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Psychiater, Trainer, Coach & Co. – Wer ist richtig in welchem Fall?

Lesezeit: 3 Minuten Wir werden von Fernsehen, Internet, Radio und Printmedien mit Schlagwörtern wie Trainer, Psychiater, Coach oder Psychotherapeut bombardiert. Wenn wir aber dann tatsächlich einmal Hilfe bei beruflichen oder privaten Problemen benötigen, wissen die meisten von uns nicht, wohin Sie sich wenden sollen. Wir helfen Ihnen bei der Entscheidung.

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Psychiater, Trainer, Coach & Co. - Wer ist richtig in welchem Fall?

Psychiater, Trainer, Coach & Co. – Wer ist richtig in welchem Fall?

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Wer macht nun was?

Trainer: Der Trainer ist Spezialist auf einem oder mehreren Wissensgebieten und versucht dieses Wissen an seinen Kunden/Klienten weiterzugeben. Der Trainer ist eine moderne Form des Lehrers, da er in der meistens sehr knapp bemessenen Zeit, die Ihm mit seinem Schüler zur Verfügung steht, viel Wissen in kompakter Form an diesen transferieren soll.

Beispiele: Fußballtrainer, Trainer für die Benutzung von Software, Rhetoriktrainer.

Berater (Consultant): Der Berater ist Fachmann auf einem oder mehreren Wissensgebieten. Er wird geholt (konsultiert), wenn der Kunde keine oder nur sehr wenig Ahnung von einem dieser Gebiete hat. Er setzt sein Fachwissen aktiv im Auftrag des Kunden ein.

Beispiele: Freiberuflicher Softwareprogrammierer, IT-Systemberater, Berater für Gesetzesänderungen, Gerichtlich bestellter Sachverständiger.

Coach: Der Klient (Kunde, Coachee) weiß im Unterbewusstsein immer, was das Beste für ihn ist. Er hat das Wissen und der Coach ist Spezialist darin, dieses Wissen zu aktivieren („herauszuholen“) und ins Bewusstsein des Klienten zu bringen, um dann gemeinsam mit Ihm daraus Problemlösungen zu entwickeln.

Beispiele: Rhetorikcoach, Systemischer Coach, Vocalcoach, Burn-out-Spezialist.

Psychotherapeut: Der Psychotherapeut (Diplom-Psychologe mit Zusatzausbildung) ist Spezialist auf seinem Gebiet der Tätigkeit zur Feststellung, Linderung und Heilung von Störungen mit Krankheitswert ohne medikamentöse Hilfe. Er arbeitet gemeinsam mit dem Klienten (Patienten) an dessen Problemlösung.

Beispiele: Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugend- Psychotherapeut, Ärzte mit Zusatzausbildung „Psychotherapie“.

Psychiater: Der Psychiater kümmert sich in erster Linie um die körperliche Diagnose und Behandlung psychisch kranker Patienten. Psychiater bieten eher selten Psychotherapie an und arbeiten in erster Linie mit Medikamenten.

Beispiele: Facharzt für Psychiatrie.

Psychoanalytiker: Der Psychoanalytiker arbeitet mit seinen Klienten (Patienten), um in einem längeren Prozess zu erforschen (analysieren) und festzustellen, woher seelische, psychische und/oder psychosomatische Störungen kommen, welche Ursachen diese haben, um dann einen Lösungs-/Heilungsweg zu entwickeln. Fälschlicherweise wird die Methodik des Psychoanalytikers („auf die Coach legen“) oft mit der des Psychiaters verwechselt. Beide Bereiche haben unterschiedliche Berufsbilder.

„Quick-and-Dirty“ Zusammenfassung:

  • Trainer: Er kennt die Inhalte besser als sein Kunde und versucht diese dem Kunden zu vermitteln.
  • Berater: Er kennt die Inhalte besser als sein Kunde und setzt dieses Fachwissen für und im Auftrag des Kunden ein.
  • Coach: Der Kunde kennt die Inhalte besser als der Coach, jedoch ist der Coach der Spezialist, um die Inhalte „zu aktivieren“, damit sie der Klient einsetzen kann.
  • Psychotherapeut: Er ist Spezialist auf seinem Gebiet und arbeitet für und mit dem Klienten, wobei der Klient die Inhalte (Erkrankungssymptome) meistens kennt, die Ursachen jedoch in der Regel  nicht.
  • Psychiater: Er ist Spezialist auf seinem Gebiet und arbeitet für und mit dem Patienten, wobei der Patient oft nicht wahrnimmt, dass er erkrankt ist, d. h. „er kennt die Inhalte nicht“.
  • Psychoanalytiker: Er ist Spezialist auf seinem Gebiet, der Klient (Patient) kennt in der Regel die Symptome, nicht die Ursachen, hat daher nur ein Teilwissen bezüglich des Inhaltes.

