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Lästiges Übel: Inkontinenz in der Schwangerschaft

Lesezeit: 2 Minuten Je weiter der Bauchumfang einer schwangeren Frau wächst, desto eher passiert zum Beispiel beim Niesen ein unfreiwilliger Abgang von Urin. Inkontinenz in der Schwangerschaft tritt relativ oft auf, wird aus Scham aber meistens verschwiegen. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Blasenschwäche zu verhindern oder wenigstens abzuschwächen.

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Lästiges Übel: Inkontinenz in der Schwangerschaft

Lästiges Übel: Inkontinenz in der Schwangerschaft

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Wie entsteht Inkontinenz in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen haben einen starken Harndrang und müssen öfter als sonst die Toilette aufsuchen. Durch die Hormone verstärkt sich die Durchblutung, was auch die Nierentätigkeit anregt. Zusätzlich zur erhöhten Urinmenge drückt vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft die schnell wachsende Gebärmutter auf die Harnblase.

Meistens lässt der Druck im zweiten Drittel nach, weil sich die Gebärmutter nach oben ausdehnt und die Blase entlastet. Dafür rutscht dann im letzten Schwangerschaftsdrittel der Kopf des Kindes in das Becken und lastet auf der Blase. Gleichzeitig bewirken die Hormone, dass Blase, Harnröhre und Beckenmuskulatur  weich und dehnbarer werden. Das ist gut für die Geburt, führt aber leicht zu Inkontinenz in der Schwangerschaft.

Keine Angst vor Inkontinenz

Viele Frauen leiden in der Schwangerschaft darunter, wenn sie unkontrolliert Urin verlieren. Meistens passiert es in Situationen, wenn die Bauchmuskeln beansprucht werden, zum Beispiel bei Niesen, Husten oder Lachen. Mediziner sprechen in diesen Fällen von Belastungs- oder Stressinkontinenz. Versuchen Sie sich nicht zu sehr über diese Schwangerschaftsbeschwerden aufzuregen und tragen Sie zu Ihrem eigenen Wohlbefinden Einlagen oder Binden. Bei den meisten Frauen reguliert sich die Inkontinenz nach der Geburt mit Hilfe der Rückbildungsgymnastik.

Hilfe bei Inkontinenz in der Schwangerschaft

  • Tragen Sie Slipeinlagen oder Binden.
  • Gehen Sie öfter als gewöhnlich zum Wasser lassen auf die Toilette.
  • Trinken Sie mehr als sonst. Es ist wichtig, die Harnwege zu spülen, um Infektionen zu vermeiden. Geeignet sind Kräutertees, Mineralwasser und Saftschorlen.
  • Trainieren Sie den Beckenboden und zwar schon ab Beginn der Schwangerschaft. Sie beugen damit nicht nur einer Blasenschwäche sondern auch einer Gebärmuttersenkung vor. Spannen Sie mindestens morgens, mittags und abends den Beckenbodenmuskel an und halten Sie diese Position für einige Sekunden.

Beckenbodengymnastik gegen Inkontinenz

Viele Frauen wissen gar nicht, wo sich der Beckenbodenmuskel befindet. Sie setzen ihn ein, um Urin bei einem starken Harndrang zurückzuhalten. Wer sich unsicher ist, kann auf der Toilette den Urinstrahl unterbrechen. Das geschieht mit dem Beckenbodenmuskel. In der Schwangerschaft trainieren Sie den Beckenboden, indem Sie die Muskeln anspannen, als versuchten Sie den Harndrang zu unterbrechen.

Ziehen Sie den angespannten Muskeln leicht nach oben in den Körper hinein. Einige Sekunden halten und dann die Muskeln entspannen. Achten Sie darauf, nicht gleichzeitig Bauch- und Pomuskulatur anzuziehen und atmen Sie ruhig ein und aus. Wenn Sie die Übung beherrschen, trainieren Sie Ihren Beckenboden immer wieder zwischendurch, übrigens auch nach der Schwangerschaft.

Bildnachweis: napatcha / stock.adobe.com

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