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Mehrere Generationen in einem Haus – So funktioniert’s

Heutzutage sind Single-Haushalte, Allein-Erzieher-Familien und Patchwork-Familien genauso normal wie die traditionelle Vater-Mutter-Kind-Familie. Aber auch die Konstellation, in der Großeltern, Eltern und Kinder in einem gemeinsamen Haus leben, ist wieder modern. Obwohl hier Welten aufeinander treffen, kann das Leben mit mehreren Generationen gut funktionieren.

Mehrere Generationen in einem Haus - So funktioniert's

Mehrere Generationen in einem Haus – So funktioniert’s

Dass mehrere Generationen in einem gemeinsamen Haus leben, ist insofern sinnvoll, als dass die ältere Generation mehr an Erfahrung mitbringt und den restlichen Familienmitgliedern bei bedeutenden Entscheidungen hervorragende Unterstützung bieten kann. Doch damit eine solche Familienkonstellation funktionieren kann, müssen einige Bedingungen vorliegen.

Mehrere Generationen in einem Haus – die Voraussetzungen

Legen Sie zunächst Erwartungen, die Sie an das Zusammenleben mit Ihren Eltern und Kindern haben, fest. Motivieren Sie auch die übrigen Familienmitglieder, sich eine Liste diesbezüglich zu erstellen. Ist es die Zweckgemeinschaft, die Ihr Interesse an der Wohngemeinschaft mit zwei anderen Generationen weckt? Oder lieben Sie das Gefühl der Vertrautheit und Verbundenheit? In beiden Fällen ist die Mehr-Generationen-Familie eine geeignete Wahl für Sie. Vergleichen Sie auf jeden Fall Ihre Ziele mit denen der anderen. Nur wenn diese relativ gut übereinstimmen, kann die Familienkonstellation langfristig funktionieren. Andernfalls sind Konflikte vorprogrammiert.

Gegenseitiges Geben und Nehmen als höchste Priorität

Wenn eine Generation immer nur gibt und die andere dagegen lediglich nimmt, dann fühlt sich eine davon irgendwann ausgenutzt und der Familienfrieden ist zu Ende. Wenn Sie zur älteren Generation zählen, sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht nur mit Ihren Kindern zusammenleben möchten, weil Sie sich in sicheren Händen fühlen möchten, sollten Sie einmal zum Pflegefall werden.

Aber umgekehrt gilt für jene Personen, die der mittleren Generation angehören: Wenn Sie nur aus dem Grund mit Ihren Eltern zusammenleben wollen, weil Sie sich daraus eine kostenlose Betreuung Ihrer Kinder oder eine Versorgung auf Kosten Ihrer Eltern erhoffen, werden Sie langfristig in einen Konflikt geraten. All diese Erwartungen stärken nicht, sondern schwächen das Gemeinschaftsgefühl, wodurch ein harmonisches Zusammenleben kaum möglich ist.

Leben mit mehreren Generationen – nicht jeder ist dafür gemacht

Es hängt auch von Ihrer Persönlichkeit ab, ob Sie sich in einer Mehr-Generationen-Familie wohl fühlen werden oder nicht. Wenn Sie eher zu den egoistisch veranlagten Menschen zählen, die kaum dazu bereit  sind Kompromisse einzugehen, weil Sie danach streben, ihre Interessen durchzusetzen, werden Sie in dieser Familienkonstellation schnell an Ihre Grenzen stoßen.

Wie ist das gegenwärtige Verhältnis zwischen den Beteiligten?

Fragen Sie sich auch, wie Sie sich aktuell mit den involvierten Personen verstehen. Wenn es ohnehin schon häufig zu Streitigkeiten kommt, ist ein Zusammenziehen eher nicht zu empfehlen, da sich die Konflikte wahrscheinlich weiter zuspitzen werden. Die Frage der Aufgabenverteilung sollte vorab geklärt werden. Anhänger der älteren Generation sollten dringlichst darauf verzichten, sich in die Angelegenheiten der mittleren Generation einzumischen – vor allem was die Erziehung der Enkel, den Beruf der eigenen Kinder und die Paarbeziehung der mittleren Generation angeht. Begegnen Sie den anderen Familienmitgliedern stets mit Respekt und achten Sie deren Privatsphäre.

Warum lohnt es sich überhaupt, zusammenzuziehen?

Die Mehr-Generationen-Familie hat klare Vorteile. Zum einen wird die Wahrscheinlichkeit verringert, dass sich die ältere Generation einsam fühlt. Zum anderen wissen die Beteiligten, dass sie bei Kummer oder Krankheit stets jemanden um sich haben, an den sie sich wenden können, um sich Trost zu holen.

Aber auch die Nachteile nicht außer Acht lassen

Es kommt durchaus immer wieder vor, dass Anhänger der älteren Generation in solchen Familienverhältnissen das Gefühl haben, von ihren eigenen Kindern bevormundet zu werden. Sie glauben, Sklave der eigenen Kinder zu sein und dass alles nach deren Wünschen  ablaufen müsse. Sollte es zu Konflikten kommen, ist es wichtig, dass Sie sich füreinander Zeit nehmen und solange diskutieren, bis eine akzeptable Lösung für alle Beteiligten gefunden wurde. Manchmal ist es notwendig, von seinem hohen Ross herunterzusteigen und den anderen etwas entgegenzukommen. Wenn mehrere Generationen eine gemeinsame Unterkunft teilen, müssen alle am selben Strang ziehen, damit das Vorhaben funktionieren kann.

Die richtige Entscheidung treffen

Wenn Sie noch unschlüssig sind, ob ein Leben in einem Haus, das aus mehreren Generationen besteht, für Sie das Richtige ist oder nicht, dann können Sie es einfach hiermit versuchen: Nehmen Sie Ihre Kinder und Ihren Partner und ziehen Sie spontan für eine oder vielleicht auch zwei Wochen bei Ihren Eltern ein – sozusagen als Familie auf Probe. Sie werden früh bemerken, ob es funktioniert oder ob Sie doch lieber zum traditionellen Familienmodell zurückkehren.

Bildnachweis: drubig-photo / stock.adobe.com

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