Homöopathie Praxistipps

Bindehautentzündung beim Pferd mit Schüßlersalzen behandeln

Lesezeit: 4 Minuten Medizinisch wird eine Bindehauentzündung als Konjuktivitis bezeichnet, welche akut als auch chronisch auftreten kann. Sowohl im akuten als auch chronischen Stadium können die biochemischen Mineralsalze nach Dr. med. W. H. Schüßler auch als selbst gefertigte biochemische Augentropfen gut eingesetzt werden.

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Bindehautentzündung beim Pferd mit Schüßlersalzen behandeln

Bindehautentzündung beim Pferd mit Schüßlersalzen behandeln

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Die Konjuktivitiden (Bindehautentzündungen) können in eine infektiöse durch Bakterien, Viren oder Pilze oder in eine nicht infektiöse Konjunktivitis differenziert werden. Bei einer nicht infektiösen Konjunktivitis sind häufig Fremdkörper, Zugluft durch offene Stalltüren und Stallfenster, allergische Reaktion auf Pollen oder auch Staub anzutreffen. Eine nicht infektiöse Konjunktivitis gehört zu den am meisten auftretenden Augenerkrankungen des Pferdes.

Vorweg muss jedoch auch mitgeteilt werden, dass beim Pferd auch schwerwiegende Augenerkrankungen auftreten können, die zwar adjuvant mit dem entsprechenden Homöopathika, also begleitend neben der tierärztlichen verordneten Therapie gewandt werden kann, jedoch niemals in der Entscheidung des Tierbesitzers alleine entschieden werden sollte.

Leitbeschwerden beim betroffenen Pferd:

Es tritt in der Regel eine so genannte TRIAS auf (vermehrter Tränenfluss, Lichtscheuheit und spastischer (krampfartiger) Lidschluss. Man bezeichnet dies auch als so genannte ABWEHR-TRIAS

Es können folgende Symptome zusätzlich auftreten:

  • rotes Auge bzw. errötete Bindehaut,
  • Brennen des Auges
  • Jucken im Auge und ödematöse Schwellung der Bindehaut, der so genannten Konjunktiva
  • Lichtempfindlichkeit mit Graufärbung der Hornhaut
  • Druckgefühl um das Auge herum
  • vermehrter Tränenfluss mit zähem Schleim am inneren Augenwinkel
  • Das Auge des Pferdes ist fast immer geschlossen
  • Fremdkörpergefühl im Auge mit dem Gefühl des Sandkornes im Auge
  • je nach Genese eitrige, schleimige oder klare Absonderungen
  • Am Morgen häufig verklebte Augenlider

Entzündungen der Konjunktiven können primär und sekundär als Folge von Entzündungen in der Umgebung sowie auch Begleiterkrankungen anderer Erkrankungen des Pferdes sein. So tritt eine allgemeine Konjunktivitis auch gerne bei Erkrankungen des oberen Respirationstraktes (Atemapparat) verursacht durch eine Influenza auf. Die Genese kann jedoch auch aufgrund einer allergischen Disposition z.B. einer Allergie auf Gräserpollen immer wieder auftauchen.

Eine akut infektiöse Konjunktivitis gehört immer in die vertrauensvollen Hände des Tierarztes, die akute oder chronische nicht infektiöse Konjunktivitis kann gut mit naturheilkundlichen Behandlungsmethoden, wie z.B. mit den entsprechenden Schüßlersalzen oder auch der klassischen Homöopathie oder auch in Kombination mit der Aktupunktur durch einen Heilpraktiker mit einer speziellen Ausbildung oder einem Tierheilpraktiker behandelt werden.

Die Diagnose einer Konjunktivitis gehört zu aller Erst in die Hände einer medizinisch geschulten Person, z.B. in die Hände des Tierarztes oder eines Tierheilpraktikers oder auch Heilpraktikers. Hierbei muss bei der Diagnosestellung die genaue Ursache herauskristallisiert werden.

Bei einer bakteriell bedingten Bindehautentzündung kann eine so genannte Tupferprobe direkt aus dem erkrankten Augenbereich bei der Identifizierung der entsprechenden Keime sehr hilfreich und unbedingt erforderlich sein. Hierbei können auch Parasiten oder gar Pilze als Ursache gefunden werden.

Es haben sich in der naturheilkundlichen Praxis für Pferde die unten aufgeführten biochemischen Mineralsalze nach Dr. med. W. H. Schüßler sehr bewährt. Hierzu zählen die folgenden Schüßlersalze:

