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Warum kündigen Ihre Mitarbeiter eigentlich?

Warum kündigen Ihre Mitarbeiter eigentlich?
geschrieben von Julia Poluliakh

Ein Mitarbeiter kommt und geht auch irgendwann wieder. Immer öfter aber kündigt dieser selbst. Was sind die häufigsten Ursachen dafür? Mitarbeiter kommen und gehen – leider gehen Sie oft schneller als gewünscht. Was sind die häufigsten Ursachen, wegen derer Mitarbeiter kündigen?

Es tut sich etwas am Arbeitsmarkt. Das werden Sie wissen, wenn Sie ein Unternehmen gleich welcher Größenordnung führen. Die Zeiten, in denen sich Massen von Bewerbern um die Arbeitsplätze geschlagen haben, sind allmählich vorüber, jedenfalls, wenn es um die anspruchsvollen Positionen geht, die eine Hochschulbildung verlangen.

Dem demografischen Wandel sei Dank, dass sich nun die Sachlage allmählich verändert und in den nächsten Jahren regelrecht auf den Kopf stellen wird. Es wird für Sie als Chef und Unternehmer schwieriger, passende Leute für diese Positionen zu finden. Und selbstverständlich wissen das auch Ihre zukünftigen Arbeitnehmer. Sie werden Ihnen schon einiges abverlangen können, denn wenn Sie kein ausreichend angenehmes Arbeitsumfeld bereitstellen, dann wartet schon die Konkurrenz mit dem besseren Angebot. Sie haben indes das Nachsehen.

Das ist natürlich noch weitestgehend Zukunftsmusik, aber schon heute lässt sich der Trend beobachten, dass immer öfter die Mitarbeiter selbst kündigen. Es bleibt die Frage nach dem Warum. Nur mit den Antworten dazu sind Sie letztlich in der Lage, den idealen Arbeitsplatz für die Zukunft zu schaffen. Die Antworten darauf brauchen Sie nicht unbedingt im eigenen Betrieb suchen, das haben bereits Forscher für Sie erledigt. Die relevanten Gründe lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Es ist zu unpersönlich

Wer hätte das gedacht? Nicht Geld und Ruhm sind das Kriterium Nummer eins, es ist das direkte Arbeitsumfeld. Eigentlich ganz klar, denn schließlich verbringt ein Arbeitnehmer ja auch viele Stunden pro Woche dort. Wenn es hier an persönlicher Atmosphäre mangelt, dann werden Sie schnell Probleme bekommen, Ihre Angestellten zu halten. Denn ohne die persönliche Note mutiert die Arbeit zur roboterähnlichen Verpflichtung, das macht niemandem Freude.

Sie zahlen zu schlecht

Sklaverei und Ausbeuterei gehören der Vergangenheit an. Es hat sich jedoch noch nicht bis in jedes Unternehmen herumgesprochen. Zumindest die Ausbeuterei in Form von deutlich zu schlechter Bezahlung ist immer noch ein ganz großes Thema. Wenn Sie Ihre Arbeitskräfte in absehbarer Zukunft nicht angemessen entlohnen, dann haben Sie schnell ein Personalproblem.

Entlohnung gibt es aus gutem Grund auch zusätzlich zum Gehalt in Form von Boni oder Provisionen. Das ist eine besondere Form der Wertschätzung und sollte auch so gehandhabt werden. Auch das klappt in vielen Unternehmen nicht recht. Es scheint in vielen Fällen gar nicht klar geregelt, wer wann für welche Leistung was bekommt. Es stellt sich dem verwirrten Arbeitnehmer natürlich schnell die Frage, ob es für ihn überhaupt etwas gibt. Schaffen Sie also bei solchen durchaus wertschätzenden Zusatzleistungen absolute Klarheit und vor allem angemessene Gleichheit.

Wohin geht die Reise?

Als Chef und Unternehmer wissen Sie natürlich, was Ihre nächsten Ziele sind. Wissen das aber auch Ihre Mitarbeiter? Wenn nicht, dann beginnt das große Rätselraten, warum und wofür überhaupt gearbeitet wird. Ohne Ziele werden willkürliche Schritte unternommen, die meist alles bewirken, nur nicht das unternehmerische Vorankommen in gewünschter Weise.

