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Erfolgreiche Teamführung: Lernen Sie 5 Kommunikationsstile nach Satir

Lesezeit: 5 Minuten Sind Sie Führungskraft? Wann haben Sie zuletzt überlegt, wie Ihr Verhalten sich auf Ihre Mitarbeiter auswirkt? Die Kenntnis der verschiedenen Kommunikationsstile der Mitarbeiter im Kontext zu Ihrem eigenen Stil hilft zu erfolgreicher Teamführung und zu einem erfolgreicheren Miteinander.

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Erfolgreiche Teamführung: Lernen Sie 5 Kommunikationsstile nach Satir

Erfolgreiche Teamführung: Lernen Sie 5 Kommunikationsstile nach Satir

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Die vier „inkongruenten“ Kommunikations-Stile, wie sie von der Familientherapeutin Virginia Satir formuliert wurden, haben negative Auswirkungen auf den Verlauf der Kommunikation.

Der fünfte Stil ist „kongruent“ und damit kommunikationsfördernd, denn der Mensch, der ihn einsetzt, „sendet“ übereinstimmende körpersprachliche und verbale Signale. Diese Kommunikationsarten können Sie auch bei Kollegen, Mitarbeitern und in Teams wiederfinden.

Inkongruente Kommunikationsstile

Innerhalb der vier Kommunikationsstile können spezifische Merkmale der Körpersprache und auch der verbalen Kommunikation festgestellt werden, die den jeweiligen Stil auszeichnen. Diese werden in normalen Situationen nicht deutlich, aber wenn der Mensch unter Stress steht, können sie beobachtet werden. Die Verhaltensweisen sind im Laufe der Entwicklung herausgebildet worden und dienen dem Schutz des Selbstwertgefühls. Im Bereich des NLP (neurolinguistischen Programmierens) wird viel mit diesen Kommunikationsstilen gearbeitet.

Eigenschaften der Kommunikationsstile

Allen vier Kommunikationsstilen sind einige Eigenschaften gemeinsam, die Satir wie folgt beschrieb:

  • Sie verfügen über ein geringes Selbstwertgefühl.
  • In ihrer Kommunikation verhalten sie sich unklar (für den Kommunikationspartner schwer zu interpretieren), was vom Beschwichtigen bis zur Anklage reichen kann.
  • Zu den Regeln, die sie befolgen, gehört: Sie kommunizieren kryptisch (undeutbar), in der Situation unpassend, sie bleiben in ihrer Meinung starr, und wenn Veränderungen stattfinden, dann nur unter strikter Einhaltung der eigenen Regeln, Meinungsäußerungen anderer werden (zumindest innerlich) beschränkt.
  • Im Ergebnis können diese Personen sich selbst immer weniger leiden, sie reagieren häufig unangemessen und können dadurch chaotische Zustände herbeiführen. Sie können in ihrem personellen Umfeld unwiederbringliche Schäden anrichten. In der Folge wird Ihr Selbstwert dadurch weiter geschmälert, und nur durch massive Unterstützung durch andere Kommunikationspartner ist eine Kommunikation fortführbar.

Der kongruente Typ

Bei diesem Typ stimmen Körpersprache, Mimik und Rhetorik überein. Seine Worte spiegeln genau wieder, was er fühlt. Nach Satir kommt Kongruenz aus einer wertschätzenden Grundhaltung eines Menschen. Er verhält sich stets wertschätzend, sich selbst und anderen gegenüber, und beurteilt das Verhalten eines Menschen, nicht seine Herkunft. Er erkennt die Einzigartigkeit eines jeden anderen Menschen an.

Die 5 Kommunikationsstile nach Satir

1. Der „Beschwichtiger „ ist ich-bezogen, er meint stets, alles falsch zu machen. Er will geliebt werden und meint, das dadurch zu bekommen, dass er dem Gegenüber Gutes tut. Er fühlt sich ohne die Anerkennung des anderen wertlos. Er braucht Bestätigung von Ihnen, fragt Sie um Rat, bittet Sie um Entscheidungen, die eigentlich in seinen Verantwortungsbereich fallen, weil er sie allein nicht treffen kann. Als Führungskraft hat er die größten Probleme, weil er sich nicht durchsetzen kann. Er wird von den Mitarbeitern nicht als Autorität wahrgenommen, vertritt keinen eigenen Standpunkt.

Verbale Kommunikation: Er schränkt seine eigene Meinung selbst ein: „ich meine ja, aber…“ und spricht gern im Konjunktiv „es wäre schön, wenn Sie das machen würden“. Er entschuldigt sich oft und ändert seine Meinung nach dem jeweiligen Umfeld. Er benutzt Worte, die Zustimmung ausdrücken „ich gebe Dir da absolut Recht“ oder verbale Unterwürfigkeit „ja, wenn Du meinst, dann machen wir es so“.

Nonverbale Kommunikation: Mit körpersprachlichen Signalen wie einer leisen Stimme signalisiert er Hilfebedürfnis, er macht Verschließbewegungen (Schultern nach vorn, gesenkter Kopf, niedergeschlagene Augen).

Der Beschwichtige verfügt über ein hohes Einfühlungsvermögen; er versucht, harmonisierend auf andere Kommunikationspartner einzuwirken, und auf alle einzugehen. Das wirkt im Teamumfeld ausgleichend, und seine Eigenschaft, anderen Gutes tun zu wollen, macht ihn zum Gastgeber und Harmonisierer.

