Veränderung in Kommunikation, Streit und Konfliktmanagement: Schulzeit

Wir betrachten fehlerhafte und oft unreflektierte Konflikterledigung in einer Partnerschaftsbeziehung unter Berücksichtigung der Entwicklungspsychologie. Wie laufen Kommunikation, Konfliktmanagement und Streit in der Schulzeit ab?

Kommunikation, Streit und Konfliktmanagement – Veränderung während der Schulzeit
Das Thema ist sehr umfangreich, sodass ich nur eine unvollständige Aufzählung bieten kann. Ich kann das Thema entsprechend nur exemplarisch ansprechen.

  • Soziale Kämpfe, Streit: Hier lernt man Kommunikation oder auch nicht, eben die Art des Konfliktmanagements
  • Schwierigkeiten mit dem Lernen: Oft ein Problem der Kommunikation
  • Eventuell fehlende Hilfe durch das Elternhaus: Typische Probleme der Kommunikation
  • Ablenkung durch Fernsehen, Computer usw.: Ausbleibende Kommunikation zur Korrektur

Kommunikation, Streit und Konfliktmanagement: Sind Eltern Vorbilder?
Sind die Eltern Vorbilder oder lassen sie sich gehen, konsumieren in ihrer Freizeit passiv die Angebote der "elektronischen Amme". Sie merken, ich weise in diesem Zusammenhang auf die verhängnisvolle "Erziehungstechnik" hin, sich die Kinder vom Leibe zu halten, sie lieber vor dem Fernseher, später unkontrolliert vor dem Computer sitzen zu lassen.

Dieses Verhalten beweist gravierende Mängel in der Kommunikation und des Konfliktmanagements – denn Kinder haben eigentlich berechtigte Forderungen an die Eltern und die Eltern haben die Pflicht zur verantwortungsvollen Erziehung, sowie den Umgang mit Streit und Interessenkonflikten in reifer Weise zu vermitteln.

Kommunikation, Streit und Konfliktmanagement – In der Schule wird ernst
Spätestens jetzt beginnt der sogenannte Ernst des Lebens. Regelmäßiges frühes Aufstehen, täglich zur Schule gehen müssen, die neue Form der Kommunikation mit den Lehrern, Hausaufgaben erledigen müssen, also Verpflichtungen zu haben, denen man nachkommen muss. Streit und Konfliktmanagement bekommen eine neue Dimension.

Das ist alles neu und ungewohnt, denn die Regeln im Vorschulalter waren doch wesentlich einfacher und es gab fast immer Möglichkeiten, sich ein wenig Freiraum zu schaffen, es sei denn, beide Elternteile hatten eine Arbeitszeit, die es notwendig machte, dass das Kind schon morgens früh aufstehen musste, in den Hort und später in den Kindergarten gebracht wurde. In diesem Fall hatte sich das Kind schon früher an diesen Stil gewöhnen müssen.

Allerdings, und dies ist doch ein beachtlicher Unterschied, es fehlt noch die Verbindlichkeit regelmäßigen Arbeitens.

Kommunikation, Streit und Konfliktmanagement im Kindergarten
Wenn auch schon im Kindergarten das Leben in Gruppen und die Auseinandersetzung mit anderen eine Rolle spielt, so ist doch die Betreuung kontinuierlich durch geschultes Personal sichergestellt, sodass das Miteinander eher in geregelten Bahnen verläuft. So ist es jedenfalls im Regelfall. Das Konfliktmanagement liegt in den Händen geschulten Personals.

Es gibt da allerdings auch recht schlimme Erfahrungen, die Kinder machen müssen. Wenn beispielsweise eine Erziehungsperson aus welchen Gründen auch immer "es mit dem Kind nicht kann". Da ist dann die Kommunikation massiv gestört. Das hat dann oft bleibende Schäden zur Folge.

Auch sind leider nicht alle Erzieher(innen) gleich qualifiziert, sodass auch dadurch Schwierigkeiten entstehen können. Aber auch funken manche Eltern in das Geschehen hinein, versuchen ihren Einfluss durchzusetzen. Man sieht, da ist auch schon so allerlei Konfliktpotential vorhanden.

