Pflege Praxistipps

So schieben Sie einen Rollstuhl sicher und bequem

Lesezeit: 2 Minuten Einen Rollstuhl zu schieben und über Hindernisse hinwegzubewegen will gelernt sein. Wenn Sie einen Angehörigen, der im Rollstuhl sitzt, regelmäßig begleiten müssen, sollten Sie den Umgang zunächst in einem Kurs üben. Für die wichtigsten Manöver bekommen Sie hier einige hilfreiche Tipps.

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So schieben Sie einen Rollstuhl sicher und bequem

So schieben Sie einen Rollstuhl sicher und bequem

Lesezeit: 2 Minuten

Soll der Rollstuhl erst ausgesucht werden, achten Sie bei der Auswahl darauf, dass die Schiebegriffe verstellbar sind. Nur so können Sie ihn bequem und sicher bewegen. Auch eine Bremse ist wichtig, damit Ihnen das Gefährt nicht aus Versehen entgleitet, falls es mal bergab geht oder auf unebenem Grund zum Stehen gebracht werden muss.

Vorbereitung aufs Rollstuhlschieben

Wird Ihr Angehöriger vorwiegend von Ihnen geschoben, sollten Sie zur Sicherheit vorher einen „Rollstuhl-Führerschein“ machen. Bei Sozialverbänden, den Johannitern, beim Arbeiter Samariter Bund oder DRK können Sie sich alle Tricks zeigen lassen, damit Sie in jeder Situation wissen, wie der Rollstuhl gehandhabt werden muss.

Mit dem notwendigen Know-how können Sie sich schwierige Manöver erleichtern. Eventuell kann Ihnen auch ein Pflegestützpunkt in Ihrer Stadt oder in der näheren Umgebung Auskunft über Rollstuhlkurse geben.

Den Rollstuhl eine Stufe abwärts fahren

Damit sich der Behinderte im Rollstuhl sicher fühlt, müssen Sie jede veränderte Bewegung vorher ankündigen, z. B. wenn Sie den Rollstuhl nach hinten kippen wollen, um ein kleines Hindernis zu überwinden. Wollen Sie den Rollstuhl eine Stufe nach unten bewegen, drehen Sie sich mit ihm um und ziehen ihn langsam an die Kante heran. Rollen Sie die größeren Hinterräder mit Bedacht die Stufe herunter und ziehen Sie den Rollstuhl soweit zurück, bis die kleinen Vorderräder Platz auf der Ebene haben. Setzen Sie sie vorsichtig ab.

Rollstuhl nach oben bewegen

Wollen Sie den Rollstuhl eine Stufe nach oben bringen, muss er so weit nach hinten gekippt werden, dass die Vorderräder die höhere Ebene erreichen. Um möglichst wenig Kraft aufwenden zu müssen, treten Sie dazu auf den Kippholm, der an der Achse des Rollstuhls befestigt ist. Schieben Sie das Gefährt in dieser Position nach vorne, bis die kleinen Räder auf der Stufe stehen, und hebeln Sie die großen Räder des Rollstuhls nach oben.

Müssen mehrere Stufen überwunden werden, braucht man meist einen zweiten Helfer. Während einer den Rollstuhl gekippt nach oben zieht, wie bereits beschrieben, stabilisiert ihn der andere vorn, indem er die Rohre unterhalb der vorderen Sitzkante umfasst. Keinesfalls an die  Fußstützen greifen! Sie sind für das Dirigieren und Halten eines Rollstuhls nicht geeignet.

Rampenfahrten begleiten

Einfacher lässt sich der Rollstuhl über eine Rampe bewegen, wenn diese nicht zu steil ist oder zu enge Winkel besitzt. Hinauf kann man ihn normal schieben, hinab sollte er besser rückwärts begleitet werden, es sei denn, die Rampe hat ein sehr leichtes Gefälle.

Vorsicht bei Rolltreppen

Problematisch kann es auf Rolltreppen werden, daher sollten Sie möglichst auf einen Fahrstuhl ausweichen. Ist keiner vorhanden, sodass die Rolltreppe partout verwendet werden muss, ist ein schnelles Reaktionsvermögen gefragt.

Beim Aufwärtsfahren schieben Sie die kleinen Vorderräder auf eine Stufe, die gerade ankommt. Sie selbst stellen sich erst auf die zweitnächste Stufe, damit Sie den Rollstuhl optimal halten können. Wenn Sie oben ankommen, müssen Sie die Vorderräder leicht anheben, damit sie problemlos auf den festen Boden hinübergleiten.

Rolltreppe abwärts fahren

Abwärts fahren Sie mit dem Rollstuhl rückwärts, in der gleichen Position wie nach oben. Wenn Sie unten ankommen, ziehen Sie die großen Hinterräder auf den festen Boden und kippen den Rollstuhl leicht, aber zügig nach hinten, damit die Vorderräder nicht am Ende der Rolltreppe hängen bleiben.

Diese Aktionen sollten Sie zunächst mit einem leeren Rollstuhl üben, um ein Gefühl für das Manövrieren zu bekommen, vor allem, wenn Sie bereits wissen, dass Sie öfter eine Rolltreppe mit dem Rollstuhl überwinden müssen.

Bildnachweis: michaeljung / stock.adobe.com

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