Tagesgeld bei Direktbanken: Was bieten Online-Banken?

Tagesgeld bei Direktbanken: Was bieten Online-Banken?

Welche großen Banken stehen eigentlich hinter den Online-Anbietern von Tages- und Festgeldanlagen, die mit hohen Zinsen werben? Wie sicher sind die Anlagen bei ausländischen Direktbanken und wer greift im Falle einer Bankenpleite?

Direktbanken werben in der Regel mit doppelt so hohen Zinsen wie Filialbanken. Trotzdem scheuen sich viele Sparer davor, ein Konto bei einer reinen Online-Bank zu eröffnen, da ihnen die Namen der Banken nichts sagen und sie nicht wissen, wer sich dahinter verbirgt. Verbraucher erkennen oft nicht auf den ersten Blick, welche Muttergesellschaft hinter einer Direktbank steckt, denn nicht alle Online-Töchter haben ähnlich lautende Namen wie die Mütter (z. B. Commerzbank und Comdirect).

Hinter den meisten Online-Banken stehen jedoch renommierte deutsche oder ausländische Kreditinstitute. Lesen Sie nachfolgend, welche Direktbank welchem Mutterkonzern zuzuordnen ist und bis zu welchem Betrag die Einlagen abgesichert sind.

MoneYou
Hinter dem Online-Anbieter von Tages- und Festgeldkonten steht eine der größten niederländischen Banken, die ABN AMRO Bank, die zu 100 Prozent dem niederländischen Staat gehört. MoneYou erhielt 2010 in den Niederlanden wiederholt einen Preis für dauerhaft gute Zinsen und war im September 2011 auf Platz 2 der Tagesgeldkonten beim Finanztest der Stiftung Warentest. Eine Mindestanlage ist für das kosten- und gebührenfreie Konto nicht erforderlich. Wenn Sie online ein Konto bei MoneYou eröffnen, wird dieses bei der ABN AMRO Bank in Frankfurt geführt. Geldanlagen sind durch das niederländische Einlagensicherungssystem pro Kunde und Konto bis zu 100.000 Euro abgesichert.

IKB direkt
Die Online-Tochter der 1924 gegründeten IKB Deutsche Industriebank AG mit Sitz in Düsseldorf konzentriert sich auf Tages- und Festgeldanlagen für Privatkunden. Aufgrund ihres Zinsangebots befindet sich die IKB direkt immer wieder unter den Top 20 Tagesgeldkonten (September 2011 Platz 7) bei Stiftung Warentest. Die Mindestanlagesumme für das kostenlose Konto beträgt 5.000 Euro. Als deutsche Bank ist das Unternehmen Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Einlagen sind mit bis zu 654,75 Millionen Euro pro Kunde abgesichert.

Akf Bank
Hinter der akf Bank, die beim Finanztest der Stiftung Warentest in punkto hohe Tagesgeldzinsen immer wieder auf den vorderen Plätzen auftaucht, steht die Wuppertaler akf-Gruppe, an welcher der Vorwerk-Konzern über 90 Prozent der Anteile hält. Die Bank, die als Finanzierungspartner des Mittelstandes fungiert, bietet für Privatkunden über das Internet hoch verzinste Tages- und Festgeldkonten an. Die Mindestanlage für das kostenlose Tagesgeldkonto beträgt 2.500 Euro. Die akf Bank ist der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken angeschlossen. Geldanlagen pro Kunde sind bis zu 100.000 Euro abgesichert.

NIBC Direct
Die Online-Marke der 1945 von der niederländischen Regierung gegründeten NIBC Bank bietet neben Tages- und Festgeldkonten auch Depots an. Die NIBC ist seit 2005 auch als Handels- und Geschäftsbank mit einer Niederlassung in Frankfurt am Main vertreten. Für das kostenlose Tagesgeldkonto, das sich beim Finanztest der Stiftung Warentest immer wieder auf den vorderen Plätzen der Top 20 der Tagesgeldkonten befindet, ist keine Mindestanlage erforderlich. Geldanlagen sind durch das niederländische Einlagensicherungssystem pro Kunde und Konto bis zu 100.000 Euro abgesichert.

Veröffentlicht am 27. September 2011
Autor
Cornelia Lohs