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Warum Peelings der Umwelt schaden können

Lesezeit: 2 Minuten Kosmetik und Umweltbewusstsein in einem stellen den Verbraucher häufig für Probleme. Tenside, die gut reinigen, sind oft umweltschädlich. Palmöl, das hier für schöne Haut und Haare sorgt, schädigt anderswo Mensch und Natur. Nun sind Peelings und Zahnpasta mit Plastikkügelchen in den Fokus geraten. Was Sie darüber wissen müssen und welche Alternativen es gibt, lesen Sie hier.

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Warum Peelings der Umwelt schaden können

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Warum Peelings der Umwelt schaden können

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Was macht Plastik in Peelings und Zahncreme?

Die winzig kleinen Plastikkügelchen in Zahncreme und Peelings sollen helfen, Ablagerungen von den Zähnen oder abgestorbene Hautschüppchen von der Haut zu lösen. Je nach Produkt können die winzigen Peelingspartikel vom Gesamtgewicht bis zu zehn Prozent ausmachen. Nach getaner Arbeit verschwinden die Peelingpartikel dann durch den Abfluss und genau da beginnen die Probleme.

Die Plastikpartikel können von der Umwelt nicht oder nur extrem langsam zersetzt werden. Auch Klärwerke haben Probleme, die teils winzigen Teilchen aus dem Wasser zu filtern, weshalb ein Großteil des Plastiks im Laufe der Zeit im Meer landet. Dort nehmen in Muscheln und sonstige kleines Meereslebewesen auf, weil sie in dem Kunststoff Nahrung vermuten. Somit ist das Plastik in die Nahrungskette gelangt.

Mikroplastik schadet Mensch, Tier und Natur

Die winzigen Plastikpartikel haben die Meere inzwischen regelrecht erobert. Nachgewiesen werden konnten Peelingpartikel und andere mikroskopische Plastikteile bereits im Kot von Seehunden und Kegelrobben sowie in einigen Wasser- und Honigproben. Auch in Regenwasser wurden sie bei Untersuchungen entdeckt.

Dass Plastikmüll der Umwelt in erheblichem Umfang schadet ist bereits bekannt. Doch mit dem Thema Mikroplastik erreicht das Problem eine neue Ebene. Denn inzwischen ist nicht mehr „nur“ die Umwelt betroffen, sondern auch der Mensch.

Mikroplastik in der Nahrungskette

Besonders problematisch ist an Mikroplastik aus Körperpflege- und Reinigungsmitteln, dass es im Laufe der Zeit in die Nahrungskette gelangt. Muscheln und andere kleine Meereslebewesen nehmen die Plastikpartikel fälschlicherweise als Nahrung auf.

Da ihr Organismus das Plastik nicht verwerten kann, bleibt es im Körper bestehen und gelangt über die Nahrungskette in die Körper von Fischen, die vom Menschen verzehrt werden. Forscher gehen zudem davon aus, dass die mikroskopisch kleinen Partikel sogar über die Luft in Lebensmittel gelangen können.

Ebenfalls problematisch ist, dass die Plastikteilchen häufig hormonell wirksame Substanzen enthalten, die sie an Meereslebewesen und deren Umwelt abgeben. Nebst den altbekannten Problemen, die Plastik im Meer auslöst – Meeresvögel und Meeressäuger, die Plastikteile mit Nahrung verwechseln oder daran ersticken – kommt jetzt also ein neues Problem durch Mikroplastik hinzu.

So vermeiden Sie Mikroplastik-Abfall

Die schädlichen Folgen von Mikroplastik sind nicht nur für Tier und Natur, sondern auch für den Menschen absehbar, weshalb es an der Zeit ist, Konsumgewohnheiten zu überdenken. Sogar die Industrie zeigt sich dem Problem gegenüber aufgeschlossen.

Unilever will als erster Konzern ab 2015 auf den Einsatz von Kunststoffteilchen in Peelings und Reinigungsmitteln verzichten. Auch andere Marken erkennen Handlungsbedarf und wollen ihre Produkte im Laufe der nächsten paar Jahre umstellen.

Wer auf sein Peeling nicht verzichten möchte, sollte zu Naturkosmetik greifen. Zertifizierte Naturkosmetik darf keine Plastikkügelchen in Produkten verwenden. Stattdessen werden Sand, Kokosflocken, feine Kieselkügelchen oder gemahlene Obstkerne verwendet.

Leider ist es schwierig zu erkennen, welche Zahnpasta Mikroplastik verwendet. Zwar weisen Slogans wie „mit Reinigungskristallen“ darauf hin. Wird nichts dergleichen erwähnt, heißt das jedoch nicht, dass die Zahnpasta tatsächlich frei von Plastik ist. Daher hat der Bund nanowatch.de ins Leben gerufen. Auf dieser Website können Verbraucher Produkte auf verstecktes Plastik überprüfen. Ein Blick lohnt sich!

Bildnachweis: Africa Studio / stock.adobe.com

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