Kommunikation, Streit und Konfliktmanagement in der Schule
In der Schule jedoch erfährt die Situation eine ernsthaftere und auch nicht mehr so behütete Organisation. Kommunikation, die Art des Konfliktmanagements, der Umgang mit Streit ist nun nicht mehr immer unter pädagogischem Schutz. Manche Quälereien in den Pausen, das Ausprobieren von manchen sozial nicht akzeptablen Verhaltensweisen einzelner Mitschüler(innen) kann zu beachtlichen Schwierigkeiten führen.

Wir erleben gar nicht selten auch kindliche depressive Verstimmungen, die durch die Vorgänge in der Schule hervorgerufen sind. Das Lehrpersonal ist knapp, kann nicht überall sein, zudem gibt es gute und bessere Lehrer(innen). Nicht immer hat das Kind das Glück, eine von den besseren Personen zu erwischen, die mit Umsicht und Geschick ein gelungenes Konfliktmanagement entwickeln helfen.

Ich höre immer wieder, und wir kennen das auch aus eigener Erfahrung, es gibt Lehrer, die einen nicht mögen, man kann machen, was man will, es nützt nichts und na ja, wir mögen ja auch nicht jeden Menschen. Das führt nicht selten dann zu Problemen.

Das Kind entwickelt in der Schulzeit sein Sozialverhalten weiter, muss lernen, mit auftretenden Problemen adäquat fertig zu werden. Dazu gehören auch Streit und eine geschickte Kommunikation. Es muss seine Position in der Gruppe finden. Schon in dieser er Zeit wird erkennbar, ob der kleine Mensch einmal ein Anführer, Mitläufer, Oppositioneller, Störer, Stänkerer, Intrigant oder Querulant werden wird. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Es sind z. T. ererbte Eigenheiten, wie auch Einflüsse durch Elternhaus und Schule.

Kommunikation, Streit und Konfliktmanagement – Leistungsdruck
Das Kind erfährt Leistungsdruck, die Notwendigkeit beständig und kontinuierlich zu lernen, auch Dinge zu tun, zu denen es keine Lust hat. Es muss sich an den Leistungen anderer messen lassen. Dies spiegelt sich auch in der Art seiner Kommunikation und seinem noch kindlichen Konfliktmanagement wider. Es erkennt seine Fähigkeiten, aber auch seine Grenzen, merkt, dass manche manches besser können und muss versuchen, die eigenen besonderen Fähigkeiten zu erkennen und zu entwickeln.

Kommunikation, Streit und Konfliktmanagement – Elterliches Verhalten dem Schulkind gegenüber
In dieser Zeit ist es wichtig, wie sich die Eltern auf die Notwendigkeiten der Schulzeit einstellen. Wie sieht in diesem Zusammenhang die Kommunikation zwischen Eltern und Kind aus? Helfen sie ihren Kindern, gibt es Streit wegen der Hausaufgaben, halten sie sie zu regelmäßigem Arbeiten an, üben sie übermäßigen Druck aus? Wie ist es um das Konfliktmanagement der Eltern bestellt, wenn Probleme mit den Lehrern oder Mitschülern auftreten?

Kommunikation, Streit und Konfliktmanagement – elterliches Verhalten und die Folgen
Das hat natürlich Folgen für die Entwicklung des Kindes, es lernt die falschen Dinge, keinen erwachsenen Umgang mit Streit, entwickelt keine soziale Kompetenz. Woher denn auch, fühlt sich nicht selten allein gelassen, verkümmert intellektuell, wenn es nicht gefordert wird, sondern nur seichten Unfug aus der Glotze konsumiert.

Es lernt auch nicht, sich zu erproben, reifes Konfliktmanagement zu erwerben, im Umgang mit den Eltern zu lernen, positive Vorbilder in ihnen zu erkennen und noch vieles andere mehr.

Eltern sollten mit ihren Kindern gemeinsames tun, sei es, dass man miteinander Spiele spielt, sich ernsthaft und auf Augenhöhe miteinander unterhält, um so dem Kind seine eigene Wichtigkeit zu vermitteln und es seine Bedeutung für die Eltern erfahren zu lassen.

Aus all dem wird erkennbar, was alles für Fehler passieren können, die das Sozialverhalten und damit die Art der Kommunikation, die Fähigkeit mit anderen Menschen umzugehen, Gemeinschaft zu erleben, und natürlich auch zu gestalten, den anderen ernst und wichtig zu nehmen, nicht nur die eigenen Bedürfnisse und Interessen im Auge zu behalten prägen.

Kommunikation, Streit und Konfliktmanagement –   in der Peergroup
In die Schulzeit fällt auch die Entfaltung seiner sozialen Fähigkeiten durch Teilnahme an anderen Gruppierungen, wie beispielsweise einem Sportverein oder Cliquen gleichaltriger. Hier zeigt sich, wie weit sich die Fähigkeit und Art zur Kommunikation entwickelt hat, wie man mit Streit umzugehen gelernt hat, also das eigene Konfliktmanagement gereift ist.

Es entwickeln sich Freundschaften, die nicht selten das ganze Leben fortbestehen. Sie gestalten so die für sie spezifische Struktur der  Kommunikation. In dieser Zeit können jedoch erhebliche Komplikationen auftreten, von denen wir an geeigneter Stelle mehr erfahren werden.

Kommunikation, Streit und Konfliktmanagement – Störungen der Kommunikation in der Familie
Diesen Aspekt in der Entwicklung hebe ich noch einmal besonders hervor, weil er über das weiter oben bereits geschilderte Fehlverhalten noch weitere Gefahren in sich birgt. Wir lernen ja nicht, Eltern zu werden, meinen aber, es zu können. Wir wünschen uns Kinder, ahnen aber offensichtlich überhaupt nicht, was das alles für Konsequenzen hat. Wir ahnen nicht, dass das, was auf uns zukommt, gute Fähigkeiten in der Kommunikation fordern wird, ebenso wie geschicktes Konfliktmanagement schon sehr schnell gefordert sein wird.

Wir wissen einfach nicht, mit welchen unangemessenen Ansprüchen wir manchmal an unsere Kinder herantreten, ja wir missbrauchen sie nicht selten um "unbeglichene Rechnungen" aus früherer Zeit an ihnen, die ja nun wirklich nichts dafür können einzufordern. Wir haben Verantwortung für unsere Kinder, nicht nur das Recht, sondern die Pflicht zur Erziehung.

Das heißt nicht Streit, sondern verantwortungsvolles Erfahren und Erkennen lassen. Wissen wir immer, was richtige Erziehung ist? Übernehmen wir nicht oft unreflektiert unsinnige Verhaltensmuster unserer eigenen Eltern, oder aber unseren Protest gegen elterliche Verhaltensmuster?

Kommunikation, Streit und Konfliktmanagement – eigene Schwierigkeiten
Nehmen wir nicht aus ganz persönlichen, uns oft nicht bewussten Gründen in einem Streit Partei für oder gegen das Kind, bestrafen wir es nicht manchmal für Dinge für die es gar nichts kann, nur weil wir eigene unverheilte Wunden in unserer Seele haben, die etwas mit unserer eigenen Entwicklung zu tun haben?

Ist unser Konfliktmanagement nicht durch eigene persönliche schmerzhafte Erfahrungen gestört? Lernten wir ein Gefühl der Solidarität und des Miteinanders in unserer eigenen Familie, lernten wir unsere Kommunikation darauf einzustellen? Wissen wir also, wie wir das konstruktive Miteinander in der eigenen Familie verwirklichen können?

Tun wir dies auch, oder sind wir zu bequem. Es soll ja sogar Eltern geben, die ein Kind nur deshalb haben wollen, weil es eben dazu gehört, eben ein Statussymbol ist. Ich weiß, mit Ihnen hat das alles nichts zu tun – aber leider erfahre ich diese Dinge immer wieder in meiner Arbeit mit meinen Klienten.