Homöopathische Mittel

Magnesium carbonicum als homöopathisches Konstitutionsmittel

Magnesium carbonicum als homöopathisches Konstitutionsmittel
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geschrieben von Marion Walsdorff

Magnesium carbonicum ist eines der großen Konstitutionsmittel in der Klassischen Homöopathie. Verlassenheit, Unterernährung, emotionaler Mangel in der Kindheit sind Schlagworte, die mit allen homöopathischen Magnesium-Mitteln verbunden werden. Lesen Sie hier, welche Symptome auf Magnesium carbonicum hinweisen.

Magnesium carbonicum – emotional unterversorgt

Das klassische Bild von Magnesium carbonicum ist das eines Waisenkindes. Allein, verlassen, ohne emotionale Unterstützung muss es aufwachsen. Und es schafft es auch irgendwie. Allerdings nicht ohne heftige Symptome auszubilden, die aus der Unterversorgung heraus zu verstehen sind.

Besonders anfällig für Erkrankungen sind die Nerven, die Muskulatur und die Verdauungsorgane. Alle Ausscheidungen riechen sauer. Wärme und Ruhe verschlimmern die Beschwerden, obwohl Magnesium-carbonicum-Typen eher frostiger Natur sind.

Magnesium carbonicum für Säuglinge mit Blähungskoliken und Milchunverträglichkeit

Säuglinge, die schwach und mager sind und die Muttermilch nicht vertragen, benötigen häufig Magnesium carbonicum. Besonders, wenn übelriechende Durchfälle auftreten, die sehr sauer riechen, ist Magnesium carbonicum das erste Mittel der Wahl.

Das Verdauungssystem scheint mit der Aufnahme der Milch überfordert und reagiert mit einer heftigen Abwehr. Die Blähungskoliken setzen vor allem nachts zwischen 2 und 3 Uhr ein oder während der Zahnung. Der Säugling hat viel Durst und trinkt gerne Wasser. Hunger und Appetit können herabgesetzt sein.

Magnesium carbonicum als Konstitutionsmittel für Erwachsene

Erwachsene Menschen, die Magnesium carbonicum als homöopathisches Konstitutionsmittel benötigen, erzählen in der Anamnese häufig, dass ihre Eltern keine Zeit für sie hatten. In ihrem Zuhause herrschte in der Regel eine Atmosphäre, die ihnen wenig Geborgenheit gegeben hat.

In der Gegenwart klagen sie über eine große Unruhe, eine erhöhte Reizbarkeit und die Angst, unheilbar krank zu sein. Körperliche Beschwerden die auf Magnesium carbonicum als Konstitutionsmittel hinweisen sind:

  • Neuralgien besonders Trigeminusneuralgie links – schlimmer in Ruhe, besser durch Umhergehen
  • nächtliche Wadenkrämpfe – besser durch Bewegung
  • große Mattigkeit nach dem Essen
  • Abmagerung trotz guten Appetits (dd. Natrium muriaticum)
  • Unverträglichkeit von warmen Speisen – besonders bei Kindern (sie bekommen einen roten Kopf nach dem Essen und fühlen sich generell nicht wohl)
  • migräneartige Kopfschmerzen, meist halbseitig – besser durch Wärme
  • tagsüber schläfrig, nachts wach
  • Druckempfindlichkeit der Schilddrüse
  • krampfartiger Husten schlimmer im warmen Zimmer
  • saure Durchfälle, wässrig, herausschießend
  • verspätete Menstruation
  • Halsschmerzen, Schnupfen und Husten vor jeder Periode
  • periodisch auftretende Beschwerden, beispielsweise alle 3 Tage oder einmal im Monat
  • Überempfindlichkeit gegen Kälte, große Frostigkeit, aber Unverträglichkeit von Wärme
  • wird im Bett nicht warm (dd: Psorinum)
  • saurer Nachtschweiß
  • salziger, bitterer oder saurer Geschmack im Mund
  • saures Aufstoßen
  • Sodbrennen
  • Milchunverträglichkeit bei Säuglingen (Muttermilch wird nicht vertragen)
  • Blähungskoliken mit starken Winden, schlimmer nachts
  • morgendliche Durchfälle gegen 3 Uhr morgens
  • Verlangen nach sauren Früchten
  • Verlangen nach Fleisch und Fleischbrühe
  • Appetitlosigkeit morgens, gesteigerter Appetit nachmittags und abends
  • großer Durst nachmittags und abends, häufig auch nachts

Modalitäten die auf Magnesium carbonicum als homöopathisches Mittel hinweisen

Verschlechterung der Beschwerden durch:

  • Wärme
  • Essen
  • Schlaf
  • Ärger
  • geistige Anstrengung
  • in Ruhe

Besserung der Beschwerden durch:

  • Bewegung
  • frische Luft
  • durch Wärme (nur der migräneartige Kopfschmerz wird durch Wärme gebessert)

Fazit

Magnesium carbonicum gilt als großes Konstitutionsmittel in der Homöopathie. Es ist angezeigt für Menschen, die eine emotionale Unterversorgung in der Kindheit erlebt haben und für Kinder, die die Muttermilch nicht vertragen. Der Magnesium-carbonicum-Typ ist mit jeder Art von Kontakt überfordert, so dass es zu vielen Beschwerden infolge von Nähe zu anderen Menschen kommt.

Typische Beschwerden, die auf Magnesium carbonicum deuten, sind neuralgische Beschwerden wie beispielsweise eine Trigeminus-Neuralgie, Verdauungsbeschwerden wie Magenschmerzen mit Sodbrennen oder wässrige Durchfälle und Beschwerden der Muskulatur wie nächtliche Wadenkrämpfe.

Magnesium carbonicum wird auch Säuglingen bei Gedeihstörungen erfolgreich verabreicht, wenn das Gesamtbild mit dem Mittelbild von Magnesium carbonicum übereinstimmt

Differentialdiagnose zu ähnlichen homöopathischen Mitteln:

Viele andere homöopathische Mittel weisen in Teilbereichen Übereinstimmungen mit dem Mittelbild von Magnesium carbonicum auf. So können wässrige Durchfälle während der Zahnung auch mit Chamomilla behandelt werden. Morgendliche Durchfälle reagieren auch gut auf das homöopathische Mittel Sulfur.

Eine Verschlimmerung der Beschwerden mit einer Auftreibung des Leibes und dem Abgang von Blähungen kann ebenso auf Lycopodium, Sulfur oder Chininum sulfuricum hinweisen. Die Besserung aller Beschwerden an der frischen Luft findet sich auch im Mittelbild von Pulsatilla. Die Unverträglichkeit von Muttermilch kann auch auf das homöopathische Mittel Silicea hinweisen.

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