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Wertpapierdepot: Darauf sollten Sie bei der Einrichtung achten

Lesezeit: 2 Minuten Die Auswahl an Banken ist groß und der Kunde fühlt sich schnell überfordert. Es bestehen enorme Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Oftmals treffen Börsen-Laien die falsche Wahl, was mehrere hundert Euro im Jahr kosten kann. Dieser Artikel hilft Ihnen bei der Suche nach dem richtigen Wertpapierdepot!

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Wertpapierdepot: Darauf sollten Sie bei der Einrichtung achten

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Depotkonto: Welche Varianten gibt es?

Ein Blick auf die Produktliste stiftet große Verwirrung. Einige Kreditinstitute sprechen von einem "Cash-Depot", während es andere als "Standarddepot" bezeichnen.

Generell ist zwischen diesen beiden Typen zu unterscheiden:

  • Cash-Depot
  • Margin-Depot

Bei einem Cash-Depot können Sie mit Wertpapieren handeln, sobald für ausreichend Liquidität gesorgt ist. Wenn Sie eine Summe von 4.000 Euro einzahlen, dürfen Sie höchstens 4.000 Euro ausgeben. Dieses einfache Prinzip schützt den Kunden vor einer unnötigen Verschuldung. Solch ein Wertpapierdepot lässt sich ab 18 Jahren eröffnen und setzt bei manchen Banken eine Mindesteinlage voraus.

Mit einem Margin-Depot können Sie mehr Geld investieren, da Sie nur einen Bruchteil des Kaufpreises als Sicherheit stellen müssen. So lassen sich für 4.000 Euro Wertpapiere in Höhe von 40.000 Euro kaufen – da Sie bei manchen Brokern lediglich 10 Prozent hinterlegen müssen. Doch fallen die Aktien um 12 Prozent, wären Sie mit 800 Euro verschuldet. Deshalb greift in den meisten Fällen ein automatischer Margin-Call, der die Position bei einem Kontostand von plus minus Null verkauft. Aufgrund dieser Risiken liegt das Mindestalter für diese Variante bei 21 Jahren.

Kosten und Konditionen

In der Regel erhalten Sie im Internet bessere Konditionen. Eine Filialbank verlangt häufig Grundgebühren, welche Sie sich bei einem Online-Depot sparen können. Moderne Anbieter verzichten auf Jahres- und Kontoführungsgebühren. Es fallen keine Kosten für die Verwaltung der Wertpapiere an. Lediglich für den Kauf und Verkauf werden Ordergebühren erhoben. Es gibt drei gängige Modelle:


1. Grundpreis mit Provision

Der Anbieter verlangt einen Grundpreis und erhebt einen volumenabhängigen Provisionssatz. Bei einer Order unter 1.000 Euro sollten die Kosten etwa 15 Euro oder weniger betragen. Bei 5.000 Euro sind rund 20 Euro ein fairer Betrag, während es bei 10.000 Euro auch 30 Euro sein dürfen.


2. Festpreisorder

Die Bank berechnet einen fixen Preis für Orders bis 10.000 Euro. Das können 10 oder 20 Euro pro Transaktion sein, abhängig von den jeweiligen Konditionen. Dieses Modell wird häufig zur Neukundenwerbung angeboten. Doch es gibt einige Broker mit einem dauerhaften Festpreis-Wertpapierdepot.

3. Free-Trades

Der Depotinhaber erhält jeden Monat eine bestimmte Anzahl an Free-Trades gutgeschrieben. Wer bloß wenige Käufe tätigt, kann mit diesem Wertpapierdepot viel Geld sparen. Meistens werden nur noch die Handelsplatzkosten erhoben, die circa 2 bis 3 Euro betragen.

Versteckte Gebühren vermeiden

Ein Wertpapierdepot ist meist als Altersvorsorge gedacht. Doch auch aktive Anleger sollten die Kosten gering halten, da sie die Rendite negativ beeinflussen.

  • Langfristig orientierte Investoren sollten sich mit den Dividenden näher beschäftigen. Einige Banken berechnen für jede Ausschüttung eine kleine Gebühr, was in der Summe unnötige Ausgaben sind. Halten Sie britische, norwegische oder sonstige Wertpapiere, sollten Sie auf gebührenfreie Auslandsdividende achten.
  • Manchmal kommt es anders, als es auf den ersten Blick scheint, weshalb Änderungen oder Streichungen kostenlos erfolgen müssen. Zudem sollte ein Wertpapierdepot gängige Limit-Arten wie das Stop-Loss-Limit, den Trailing Stop-Loss oder die OCO-Order abdecken.
  • Ein Telefonauftrag kostet meistens mehr als eine Online Order. Versuchen Sie alles im Internet zu verwalten und verzichten Sie auf den postalischen Versand von Belegen. Denn das lassen sich die Banken gerne sehr gut bezahlen. Sogar die Karte zur Hauptversammlung wird gesondert in Rechnung gestellt.

Fazit

Vergleichen Sie die einzelnen Angebote und entscheiden Sie sich für das beste Wertpapierdepot. Ein langfristiger Investor sollte auf teure Zusatzmodule wie Chartprogramme verzichten, während ein Daytrader durchaus von ihnen profitieren kann. Achten Sie auch auf eine Einlagensicherung von mindestens 100.000 Euro.

Tipp: Rechnen Sie sich genau aus, wie hoch die Ordergebühren der Wertpapiere fürs ganze Jahr ausfallen.

Bildnachweis: © bowie15/123rf.com

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