  • in der akuten Phase raten wir zu Beginn zur äußerlichen Behandlung entweder zu den selbst hergestellten biochemischen Augentropfen oder zu Augentrost- (Euphrasia-) oder Sonnenhut- (Echinacea-)Augentropfen mit der innerlichen Verabreichung der biochemischen Mineralsalz Nr. 3 Ferrum phosphoricum D6 und der Nr. 8 Natrium chloratum D6 mit jeweils 3 x täglich 10 Tabletten. Diese Tabletten lösen wir gerne in einer 30 oder 60 ml Einwegspritze mit warmen Wasser auf und verabreichen diese Mischung langsam ins Pferdemaul.
  • Nach Eintritt einer Besserung kann die Menge auf 3 x täglich 5 Tabletten täglich für insgesamt 21 Tage reduziert werden. Diese Zeit sollte man die biochemischen Mineralsalze noch zusätzlich verabreichen, damit sich die Speicher auch füllen können und sich nicht mehr so leicht ein Rezidiv einstellen kann.
  • Stellt sich ein weißliches Sekret an den Augenrändern ein, so kann dies mit dem biochemischen Mineralsalz Nr. 4 Kalium chloratum D6 mit der gleichen Dosierung wie oben beschrieben behandelt werden

  • Wird die Augenabsonderung gelblich sollte das biochemische Mineralsalz Nr. 6 Kalium sulfuricum D6 in der gleichen Mittelvergabe wie bereits beschrieben, verabreicht werden.

    In akuten als auch in chronischen Verlaufsformen haben sich die selbst hergestellten biochemische Augentropfen als sehr hilfreich auch neben einer allopathischen veterinären Behandlung als sehr hilfreich herausgestellt.

Zubereitung der biochemischen Mineralsalz-Augentropfen-Mischung

Verwenden Sie einen gereinigten Behälter, in dem Sie ca. 200 ml abgekochtes Wasser mit jeweils entweder Schüßlersalz-Globuli (5 Globuli = 1 Schüßlersalz- Tablette) oder Schüßlersalz-Tabletten auflösen.

Sie verwenden für die biochemische Mineralsalz-Augentopfen-Mischung jeweils 6 Tabletten der folgenden biochemischen Mineralsalze nach Dr. med. W. H. Schüßler:

  • Nr. 3 Ferrum phosphoricum D6 (hiervon bitte das Doppelte, also 12 Tabletten verwenden)
  • Nr. 4 Kalium chloratum D6
  • Nr. 5 Kalium phosphoricum D6
  • Nr. 6 Kalium sulfuricum D6
  • Nr. 8 Natrium chlora D6
  • Nr. 9 Natrium phosphoricum D6
  • Nr. 11 Silicea D12
  • Nr. 12 Calcium sulfuricum D7

Sollten Sie sich für die Tablettenform und nicht für die Globuli entscheiden, so folgt nach dem Auflösen der oben aufgeführten biochemischen Mineralsalze der nächste Schritt. Die Mischung sollte nach dem Auflösen der biochemischen Mineralsalz-Tabletten mindestens 1 Stunde stehen gelassen werden. Danach gießen Sie die Mineralsalz-Augentropfen-Mischung vorsichtig durch einen Kaffee- oder Tee-Papier-Filter in eine gereinigte Tröpfchenfläschen, welche Sie aus Ihrer Apotheke erhalten können.

Grund: Somit kann möglichst wenig Laktose das bereits gereizte Auge weiterhin reizen.

Vor dem Eintröpfeln der biochemischen Mineralsalz-Augentropfen-Mischung sollte das betroffene Auge mit lauwarmen abgekochtem Wasser mittels eines sauberem Tuches vorsichtig abgetupft bzw. ausgetupft werden. Beim Austupfen haben sich auch verschiedene Heilkräuter-Tees als sehr wirksam bewährt.

  • Bei chronischen Verlaufsformen hat sich die folgende biochemische Mineralsalz-Mischung sehr bewährt:

Sie besteht aus folgenden biochemischen Mineralsalzen:

Nr. 3 Ferurm phosphoricum D6 zusammen mit

Nr. 6 Kalium sulfuricum D6 zusammen mit

Nr. 8 Natrium chloratum D6 morgens und mittags jeweils 10 Tabletten

Nr. 9 Natrium phosphoricum D6 zum Abend hin zusammen mit

Nr. 11 Silicea D12 zusammen mit

Nr. 12 Calcium sulfuricum D6 mit jeweils 10 Tabletten über einen längeren Zeitraum von mindestens 3 Monaten täglich verabreichen.

Die Therapie für chronische Konjunkitiden sollte mindestens 3 bis 4 Monate täglich eingehalten werden, damit sich kein Reizidiv und die leeren Mineralsalz-Speicher im Organismus des Pferdes wieder gut füllen können.

Des Weiteren können sowohl in der Veterinärmedizin als auch in der Naturheilkunde Augentropfen bestehend aus dem Blutserum des erkrankten Pferdes als adjuvante Behandlungsmöglichkeit eingesetzt werden.

Die naturheilkundlichen Behandlungsmethoden, wie die Behandlung mittels der biochemischen Mineralsalz nach Dr. med. W. H. Schüßler kann sehr gut mit der klassischen Homöopathie also auch mit der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und der schulmedizinische Therapie untereinander kombiniert oder jeweils einzeln eingesetzt werden. Es kommt hierbei auf die Schwere der Erkrankung an. Besprechen Sie Ihre möglichen Behandlungsschritte mit dem jeweiligen Spezialisten bestehend aus Tierarzt, Heilpraktiker oder auch Tierheilpraktiker.

Bildnachweis: dentalfoto / stock.adobe.com

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