Familie

Nicht nur das Alter entscheidet: 5 Tipps zum Thema Taschengeld

Ganz gleich, ob Süßigkeiten, Comic-Hefte oder Kinokarten – die Preise für die meisten Alltagsartikel im Leben eines Kindes steigen stetig. Diese Entwicklung sollte bei der Frage nach der richtigen Höhe des Taschengeldes nicht unberücksichtigt bleiben.

Aber welche Summe ist in welchem Alter angemessen? Und wie kann dies dem Nachwuchs anschaulich vermittelt werden?

1. Den Wert des Geldes erklären

Taschengeld erfüllt eine ganze Reihe wichtiger Funktionen. So lernen schon kleine Kinder durch den Umgang mit Münzen sowohl den Wert des Geldes, als auch die Auswirkungen eigener finanzieller Entscheidungen kennen. So kann die Freude über ein selbst erspartes Produkt genauso lehrreich sein, wie die Reue nach einem Fehlkauf. Wichtig ist gerade in dieser ersten Phase eine gute und stetige Begleitung durch die Eltern.

Stehen Sie Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter zur Seite und werden Sie beratend tätig. Überlassen Sie dem Kind hierbei aber immer die letzte Entscheidung. Lassen Sie auch absehbare Misserfolge zu und nutzen Sie diese Erfahrungen für eine nachträgliche gemeinsame Auswertung.

2. Taschengeldtabellen bieten eine erste Orientierung

Bei der Frage nach einer richtigen und angemessenen Höhe des Taschengeldes spielt in erster Linie das Alter des Kindes eine wichtige Rolle. Grundsätzlich sollte Ihr Kind weder so wenig Taschengeld bekommen, dass es sich eigentlich gar nichts selbst leisten kann, noch ist eine übertrieben großzügige Summe sinnvoll. Um eine gewisse Orientierung hinsichtlich einer vernünftigen Höhe der wöchentlichen oder monatlichen Zahlungen zu bekommen, sind die Taschengeldtabellen der Jugendämter eine gute Hilfe. Hiernach ergeben sich folgende Summen:

  • Kinder zwischen 4 und 5 Jahren: 0,50 EUR pro Woche
  • Kinder zwischen 6 und 7 Jahren: 1,50 EUR pro Woche
  • Kinder zwischen 8 und 9 Jahren: 2,00 EUR pro Woche

Wenn Ihr Kind den zehnten Geburtstag erreicht hat, empfiehlt sich die Umstellung auf eine monatliche Auszahlung mit folgenden Beträgen:

  • Kinder zwischen 10 und 11 Jahren: 13 EUR pro Monat
  • Kinder zwischen 12 und 13 Jahren: 18 EUR pro Monat
  • Kinder zwischen 14 und 15 Jahren: 25 EUR pro Monat
  • Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren: 35 EUR pro Monat

3. Individuelle Vereinbarungen berücksichtigen

Betrachten Sie die Taschengeldtabellen der Jugendämter nicht als starre Vorgaben, sondern beziehen Sie in die Überlegungen hinsichtlich einer angemessenen Höhe immer auch die Frage ein, welche Anschaffungen Ihr Sohn oder Ihre Tochter vom ausgezahlten Taschengeld tatsächlich bestreiten soll. Kinder, die auch Kleidungsstücke sowie Hygieneartikel vom Taschengeld bezahlen müssen, benötigen einen höheren Betrag, als dies bei einer ausschließlichen Verwendung des Geldes für Spaß- und Freizeitaktivitäten erforderlich ist.

Besprechen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wie Sie sich die Verwendung des Taschengeldes vorstellen und legen Sie dann einen vernünftig bezifferten Betrag fest.

4. Erklären Sie Ihrem Kind die familiäre Gesamtsituation

In welcher Höhe Taschengeld an den Nachwuchs ausgezahlt werden kann, hängt immer auch von der familiären Gesamtsituation ab: Wie hoch ist das monatliche Einkommen der Eltern? Wie hoch sind die Ausgaben für Miete und andere Verpflichtungen? Sind Geschwister vorhanden, die ebenfalls Taschengeld bekommen?

Damit Ihr Kind begreift, dass all diese Faktoren bei der Festlegung der Taschengeldhöhe zu berücksichtigen sind, sollten Sie in einer dem Alter des Kindes angemessenen Weise mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter gemeinsam ein derartiges "Haushaltsplangespräch" führen und ihm oder ihr die Gründe für Ihre Entscheidung anschaulich vermitteln.

5. Taschengeld aufs Konto überweisen

Wenn die Kinder größer werden kann es sinnvoll sein, die Zahlung des monatlichen Taschengeldes über ein extra dafür eingerichtetes Konto abzuwickeln. Dieses Konto kann dann später auch für die Überweisung der Ausbildungsvergütung oder von Bafög-Leistungen genutzt werden. Durch die Einrichtung eines eigenen Girokontos erlernen ältere Kinder und Jugendliche sehr gut den Umgang mit unbaren Zahlungsmitteln und entwickeln auf diese Weise ein Gespür für Bankgeschäfte.

Viele Kreditinstitute bieten Girokonten für Schüler oder Auszubildende gebührenfrei an. Nutzen Sie diese zusätzliche Möglichkeit, Ihren Kindern die Abwicklung finanzieller Angelegenheiten nahezubringen.

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.