Stellen Sie dann noch zusätzlich Motivationen in Form von geldlichen Zusatzleistungen in Aussicht, dann wird es erst recht problematisch. Diese Gelder sind letztlich für den Erfolgsfall gedacht. Wenn aber keiner weiß, wie der Erfolg aussehen soll, wie soll jemand motiviert sein?

Sind Sie zudem sicher, ob sich Ihr Angestellter überhaupt als Teil Ihres Unternehmens fühlt? Ihn fragen macht nicht viel Sinn, er wird der Gefälligkeit wegen natürlich diese Frage bejahen. Dazugehören heißt aber immer, dass jemand nicht nur in seinem abgegrenzten Arbeitsbereich Sachkenntnis von verschiedenen Vorgängen hat, sondern auf möglichst vielen oder allen Ebenen im Betrieb aussagekräftige Einblicke erhält. Wer gleich dem Chef Ein- und Überblick hat, der fühlt sich auch mit dem Unternehmen verbunden. Andernfalls ist ein Arbeitnehmer ganz schnell zum nächsten Arbeitgeber gewechselt, der es vielleicht besser macht.

Fördern und entwickeln

Ein Arbeitnehmer geht heute nicht mehr in ein Unternehmen, um dem Chef mit seinem Können zu dienen. Er will viel mehr zusammenarbeiten und dem Chef auf diese Weise seinen Nutzen zur Verfügung stellen. Dazu gehört aber auch eine gewisse Freiheit, um sich entfalten zu können. Diese wird geschaffen durch die Bereitschaft des Vorgesetzten oder Chefs, für Entfaltungsmöglichkeiten in Form von Weiterbildung und Schulung zu sorgen oder diese zumindest unbürokratisch zu ermöglichen, wenn der Arbeitnehmer diesen Schritt selbst in die Hand nehmen möchte. Nur Arbeitskraft abverlangen, verscheucht Arbeitnehmer.

Sorgen Sie für den richtigen Flow

Wenn Ihre Angestellten im Flow sind, dann ist das Leistungspotenzial am höchsten. Die Frage, wann etwas im Flow ist, lässt sich recht konkret beantworten. Im Flow ist eine arbeitende Person dann, wenn sie sich an passender Stelle zwischen Überforderung und Langeweile befindet, mit einem leichten Versatz zur Überforderung. In dieser Situation sprudelt die Kreativität, die Arbeit macht Freude, die Ergebnisse lassen nicht lang auf sich warten.

Nur ist es heute oft üblich, wahnsinnig hohe Ziele zu stecken. Das muss sein, damit das Unternehmen in jeder Disziplin herausragend dasteht, das muss sein, damit die Umsatzzahlen von sich Reden machen.

Haben Sie auch diesen Drill in Ihrem Unternehmen? Wissen Sie, wie sehr Sie damit Ihre Arbeitnehmer unter Druck setzen? Und wissen Sie auch, was dann passiert? Sie überfordern Ihre Angestellten nach allen Regeln der Kunst. Ab diesem Moment ist der Flow jedoch Geschichte und auch die guten Ergebnisse. Die Folge sind Frust, immer öfter Fehler, sinkende Leistungsbereitschaft. Mit dem steigenden Unwohlsein der Arbeitnehmer steigt der Kündigung.

Sprechen Sie

Machen Sie nicht den Fehler und vermeiden Sie den engen Kontakt von Ihrer Führungsetage zu den Mitarbeitern. Denn das direkte Wort und das damit aussprechbare Lob sind ein elementar wichtiger Schlüssel zu glücklichen Mitarbeitern. Sprechen Sie Wertschätzungen direkt aus und verdeutlichen Sie die Wichtigkeit der geleisteten Arbeit im direkten Zusammenspiel mit dem unternehmerischen Erfolg. Glückliche Arbeitnehmer, die wissen, warum und wofür Sie täglich in Ihr Unternehmen kommen, sind Ihre Zukunft und bleiben Ihnen auch lange erhalten.

Bildnachweis: Butch / stock.adobe.com

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Julia Poluliakh