von Michael-Alexander Beisecker, veröffentlicht in Betriebssysteme
Enthält Ihr Windows 7 noch Restmüll vom Service Pack 1?
Haben Sie einen neuen Rechner mit vorinstalliertem Windows 7 gekauft, sollten Sie immer überprüfen, ob das Windows 7 Service Pack 1 (SP1) installiert ist. Das Windows 7 SP1 enthält alle bis zur Veröffentlichung erschienenen Sicherheits-, Leistungs- und Stabilitätsupdates und ist daher unverzichtbar.
Microsoft nennt als Vorteile zum Beispiel Verbesserungen bei der Verbindung mit HDMI-Audiogeräten, beim Drucken mit dem XPS-Viewer und beim Wiederherstellen von vorherigen Ordnern in Windows Explorer nach einem Neustart. Die Bezugsquellen für das Windows 7 SP1 und nachfolgende Updates finden Sie am Ende dieses Artikels.
Das Windows 7 SP1 ist jedoch nicht nur sehr wichtig, es ersetzt auch große Teile der Systemdateien von Windows 7 ist daher ein Speicherfresser. Microsoft gibt je nach Installationsmethode und Version (32 Bit oder 64 Bit) einen Speicherplatzbedarf von 750 MB bis 7,4 GB an.
Nach der Installation löscht Microsoft zwar die temporären Dateien oder die nächste (von Ihnen hoffentlich regelmäßig gestartete) Datenträgerbereinigung übernimmt das, die ersetzten Systemdateien von Windows 7 im Umfang von mehreren hundert Megabyte bleiben jedoch als Sicherheitskopie bis in alle Ewigkeit erhalten, wenn Sie diese nicht selbst löschen.
Windows 7 bringt zwar ständig irgendwelche Meldungen, um Sie auf Fehler oder Gefahren hinzuweisen, doch die "Altlasten" des SP1 verschweigt Windows 7 Ihnen. Es gibt auch keinen Menübefehl, um diese Aufgabe per Mausklick auszuführen, Sie müssen dazu einen kryptischen Befehl in der Eingabeaufforderung eingeben.
Dazu gibt Ihnen Microsoft auch keinen verständlichen Hinweis, welcher Befehl das ist und welches Programm Sie brauchen. Oder verbinden Sie mit einem "Tool zur Abbildverwaltung für die Bereitstellung" die Aufgabe, die Reste des Windows 7 SP1 zu beseitigen?
Die Funktion wird in der englischen Bezeichnung des Tools "Windows 7 SP1 cleanup Tool" deutlicher, die sinngemäß "Tool zum Aufräumen hinter Windows 7 SP1" bedeutet. Das hilft Ihnen aber auch nur bedingt weiter, es ist noch Hintergrundwissen erforderlich.
Denn dieses Tool mit der Funktion einer Windows-7-Müllabfuhr wird über das Programm DISM aufgerufen, der Abkürzung für "Deployment Image Servicing and Management" und das heißt nun wieder "Abbildverwaltung für die Bereitstellung".
Zum Löschen der Altlasten des Windows 7 SP1 öffnen Sie die Eingabeaufforderung, geben ein DISM-Kommando ein drücken die Eingabetaste. Dann führt DISM die Bereinigung automatisch aus und Sie können anschließend noch optional die Festplatte defragmentieren. Die folgende Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch die erforderlichen Aufgaben:
Die Schritte 4 und 5 sind nicht zwingend erforderlich, Windows 7 defragmentiert das Laufwerk ohnehin automatisch. Angesichts der großen freiwerdenden Speichermenge macht es jedoch Sinn, das Laufwerk sofort zu defragmentieren. Haben Sie ein Fremdprogramm zum Defragmentieren installiert, rufen Sie dieses statt der Windows-Defragmentierung auf und führen die Defragmentierung damit durch.
Microsoft liefert weitere Informationen zu DISM in der Technischen Referenz zur Abbildverwaltung für die Bereitstellung und der Übersicht der Befehlszeilenoptionen zur "Abbildverwaltung für die Bereitstellung". Letztere ist allerdings auf dem Stand von 2009, und da Microsoft die Befehlsübersicht für DISM nicht aktualisiert hat, fehlen wichtige Parameter, die zum Beispiel in der Anleitung in diesem Artikel verwendet werden.
Microsoft bietet Ihnen das Windows 7 SP1 über Windows Update an, Sie können die benötigte Version jedoch auch als Gesamtpaket herunterladen. Die Download-Seite stellt auch ein 1,9 GB großes Image bereit, das Sie auf eine DVD brennen und dann das SP1 von der DVD installieren.
Die wichtigsten Patches von Microsoft zu Windows 7 finden Sie im WinFuture Update Pack, das jeweils für 32 Bit und 64 Bit getrennt angeboten wird. Es gibt eine Vollversion aller erschienenen Patches seit dem Windows 7 SP1 und ein Upgrade seit dem letzten erschienenen Update Pack. Die Update Packs sind eine gute Alternative zu Windows-Update, denn damit ist eine Aktualisierung nicht nur schneller möglich, sondern auch dann, wenn Windows Update wegen eines Fehlers gerade wieder einmal versagt und auch kein Fix-it hilft.

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