Kinder- & Jugendgesundheit

Elternarbeit: Was können Sie bei ADS und ADHS tun?

Bei der Behandlung von Kindern mit ADS oder ADHS steht die Therapie auf mehreren Säulen. Die medikamentöse Behandlung, die pädagogische Förderung, die psychotherapeutische Unterstützung und als wichtigste Säule die Elternarbeit. Wie können Eltern ihr Kind erfolgreich unterstützen?

Wenn das Kind die Diagnose AD(H)S erhält, ist das für viele Eltern oftmals eine Erleichterung. Denn jetzt haben Sie endlich Klarheit, warum ihr Kind so unkonzentriert, impulsiv oder auch hyperaktiv ist. Und endlich erhält ihr Kind auch Therapien, die ihm helfen können. Je nach Ausprägung der Beschwerden werden folgende Therapien durchgeführt:

  • Medikamentöse Therapie (Ritalin oder Homöopathie)
  • Pädagogische Förderung (bei zusätzlicher Legasthenie oder Dyskalkulie)
  • Ergotherapie (bei möglichen Defiziten in der Motorik und Koordination)
  • Verhaltenstherapie 
All diese Maßnahmen zielen allein auf das Kind ab. Genauso nötig und wichtig ist jedoch, dass Eltern wissen, wie sie mit ihrem Verhalten ihrem Kind am besten helfen können. Eltern sind die wichtigsten Bezugspersonen für das Kind und prägen seine Entwicklung in besonderem Maß. Sie können durch ihre enge Beziehung und tägliches Zusammensein das Kind am wirkungsvollsten unterstützen.

Idealerweise besuchen Eltern hierfür ein sogenanntes Elterntraining. In diesem werden ausführlich Verhaltensweisen und Lösungsstrategien aufgezeigt, die das Miteinander in der Familie stark verbessern können. 

Die häufigsten Probleme, die bei AD(H)S Kindern auftreten und wie Sie damit am besten umgehen
Die Hausaufgabensituation

Diese ist in den meisten Familien eine tägliche Herausforderung und belastet das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern oft enorm. Von Lehrern wird empfohlen, dass das Kind seine Hausaufgaben alleine erledigen soll. Aber Kinder mit AD(H)S sind damit häufig überfordert und auf die Hilfestellung der Eltern angewiesen. Unterstützen Sie Ihr Kind, indem Sie ihm während der Hausaufgaben als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Folgende Punkte sollten Sie zudem beachten:  

  • Hausaufgaben möglichst zur gleichen Zeit und am gleichen Ort erledigen. Der Schreibtisch ist frei von Dingen, die das Kind ablenken könnte.
  • Erstellen Sie mit dem Kind einen Zeitplan für die zu erledigenden Hausaufgaben und für das Vorbereiten von Schulaufgaben. Motivieren Sie mit kleinen wöchentlichen Belohnungen für das Einhalten des Plans (z. B. mit einem Kino- oder Schwimmbadbesuch am Wochenende).
  • Loben Sie Ihr Kind, wenn es die Hausaufgaben gut gemacht hat. Lob motiviert – auch für die folgenden Tage.
  • Vermeiden Sie Diskussionen. AD(H)S-Kinder möchten ihre Hausaufgaben immer verschieben bzw. sind der Meinung, die Aufgaben sind nicht nötig oder sie wissen sowieso schon alles. Bleiben Sie sich ruhig und konsequent. 
  • Oftmals hilft ein Wecker für bestimmte Aufgaben. Stellen Sie zum Beispiel 20 Minuten für die Mathe-Aufgaben ein und motivieren Sie Ihr Kind, sich in dieser Zeit nur auf diese Aufgabe zu konzentrieren. Wenn der Wecker klingelt, wird das Kind erstaunt sein, wie viel es tatsächlich geschafft hat.

Alltagsprobleme

AD(H)S-Kinder sind oft vergesslich, zerstreut und unstrukturiert. Kleinste Aufforderungen, wie zum Beispiel Zähne putzen, sind dadurch Auslöser für endlose, immer wiederkehrende Diskussionen. Ein paar Hilfestellungen, die viel bewirken:

  • Erstellen Sie einen Punkteplan. In diesem werden zwei bis drei Dinge aufgelistet, die trainiert werden sollen. Zum Beispiel Hausaufgaben erledigen, Schulranzen eigenständig packen und Zähne putzen. Die Liste ließe sich mit Sicherheit noch sehr erweitern, nehmen Sie aber für den Anfang nicht zu viele Dinge. Das Kind ist sonst schnell überfordert und dadurch unmotiviert. Tragen Sie täglich in die Liste ein, ob das Kind die Punkte erfüllt hat. Wurden die gewünschten Dinge erledigt, erhält das Kind am Wochenende eine Belohnung. 
  • Loben Sie Ihr Kind, wann immer es einen Grund gibt. Kinder lernen nicht durch ihre Fehler, Kinder lernen durch Erfolg. Nur durch Erfolg entsteht Motivation zum Lernen. Loben Sie daher auch die kleinsten Fortschritte und Anstrengungen.
  • Machen Sie sich die positiven Seiten Ihres Kindes bewusst und versuchen, diese zu stärken. Das Selbstwertgefühl von AD(H)S-Kindern ist durch die Reaktionen in der Familie und der Umwelt oftmals vermindert und das Kind ist dankbar für jede Anerkennung.  
  • Alle Kinder brauchen konsequente Erziehung, aber AD(H)S Kinder in ganz besonderem Maß. Machen Sie sich bewusst, dass nur die Einhaltung angedrohter Konsequenzen Erleichterung für die Zukunft bringt. 
  • Versuchen Sie manche Sachen etwas lockerer zu nehmen und lachen Sie auch einmal bei wieder vergessenen Turnbeuteln. 

Seien Sie geduldig mit der Einforderung neuer Regeln und Rituale und zeigen Sie Verständnis, wenn nicht sofort alles klappt. Ihr Kind muss erst lernen, neue Dinge zu meistern.

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Dieser Artikel wurde noch nicht bewertet!
Please wait...

Über Ihren Experten

Britta Ganzmann