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Vereinsführung: Auf Dauer kann Vetternwirtschaft nicht gut gehen

Lesezeit: 2 Minuten Ein traditionsreicher Fußballverein einer schwäbischen Kreisstadt mit ursprünglich mehr als 1.000 Mitgliedern steht vor dem Aus. Nennenswerte Erfolge in der Kreisliga liegen Jahre zurück. Die Anzahl der älteren, passiven Mitglieder überwiegt und nur noch zwei Mannschaften sind aktiv. Was ist der Grund für den Zusammenbruch dieses Beispielvereins?

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Vereinsführung: Auf Dauer kann Vetternwirtschaft nicht gut gehen

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Viele Vereine kranken an der gleichen Schwäche: Vetternwirtschaft. Wie beispielsweise der schwäbische Fußballverein, der seit über 10 Jahren mehr oder weniger autokratisch von einem Vorsitzenden geführt, der von der sehr starken Seniorenlobby gestützt wird. Neue Kandidaten für den Vorstand gibt es schon lange nicht mehr. Die Mitgliederzahl ist auf 200 gesunken.

Wo liegt der Fehler?
Zu lange Zeit waren sich Vorstand und bestehende Mitglieder selbst genug. Alles lief bestens, weil die Söhne der eingeschwörenen Gründungsmannschaften gemeinsam mit ihren Freunden schlagkräftige Jugendmannschaften bildeten. Aber auch die Söhne sind jetzt über 30 und haben sich vom aktiven Fußballvereinsleben verabschiedet.

Zurück bleibt die engagierte und traditionsbewußte Seniorenlobby, die wehmütig auf die Blütezeiten des Vereins zurückblickt. Sie wählt immer wieder Vorstandsmitglieder aus ihren eigenen Reihen. Neue Impulse aus den Mitgliederreihen werden mehrheitlich abgeblockt. Kritiker werden nicht gehört und "entmachtet".

So beugen Sie Vetternwirtschaft vor:
Ein funktionierendes Netzwerk, das die Entscheidungen des Vorstands unterstützt und mitträgt, ist in Ordnung und sogar notwendig, um die Position einer Führungsmannschaft zu stärken. Problematisch wird es, wenn bestimmte Gruppierungen sich gedanklich immer wieder mehr im Kreis drehen und neue Ideen von außen nicht mehr hereinlassen.

Entweder bedeutet das für den Verein über kurz oder lang das Aus. Oder es bildet sich eine machtvolle Gegenbewegung, die das "Regime stürzt". Das können Sie dagegen unternehmen:

  • Bleiben Sie offen für neue Ideen.
  • Laden Sie z.B. regelmäßig Ihre Jugendvertreter zu den Vorstandssitzungen ein.
  • Bewahren Sie sich Ihren Gründungsgeist, der immer wieder nach einer neuen Herausforderung verlangt. So laufen Sie nicht Gefahr, in lähmender Selbstzufriedenheit zu ersticken.
  • Blocken Sie Querdenker nicht gleich ab, weil sie unbequem sind. Nehmen Sie sie ernst und lassen Sie sich von ihren Gedanken inspirieren.
  • Hüten Sie sich vor lauter Ja-Sagern in Ihrer Umgebung. Vordergründig stützen Sie Ihre Machtposition. Langfristig bringen sie Sie zu Fall, weil Ihre Position nach und nach schwächer wird.
  • Begegnen Sie Ihren Kritikern positiv. Bitten Sie um konstruktive Kritik. Zum einen nehmen Sie den Kritikern damit den Wind aus den Segeln, zum anderen demonstrieren Sie Offenheit und beweisen Größe. Und damit stärken Sie Ihre Position.

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