Wer ist nun für mich zuständig?

Um nun herauszufinden, welcher Spezialist Ihnen bei der Lösung Ihres Problems am ehesten helfen kann, sollten Sie versuchen, zuerst einzugrenzen, welches Problem Sie haben.

Probleme können generell in zwei große Kategorien eingeteilt werden:

  • Probleme privater Natur (personal)
  • Berufliche Probleme (business)

Natürlich gibt es da Überschneidungen, denn wenn Sie großen Stress in der Firma haben, kann sich das bis in Ihr Privatleben ziehen und beispielsweise eine Belastung für Ihre Ehe sein. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Sie am Wochenende nicht ausspannen können, immer nur die Firma im Kopf haben und Ihren Partner vernachlässigen. Umgekehrt wird genauso ein Schuh daraus: Große private Probleme belasten oft den Arbeitsalltag!

Personal- und Businessprobleme können Sie wiederum unterteilen in:

  • Körperliche Probleme (physisch)
  • Seelische Probleme (psychisch)

Wenn Sie körperliche Beschwerden haben, gehen Sie in der Regel zu Ihrem Hausarzt. Oft stellt dieser aber fest, dass Ihre Probleme psychosomatischer Natur sind, d. h. der Auslöser liegt in Ihrer Psyche, die körperlichen Schmerzen und Auswirkungen sind nur die Symptome (zum Beispiel beim Burn-out-Syndrom).

In diesem Fall empfiehlt es sich, zu einem Personal- und/oder Businesscoach zu gehen. Dieser hilft Ihnen bei der Lösung der Probleme, indem er mit Ihnen gemeinsam Technikern und Vorgehen entwickelt, um diese „Missstände“ auf Dauer wegzubekommen.

Der Coach arbeitet mit seinen Klienten an der Lösung vieler verschiedener Problemstellungen. Das kann von „Mobbing in der Firma“, „Dauerkrach mit dem Nachbarn“, „Burn-out-Prävention“, „Welchen Beruf soll ich wählen“, über „Was ist der beste Urlaub für mich“, „Wie lege ich eine schlechte Angewohnheit ab“, bis zu „Was kann ich gegen meine Heißhungerattacken machen“ sein.

Sollte die Diagnose Ihres Arztes jedoch schwerere („pathologische“)  psychische Probleme ergeben, wie beispielsweise Verdacht auf Schizophrenie, Borderlinesyndrom, starke Depressionen oder Suizidgefährdung, sollte er Sie zu einem Psychiater, Psychotherapeuten oder Psychoanalytiker schicken. Diese sind darauf spezialisiert, schwere psychische Störungen zu erkennen und zu kurieren, wobei der Psychiater medikamentöse Behandlungen einsetzt, der Psychotherapeut und Psychoanalytiker mit Gesprächstherapie arbeiten.

Wenn Sie berufliche Wissenslücken haben, konsultieren Sie am besten einen Trainer für das entsprechende Fachgebiet. Dieser bringt Ihnen das benötigte Wissen bei.

Wollen Sie Ihre Firma zum Beispiel umstrukturieren oder firmeninterne Arbeitsabläufe optimieren und wissen nicht wie, dann holen Sie sich einen Berater. Das sind Fachleute für Wissen, das Sie kurzzeitig benötigen, aber sich nun nicht unbedingt selber anlernen wollen.

Jede Berufsgruppe hat Ihr Spezialgebiet und wenn Sie „Ihren“ Spezialisten ganz bewusst auswählen, werden Sie auch sehr schnell eine Lösung Ihrer Probleme erreichen.

Bildnachweis: Vasyl / stock.adobe.com

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