Arbeit & Beruf

Klare Aussagen sind nicht überall geschätzt

Lesezeit: 2 Minuten Wir als Deutsche sind es gewohnt, Dinge klar beim Namen zu nennen, kurz und prägnant zu kommunizieren und mögen es gar nicht, wenn wir das Gefühl haben, unser Gesprächspartner "redet um den heißen Brei herum". Unsere direkte Kommunikation wird jedoch nicht von allen internationalen Gesprächspartner geschätzt, sondern oft als "kühl", als "verletzend" wahrgenommen.

2 min Lesezeit

Autor:

Klare Aussagen sind nicht überall geschätzt

Lesezeit: 2 Minuten

Hinter der gesprochenen Sprache verbirgt sich mehr

Edward Twitchell Hall (1914 – 2009), ein amerikanischer Anthropologe, machte während des 2. Weltkrieges in Europa die Erfahrung, dass es große Unterschiede in der internationalen Kommunikation gibt. Diese Erfahrung gab den Anstoß, sich zeitlebens mit der Erforschung interkultureller Unterschiede zu beschäftigen.

Seine zentrale These geht davon aus, dass sich Missverständnisse zwischen Kulturen auf bestimmte Parameter begründen, die für alle Kulturen gelten. Um diese These zu untermauern, wertete Edward T. Hall gemeinsam mit seiner Ehefrau Mildred Reed Hall Artikel, Geschäftsberichte, Geschäftsverhalten, usw. aus, führte unzählige Interviews, vor allem mit internationalen Managern.

Aus diesen Forschungen leitete er unter anderem folgende Kulturdimension ab: "High-Context-Culture" und "Low-Context-Culture". Dahinter verbirgt sich die Idee, dass sich hinter der gesprochenen Sprache und der Art des Ausdrucks viel mehr "ungesagte" Informationen verbergen. Diese zusätzlichen Informationen nennt Edward T. Hall "Kontext".

Zwischentöne interpretieren können

Für eine "Low-Context-Culture" gilt: Das "Was" gesagt wird, ist die Information. In einer "Low-Context-Culture" kommt es dagegen sehr viel weniger auf das Was, sondern viel mehr aus das "Wie" wurde die Information weitergegeben, oft spielt es auch eine Rolle "Wer" kommuniziert.

Deutschland ist eine "Low-Context-Culture" (= direkte Kommunikation) , wie unsere skandinavischen Nachbarn auch. Zu den "High-Context-Cultures" (= indirekte Kommunikation) zählen unter anderem die arabischen und die südeuropäischen Staaten sowie überwiegend der asiatische Kulturraum.

In einem Gespräch zwischen einem Deutschen und einem arabischen Geschäftspartner kann dieser Unterschied dazu führen, dass wir Gesagtes nicht verstehen oder glauben, von unterschiedlichen Gesprächspartnern unterschiedliche Antworten auf die gleiche Frage erhalten zu haben. Daraus wird der Schluss gezogen, die Antworten sind nicht ehrlich, unbeständig oder unzuverlässig. Im Gegenzug empfindet der arabische Gesprächspartner unsere sehr direkte Art der Kommunikation als sehr ungeduldig, ja fast unhöflich.

Am deutlichsten tritt dieser Unterschied bei der Formulierung negativer Aussagen zu Tage. Während wir Kritik offen ansprechen, wird ein indirekt kommunizierender Asiate die Situation umschreiben und den eigentlichen Kritikpunkt, aus unserer Sicht, nicht bei Namen nennen. Für einen Deutschen bliebe der Kern der Aussage verborgen, ein asiatischer Kollege wäre betroffen über die für ihn deutlich zu hörende Missstimmung.

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: