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So äußert sich eine Depression – 15 Symptome der seelischen Erkrankung

Lesezeit: 4 Minuten Die Depression ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. Laut Statistik durchleben 20 Prozent der Deutschen in ihrem Leben mindestens eine depressive Phase. Insbesondere zu Beginn zeigt eine Depression unspezifische Symptome und ist oftmals schwierig als solche zu erkennen. Treten folgende Anzeichen über einen längeren Zeitraum hinweg auf, können sie auf eine depressive Störung hinweisen.

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So äußert sich eine Depression - 15 Symptome der seelischen Erkrankung

So äußert sich eine Depression – 15 Symptome der seelischen Erkrankung

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Als seelische Erkrankung hat die Depression psychische Symptome als Hauptmerkmale. Die Betroffenen erleben ihre Erkrankung dabei ganz individuell. Einige charakteristische Anzeichen ziehen sich jedoch wie ein roter Faden durch die einzelnen Krankengeschichten und gelten daher als Hauptsymptome einer Depression. Dazu gehören vor allem folgende 3 Anzeichen:

1. Gedrückte, depressive Stimmung

Menschen mit einer Depression fühlen sich häufig niedergeschlagen und mutlos. Das Leben macht für sie keinen Sinn. Einige Betroffene beschreiben diesen Zustand als Hoffnungslosigkeit und innere Leere. Dazu kommen oftmals negative Gefühle wie Schuld, Angstzustände oder Verzweiflung.

2. Antriebslosigkeit

Menschen mit einer Depression fällt es schwer, sich aufzuraffen und Dinge in Angriff zu nehmen. Sie verharren lieber im Brüten und in fruchtlosen Grübeleien. Es kostet sie starke Überwindung, überhaupt in Aktion zu treten. Beim kleinsten Hindernis ziehen sie sich wieder in die Passivität zurück.

In der akuten Phase dieser Erkrankung sind Betroffene häufig nicht mehr in der Lage, einfachste alltägliche Dinge zu bewältigen. Dazu gehören beispielsweise das morgendliche Aufstehen aus dem Bett, das Anziehen, die Körperpflege oder das Einkaufen gehen. Daher fällt es vielen Betroffenen auch schwer, sich aktiv Hilfe zu holen oder einen Arzt aufzusuchen.

3. Verlust von Interesse und Freude

Eine Depression weist zudem Symptome wie die Unfähigkeit, Freude oder Trauer empfinden zu können, auf. Wenn Sie eine Depression haben, fühlen Sie sich unter Umständen leblos und wie versteinert. Starke Emotionen wie Glück, Freude, Mitgefühl und Schmerz sind für Sie unerreichbar. Sie erleben diese Gefühlszustände wie durch eine dicke Glaswand.

Anzeichen einer Depression – mentale Symptome

Neben den drei Hauptmerkmalen zeigt eine Depression häufig Symptome, die für sich allein betrachtet wenig mit dieser psychischen Erkrankung zu tun haben. Doch im Zusammenhang gesehen, ergeben sie vor allem für den Fachmann ein klares Bild. Er kann erkennen, ob eine echte Depression oder eine leichte depressive Verstimmung vorliegt und wie schwer der jeweilige Verlauf ist.

Diese 5 psychischen Anzeichen können eine Depression unter Umständen begleiten:

4. Pessimismus, negative Zukunftsgedanken

  • Menschen mit einer Depression fällt es schwer, einer Situation etwas Positives abzugewinnen. Sie verstricken sich in Probleme und bewerten negative Erfahrungen übermäßig schlecht. Dazu kommt das Hadern mit dem Schicksal: warum immer ich?
  • Auch die Zukunft ist für viele Betroffene ein schwarzes Loch mit neuen Katastrophen und Schrecknissen.

5. Vermindertes Selbstwertgefühl

  • In vielen Fällen weitet sich der oben genannte Pessimismus auch auf die eigene Person aus.
  • Wenn Sie sich in dieser Stimmung befinden, sehen Sie sich selbst als wertlos und unnütz an. Als jemanden, der sich pausenlos abmüht und dem trotzdem nichts gelingt.

6. Verminderte Konzentrationsfähigkeit

Auch gestörte Aufmerksamkeit oder Konzentration gehören häufig zu einer Depression. Diese Symptome treten auf, weil Ihre Gedanken bei dieser seelischen Erkrankung vor allem um Ihre eigene Person kreisen. Durch das verminderte Interesse an Ihrer Umwelt ist es Ihnen egal, was um Sie herum passiert. Auch auf Ihre Arbeit, Familie und Freunde sowie deren Probleme können Sie schwer eingehen.

7. Verändertes Zeitgefühl

  • Während einer Depression erscheinen Betroffenen die Tage endlos lang. Die Zeit scheint für sie still zustehen. Kurze Wartezeiten vor einem Termin empfinden sie zum Beispiel als quälend lang, obwohl es sich nur um wenige Minuten handelt. Die Zeit vergeht für depressive Menschen oftmals in Zeitlupe.
  • Dadurch, dass depressive Menschen zunehmend das Interesse an Aktivitäten und täglichen Verrichtungen verlieren, sind für sie auch Termine oder getroffene Vereinbarungen unwichtig und werden oft nicht eingehalten. Dies macht es depressiven Menschen beispielsweise sehr schwer, ohne Hilfe von außen regelmäßig zu festen Zeiten zu einer Therapie zu gehen.

8. Suizidgedanken und/oder Suizidhandlungen

  • Etwa 15 Prozent aller Betroffenen hegen während einer Depression Suizidgedanken. Wer an Suizid denkt oder suizidale Handlungen im Kopf durchspielt, sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, da dieser Zustand lebensbedrohlich ist.
  • In diesem Fall liegt eine besonders schwere Depression vor, bei der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung soweit fortgeschritten sind, dass die Patienten als einzigen Ausweg den Freitod sehen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn depressive Menschen plötzlich eine innere Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen oder ihre Angelegenheiten ordnen und ihr Testament machen möchten.
  • Was trügerischerweise nach einer Besserung des Befindens aussieht, kann in Wirklichkeit die Vorbereitung auf den Tod sein sowie die Erleichterung darüber, endlich zu einer Entscheidung gelangt zu sein und einen „Ausweg“ gefunden zu haben.

Krankheitsbild Depression – körperliche Symptome

Neben diesen seelischen Symptomen äußert sich eine Depression in vielen Fällen auch durch körperliche Beschwerden. Vor allem bei Männern herrschen insbesondere im Frühstadium körperliche (somatische) Anzeichen vor. Patienten mit Depression klagen dabei besonders häufig über eines oder mehrere dieser 7 Probleme:

  1. Kopfschmerzen
  2. Schlafstörungen
  3. Müdigkeit
  4. Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme
  5. Magen-Darm-Störungen
  6. innere Unruhe
  7. Einschränkung oder Verlust der Libido

Fazit:

Vor allem in der Anfangszeit ist eine Depression schwierig zu diagnostizieren. Generell sprechen Fachleute von einer „leichten depressiven Episode“, wenn bei Ihnen in einem Zeitraum von mindestens zwei Wochen zwei der aufgelisteten Hauptsymptome sowie mindestens zwei zusätzliche psychische oder somatische Störungen auftreten.

Eine schwere Depression besteht dann, wenn sich alle drei Hauptsymptome sowie vier und mehr obengenannte Nebensymptome kombinieren. Grundsätzlich ist der Verlauf dieser psychischen Störung von Mensch zu Mensch verschieden und von Laien nicht leicht zu beurteilen. Daher sollten Sie den Verdacht auf eine Depression umgehend von einem Arzt abklären lassen.

Eine Depression ist bei den meisten Menschen komplett heilbar. Sie verläuft in der Regel in Phasen von sechs bis acht Monaten und klingt im leichten Verlauf danach von selbst wieder ab. Allerdings bleibt die Neigung, eine erneute Depression zu entwickeln, danach ein Leben lang bestehen. Einige Fälle werden auch chronisch, das bedeutet, dass die depressiven Phasen in regelmäßigen Abständen erneut auftreten.

Bildnachweis: stokkete / stock.adobe.com

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