufzeichnungen des Vorgängers oder ähnliches hin). Machen Sie ihn dann bei einen Rundgang durch die Abteilung oder auch den Betrieb mit den Räumlichkeiten und den Mitarbeitern bekannt, mit denen er künftig zu tun haben wird. Abschließend erklären Sie ihm seine ersten Aufgaben und wen er bei welchen Fragen ansprechen kann.

Benennen Sie einen Stellvertreter, der die Aufgabe vollständig übernimmt. Ausnahme: Das Begrüßungsgespräch holen Sie unbedingt selbst nach, sobald Sie wieder anwesend sind.
PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

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Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing.