von Andra Dattler, veröffentlicht in Gesundheit
Ist eine Grippeimpfung 2012 für Sie zu empfehlen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die saisonale Influenza-Impfung für Personen ab 60 Jahre, für Schwangere, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer chronischen Krankheit oder Immunschwäche und für Risikopersonen wie medizinisches Personal.
Erst letztes Jahr veröffentlichte The Lancet, ein in Medizinkreisen angesehenes Journal, eine Metastudie zur Wirksamkeit von Grippeimpfungen. In der Medienwelt lautete das Ergebnis dann: "Die Wirksamkeit der Grippeimpfung beträgt 60%."
Nun denkt man vielleicht, von 100 geimpften Personen bekommen 60 keine Grippe, weil sie geimpft wurden. Abgesehen davon, dass diese Quote nicht gerade atemberaubend ist - vermittelt man uns nicht das Gefühl, eine Impfung helfe immer? - stimmt diese Aussage so auch nicht.
Wenn man sich die Zahlen genau ansieht, erhält man folgendes Ergebnis: Die Kontrollgruppe bestand aus 13095 Personen, die nicht geimpft waren. Davon infizierten sich nur 357 Personen mit Grippe, d. h. mehr als 97% bekamen sowieso keine Grippe.
Nur 2,7 % der Personen steckten sich überhaupt an. In der Verum-Gruppe, die mit einer Grippeimpfung behandelt wurden bekamen 1,18% keine Grippe. Teilt man nun 2,7 durch 1,18 bekommt man 0,43. Dann sagt man: 0,43 ist 43% von 2,73 und erhält somit die Zahl von 57% "Wirksamkeit".
In
Wirklichkeit hat die Impfung aber nur etwa 1,5% der Bevölkerung tatsächlich vor
der Grippe geschützt. Alle anderen waren sowieso gesund oder sie bekamen die
Grippe trotz Impfung.
Dass 97% der Ungeimpften, sich sowieso nicht angesteckt hätten, bleibt einfach unberücksichtigt. Ich frage mich nun: Wenn ich mit einer 97%igen Wahrscheinlichkeit sowieso keine Grippe bekomme, wieso soll ich mich dann impfen lassen? Denn dies bedeutet, dass das Immunsystem bei 97% der ungeimpften Bevölkerung so gut ist, dass sie keine Grippe bekommt (oder dass sie keinen Kontakt zum Erreger hatte).
Die Frage ist auch: Wie schlimm ist eine Grippe wirklich? Wie viele der erkrankten Menschen hatten schwerwiegende Komplikationen? Wie viele sind an der Grippe gestorben? Und was macht eigentlich die Impfung mit uns?
In einer kleineren Studie, die das Robert Koch Institut veröffentlicht hat, sieht es noch schlechter aus: die Wirksamkeit betrug in der Saison 2011/2012 nur 49%. Einen Vergleich zur Gesamtbevölkerung lässt diese Studie nicht zu, da nur Personen mit Symptomen für einen grippalen Infekt überhaupt untersucht wurden.
Absolute Zahlen lassen sich aus dieser Studie also nicht ablesen. Sie lässt lediglich die Aussage zu, dass mehr als die Hälfte der untersuchten, geimpften Personen trotz Impfung eine Grippe bekamen. Dies wird mit der Veränderung der Virusstämme begründet.
Selbst wenn man die offiziellen Zahlen nimmt und sagt: 49% der Grippegeimpften sind auch gegen die Grippe geschützt, liegt sie nur über der Placebo-Wirkung von Medikamenten.
Lesen Sie im nächsten Artikel über Nebenwirkungen und Folgeschäden der Grippeimpfung und wie die Behörden damit umgehen.
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