Gesundheit Praxistipps

Wacholder: So nutzen Sie die Beeren richtig

Lesezeit: 2 Minuten Immer mehr gesundheitsbewusste Menschen besinnen sich auf alte, höchst wirkungsvolle Naturheilverfahren. Lernen Sie die gesundheitsfördernde Wirkung des Wacholders kennen. Wacholderbeeren lassen sich bei Reizhusten und Verdauungsbeschwerden nutzen. Bereits Sebastian Kneipp empfahl eine dreiwöchige Kur mit zerkauten Früchten.

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Wacholder: So nutzen Sie die Beeren richtig

Wacholder: So nutzen Sie die Beeren richtig

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Äußere und innere Anwendungsgebiete

Der stachlige Wacholderstrauch mit seiner typischen Säulenform gehört zu den Zypressengewächsen und gedeiht hierzulande in lichten Wäldern und auf sonnigen Heideflächen. Der Wacholderstrauch kann bis zu 10 Meter hoch werden und trägt im Herbst schwarzblaue dicke Scheinbeeren, die kräftig duften. Nur sie werden zu Heilzwecken verwendet.

Der Wacholder ist eine sehr alte Heilpflanze, die vor allem bei Gicht und Harnsteinen, aber auch als Mittel zur Blutreinigung eingesetzt wurde. Bereits Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) schwor auf die heilende Kraft der Wacholderbeere. Die Beeren können Sie im Herbst nach den ersten Frösten ernten und dann entweder gleich frisch verwenden oder im Freien bei kräftiger Sonneneinstrahlung trocknen.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Wacholders sind:

  • ätherische Öle (Pinene, Borneol, Geraniol)
  • Vitamin C
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Bewahren Sie die getrockneten Früchte unverarbeitet in einem möglichst luftdichten Gefäß auf. So bleiben die im Wacholder enthaltenen ätherischen Öle möglichst lange erhalten. Wacholder hat stark harntreibende Eigenschaften, wirkt entgiftend, entzündungshemmend, blutreinigend und immunstärkend. Die Pflanze regt außerdem die Durchblutung der Schleimhäute von Bronchien und Darm an.

Äußere Anwendungsgebiete:

  • Gelenkschmerzen
  • Rheuma, Gicht
  • Ischiasbeschwerden
  • chronische Hauterkrankungen

Innerlich angewandt, gilt Wacholder vor allem als pflanzliches Mittel gegen Verdauungsbeschwerden. Es lindert Blähungen sowie Krämpfe und beugt Völlegefühl vor.

Innere Anwendungsgebiete:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Entzündungen der Harnwege
  • Nierengrieß, Harnsteine
  • Reizhusten
  • chronische Bronchitis
  • Entzündungen der Atemwege
  • grippale Infekte

In der Volksheilkunde werden Wacholderbeeren insbesondere als blutreinigendes und harntreibendes Mittel sowie gegen Husten verwendet. In der Homöopathie wird die Urtinktur aus Wacholderbeeren dagegen bei Nierenentzündung und gegen trockenen Husten eingesetzt. Bitte beachten Sie: Wacholderbeeren sollten grundsätzlich nicht im Übermaß gegessen werden, da sie – neben den heilsamen Inhaltsstoffen – auch verschiedene Reizstoffe enthalten.

Länger als als drei bis sechs Wochen sollten Sie Wacholder nicht anwenden. Nach längeren Anwendungszeiten sind Nierenschäden bekannt geworden. Deshalb sollten Sie immer besonders viel trinken, wenn Sie Wachholder in jedweder Form einnehmen. Bei chronischen Nierenentzündungen und in der Schwangerschaft darf Wacholder nicht angewandt werden.

Wacholderbeeren können Sie entweder selbst sammeln oder getrocknet in der Apotheke kaufen.

So können Sie Wacholder anwenden

Verzehr der Beere:

Das ist die einfachste Art der Anwendung. Bei Reizhusten nehmen Sie zwei bis drei getrocknete Wacholderbeeren in den Mund, zerkauen sie leicht und behalten sie einige Minuten im Mund. Anschließend schlucken Sie sie herunter.

Wacholderkur nach Kneipp:

Die Kur ist als hilfreiches Mittel gegen Magenbeschwerden bekannt. Beginnen Sie mit dem Verzehr von vier Beeren pro Tag und erhöhen Sie die Dosis an den darauf folgenden neun Tagen um jeweils eine Beere. Anschließend kehren Sie die Reihenfolge um, bis Sie wieder bei vier Beeren angelangt sind.

Wacholder-Shake:

Eine besonders wohlschmeckende Variante, Wacholderbeeren zu sich zu nehmen, ist ein Wacholder-Shake. Sie können ihn leicht aus ca. 50 g Wacholderbeeren, 1/2 Liter Milch und zwei Kugeln Vanilleeis herstellen: Zerdrücken Sie die getrockneten Beeren leicht und verquirlen Sie alle Zutaten mit dem Mixer.

Wacholderbeeren-Tee:

Diese Anwendung empfiehlt sich bei Nierengrieß und Harnsteinen, aber auch bei chronischen Hauterkrankungen. Zerstoßen Sie dazu jeweils frisch ein Teelöffel getrocknete Wacholderbeeren und übergießen Sie das Pulver mit einer Tasse kochendem Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, anschließend abseihen. Trinken Sie drei Wochen lang jeweils drei Tassen täglich.

Wacholderbeer-Tinktur:

Ein wirksames Mittel bei akuten Erkrankungen der oberen Atemwege und des Darms. Geben Sie ca. 20 Gramm getrocknete Wacholderbeeren in 100 ml 70-prozentigen Alkohol und lassen Sie diese Mischung acht Tage zugedeckt stehen. Anschließend gießen Sie die Flüssigkeit durch ein Sieb in ein geeignetes Tropf-Fläschchen. Nehmen Sie davon 3 x täglich 10 Tropfen. Die Tinktur kann auch als Umschlag (1:1 mit Wasser verdünnt) auf schmerzende Gelenke aufgelegt werden.

Bildnachweis:  Melica / stock.adobe.com

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