Ziele und Aufgaben beim Investitionscontrolling: Ziele

Für Unternehmen spielt das Investitionscontrolling eine nicht zu unterschätzende Rolle, da Investitionen zu einem wesentlichen Teil die zukünftige Leistungsfähigkeit eines Unternehmens determinieren.

Künftige Erfolgsbeiträge oder Misserfolgsbeiträge lassen sich häufig auf "richtige" Investitionsentscheidungen zurückführen. Damit sichern oder gefährden Investitionen in wesentlichem Ausmaß den Fortbestand eines Unternehmens. 

Der Querschnittscharakter beim Investitionscontrolling
Kann man davon ausgehen, dass die Gewinnmaximierung im Unternehmen als allgemeine Zielsetzung angestrebt wird, so sind Investitionen im Sinne dieser Zielsetzung durchzuführen. Dies wird allerdings durch den Querschnittscharakter von Investitionen erschwert, der dafür verantwortlich ist, dass Investitionen sich in der Regel nicht auf einen begrenzten Bereich eines Unternehmens beschränken, sondern Kopplungen zu fast allen betrieblichen Funktionsbereichen auftreten.

Das Investitionscontrolling hat daher einen Beitrag zur Sicherstellung und Erreichung der Unternehmenszielsetzung zu leisten, indem es diese Kopplungen explizit berücksichtigt. 

Ziele des Investitionscontrollings
Allgemein formuliert bestehen die Zielsetzungen beim Investitionscontrolling in der sach- und erfolgszielorientierten Ausrichtung der Investitionsaktivitäten.

Ziele des Investitionscontrollings
  • Effektive und effiziente Planung, Realisation und Kontrolle von Investitionen (Sach- und Erfolgszielerreichung)
  • Koordination von Einzelinvestitionen und Investitionsprogrammen
  • Berücksichtigung anlagenwirtschaftlicher Aspekte
  • Sicherstellung der Informationsversorgung der Entscheidungsträger

Zum Aufgabenbereich des Investitionscontrollings gehört damit die Investitionsplanung, die Investitionsrealisation und die Investitionskontrolle, aber auch die Koordination von Einzelinvestitionen mit Unternehmensinvestitionsprogrammen, die Berücksichtigung anlagenwirtschaftlicher Aspekte während der Nutzungsdauer sowie die Sicherstellung der Informationsversorgung der Entscheidungsträger. 

Das strategische Investitionscontrolling
Dieses Zielbündel beim Investitionscontrolling enthält sowohl eine strategische als auch eine operative Dimension. Dabei widmet sich das strategische Investitionscontrolling insbesondere der Erkennung langfristiger Erfolgsfaktoren und der Sicherung sowie Schaffung neuer Erfolgspotenziale. Beim strategischen Investitionscontrolling steht somit die langfristige Steigerung von Effektivität und Effizienz der strategischen Planung im Vordergrund.

Das operative Investitionscontrolling
Das operative Investitionscontrolling bewegt sich hingegen in einem durch das strategische Investitionscontrolling vorgezeichneten Rahmen. Innerhalb dieses Rahmens hat das operative Investitionscontrolling die vorgezeichneten Erfolgspotenziale wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen.

Aus organisatorischem Blickwinkel ist das strategische Investitionscontrolling daher dem operativen Investitionscontrolling übergeordnet. Daher ist das strategische Investitionscontrolling in einer Konzernstruktur eher zentral dem Konzerncontrolling zugeordnet, während das operative Investitionscontrolling eher dezentral organisiert ist.

Abgrenzung des Investitionscontrollings
Das Investitionscontrolling ist nicht immer leicht zu den angrenzenden Aufgabenfeldern des Controllings, wie z. B. dem Anlagencontrolling, dem Projektcontrolling, dem Ressourcencontrolling sowie dem Finanzcontrolling abzugrenzen.

So wird das Anlagencontrolling in Teilen der Literatur dem Investitionscontrolling übergeordnet, in anderen Teilen dem Investitionscontrolling für Sachanlagen aber gleichgestellt. Folgt man der zweiten Auffassung, so grenzt sich das Anlagencontrolling insofern vom Investitionscontrolling ab, als dass das Investitionscontrolling

  • den Fokus stärker auf die Phase der Planung legt und
  • sich nicht nur auf Sachanlagen beschränkt, sondern auch andere Investitionsobjekte des Anlage- sowie des Umlaufvermögens umfasst.

Das Projektcontrolling kann zum einen weiter gefasst werden als das Investitionscontrolling, da es alle Aufgaben und Aktivitäten zur Unterstützung einer optimalen Projektdurchführung – unabhängig von Art und Umfang des Projekts – umfassen kann. Projekte beschränken sich demnach nicht notwendigerweise auf Investitionsprojekte. Auf der anderen Seite ist im Rahmen von Investitionsprojekten das Projektcontrolling enger zu sehen als das Investitionscontrolling, da es häufig nur Teilphasen des Investitionsprozesses begleitet.

Das Ressourcencontrolling stellt das Bindeglied zwischen Investitionscontrolling und Produktionscontrolling dar, da es sich vorrangig mit der Bereitstellung von Informationen zur effizienten Steuerung und Koordination der optimalen Verwendung der durch die durchgeführten Investitionen bereitgestellten Ressourcen beschäftigt.

Da durch Investitionen finanzielle Mittel gebunden sind, werden Investition und Finanzierung als "zwei Seiten einer Medaille" gesehen. Anders als das Investitionscontrolling, das sich mit den Investitionsprozessen beschäftigt, beleuchtet das Finanzcontrolling aber ausschließlich Finanzierungsprozesse. Dem Finanzcontrolling kommt dabei die Aufgabe der kurzfristigen und langfristigen Koordination von Beschaffung und Anlage finanzieller Mittel zu. Ferner hat das Finanzcontrolling die Sicherstellung der Liquidität zu gewährleisten.

Veröffentlicht am 8. Juni 2009