Aktien & Börse

Bernard Madoff nutzt das Ponzi-Spiel

Bernard Madoff nutzt das Ponzi-Spiel
geschrieben von Rolf Morrien

Im ersten Teil der Themenreihe „Betrug an der Börse“ habe ich Ihnen berichtet, wie Charles Ponzi mit seinem Schneeball-System bereits Anfang der 1920er Jahre die gutgläubigen Anleger um ihr Vermögen prellte. Im zweiten Teil der Serie stelle ich Ihnen Bernard Madoff, den bisher größten Börsenbetrüger aller Zeiten vor, der sich ebenfalls „Ponzis Spiel“ zu nutzen machte.

Bernard Madoff – Vom gefeierten Börsenstar zum Gefängnis-Insassen
Es ist gar nicht lange her, da kreiste unter reichen, privaten und institutionellen Anlegern ein Name als Beispiel für ein geniales Börsen-Genie: Bernard Madoff. Der Betrüger schien auf magische Weise Geld vermehren zu können. Mittlerweile wird seine Visitenkarte nicht mehr als Insider-Tipp der Reichen verteilt. Das "Börsen-Genie" sitzt im US-Bundesstaat North-Carolina im Gefängnis und muss eine 150jährige Gefängnisstrafe absitzen.

Bernard Madoff hat einen Gesamtschaden von etwa 65 Mrd. Dollar verursacht und ist der mit Abstand größte Betrüger aller Zeiten. Die Zahl der geschädigten Anleger beläuft sich zwar unmittelbar nur auf 4.800 Madoff-"Kunden", doch mittelbar ist die Zahl weitaus größer (über Fonds und Zertifikate). Namhafte Hollywood-Stars, wie etwa der Produzent Steven Spielberg, gehören zu diesem erweiterten Kreis der Geschädigten.

Madoffs Investmentstrategie: Fälschen von Depotauszügen
Vor Gericht gestand Bernard Madoff, bereits seit Anfang der 1990er nicht mehr investiert zu haben. Den Kunden schickte er dennoch bis zu seiner Verhaftung gefälschte Depotauszüge, die den Betrug überdecken sollten. Wie bereits Ponzi, hat auch Bernard Madoff die Rückzahlungsforderungen von Alt-Investoren mit neuen Kundengeldern bezahlt. Als während der Finanzkrise immer mehr Kunden die Gelder zurückforderten, brach das Kartenhaus in sich zusammen.

Bernard Madoffs Betrug beschränkte sich nicht nur auf die USA. Anleger auf der ganzen Welt verloren Millionen oder sogar Milliarden. In Deutschland ist die Zahl der direkten Opfer mit etwa 20 Kunden gering. Da aber vornehmlich private Kunden in die betroffenen Dachfonds und Zertifikate investierten, ist auch hier der Schaden sehr groß. Die Anzahl der mittelbar geschädigten Privatanleger ließ sich nicht ermitteln.

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Rolf Morrien

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