2. Der „Ankläger“ orientiert sich nach außen, er hält sich für unangreifbar, will zumindest so erscheinen. Er möchte beachtet werden. Aus dem Gefühl heraus, nicht wahrgenommen zu werden, hofft er, mit aggressiver Selbstdarstellung Aufmerksamkeit zu erreichen. Im Grunde fühlt er sich minderwertig und kompensiert dies dadurch, dass er andere unter sich fühlen will, um auf sie herabzublicken. Damit verliert er den Kontakt zu ihnen und fühlt sich nun alleingelassen. Zur Selbstdarstellung gehört, sich beweisen und im Mittelpunkt stehen zu wollen.

Als Führungskraft hat der Ankläger in autoritär geführten Unternehmen alle Möglichkeiten aufzusteigen. Seine Mitarbeiter werden die Dominanz und Aggressivität mit innerer Kündigung beantworten, was zur Schmälerung der Produktivität führt. Als Mitarbeiter hat der Ankläger alle Mühe, vom Team nicht geächtet zu werden.

Trotz seines Wissens wird er es schwer haben, anerkannt zu werden. Auch wenn er in gewohnter Weise seine Meinung durchsetzen will und das auch kann, wird er bald das Team gegen sich haben. Der Ankläger greift lieber andere an, als über sein eigenes Verhalten zu reflektieren: „Angriff ist die beste Verteidigung“. Er fordert heraus, sucht nach den Fehlern des anderen, um ihn bloßzustellen und damit von sich abzulenken, stellt sich oft wider besseres Wissen auf die Gegenseite; dabei sind emotionale Verletzungen nicht selten.

Verbale Kommunikation: „Ohne Dich kämen wir hier schneller
voran“, „Du hast diesen und jenen Fehler, deshalb funktioniert es
nicht“, „Du machst nie etwas richtig“. Der Wortschatz Anklägers enthält
oft Pauschalierungen, falsche Schlüsse und ungerechtfertigte Anwürfe.

Nonverbale Kommunikation: Dieser Typ spricht mit harter Stimme, laut und durchdringend.

Mit einer verbreiternden, dominanten und angreifenden Körperhaltung
demonstriert er seine vermeintliche Machtstellung. Die erhöhte
Körperspannung wird auch in der kurzen Atmung spürbar. Positiv an diesem
Kommunikationsstil ist, dass der Ankläger durch seine distanzierte
Sichtweise in Konfliktsituationen schnell den Kern der Sache erkennt.

3. Der „Rationalisierer“ verharmlost bedrohliche Situationen und nimmt sie für sich und sein Umfeld nicht wahr. Er abstrahiert stark, wirkt dadurch überkorrekt und vermittelt ein eher unpersönliches Bild von sich. Emotionale Regungen und Bedürfnisse sind ihm fremd, zumindest lässt er sie nicht zu. Ein Unterschreiten der persönlichen Zone empfindet er als Bedrohung und geht lieber auf Distanz. Dialoge sind nicht so sehr seine Welt wie Monologe oder Reden.

Er ist stark im Abstrahieren und Denken, Logik gibt ihm Sicherheit. Die Distanz zu anderen Menschen und seine vermeintliche Klugheit schafft dem Rationalisierer ein Gefühl der Überlegenheit, was ihm hilft, mit seinen Unzulänglichkeitsgefühlen fertig zu werden. Als Mitarbeiter hat es der Rationalisierer schwer, mit dem Team warm zu werden. Als Führungskraft wird er wenige Freiheiten bei seinen Mitarbeitern zulassen.

Verbale Kommunikation: „Rein sachlich betrachtet, sieht das in
meinen Augen aus wie…“, „Man muss das mal von der Warte eines
Unbeteiligten sehen“, „Genau genommen hat man…“; persönliche Ansprachen,
Beziehungsthemen oder die Kommunikation generell sind stark
eingeschränkt. Stattdessen wird im unpersönlichen Passiv gesprochen.

Nonverbale Kommunikation: Im Stress bleibt er ruhig. Mit monotoner Stimme und fast unbeweglichem Körper wirkt er eher steif und ungelenk.

Als Führungskraft und als Mitarbeiter hat der Rationalisierer den
Vorteil, dass er sich nicht ins Stressgeschehen hineinziehen lässt,
sondern seine Distanziertheit benutzen kann, um nach den Ursachen zu
forschen und dadurch einen Lösungsansatz zu finden.

4. Der „Ablenker“ hat das Gefühl, Aufmerksamkeit um jeden Preis erzwingen zu müssen. Dafür ist ihm fast jedes Mittel recht. Wenn seine extremen Verhaltensweisen zu kritischen Situationen führen, nimmt der Ablenker diese nicht wahr und kann Kritik nicht adäquat begegnen. Auch in der Partnerschaft bleibt der Ablenker vage und wenig engagiert. Im Team ist er keine Bereicherung, denn weder kann man sich auf seine Aussagen noch auf seine Zuverlässigkeit verlassen. Ausweichendes, ignorantes Verhalten verunsichert sein Gegenüber.

Verbale Kommunikation: Er kommt „vom hundersten in tausendste“, seiner Rede ist nur schwer zu folgen.

Nonverbale Kommunikation: Schnelle Sprachgeschwindigkeit und eher unkoordinierte „unrunde“ Bewegungsabläufe lassen ihn abwesend erscheinen.

5. Nur der kongruente Kommunikationsstil führt zum Erfolg

Zusammenfassend ist zu sagen, dass einzig der kongruente Stil dazu beiträgt, dass Unternehmenskommunikation in die richtige Richtung verläuft. Die gesprochenen Worte passen zur Mimik, zum körperlichen Ausdruck, und zum körpersprachlichen Element der Rhetorik. Wenn Menschen sich in der Kommunikation so verhalten, können sie leicht, frei und ehrlich miteinander umgehen und die Gesprächspartner fühlen sich in ihrer Selbstachtung kaum bedroht.

Bildnachweis: contrastwerkstatt / stock.adobe.com

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