Gesundheit Praxistipps

Ernährungsmythen: Von wenig sinnvollen Ernährungsgewohnheiten (Teil 2)

Lesezeit: 3 Minuten In vielen Ernährungsratgebern finden sich zahlreiche Hinweise auf sogenannte gesunde Ernährungsgewohnheiten. Da wird eine bestimmte Menge Flüssigkeit empfohlen, die Sie täglich trinken sollen. Vor spätem Essen wird gewarnt und Bier macht einen dicken Bauch. Stimmt das? Was ist dran an den Ernährungsmythen?

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Ernährungsmythen: Von wenig sinnvollen Ernährungsgewohnheiten (Teil 2)

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Ernährungsmythos 6: Man kann so viel Obst essen, wie man will
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, am Tag fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen. Im Verhältnis 3 zu 2. Dieser Rat stützt sich auf Studien, wonach Menschen, die häufig Obst und Gemüse essen, seltener an bestimmten Krebs erkranken sollen. Allerdings können Sie es auch übertreiben: Viele Obstsorten sind sehr säurehaltig. Nehmen Sie beispielsweise viele Zitrusfrüchten zu sich, müssen Sie mit Bauchschmerzen rechnen.

Tipp:
Wer täglich mehr Kalorien zu sich nimmt als der Organismus verbrennen kann, setzt Fettreserven an – auch wenn die Kalorien aus vitaminreichen Früchten stammen.

Ernährungsmythos 7: Der Mensch braucht Fleisch
Wenn Sie viel Fleisch und Wurst essen, also mehr als 160 Gramm am Tag, haben Sie ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken als Menschen, die weniger als 20 Gramm Fleisch am Tag essen. Dies geht aus der EPIC-Studie hervor, der größten Untersuchung, die sich je mit dem Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs beschäftigt hat. Mehr als 500.000 Teilnehmer nahmen seit Anfang der Neunziger Jahre an der wissenschaftlichen Studie teil.

Sie müssen nicht auf ein saftiges Steak oder einen Braten verzichten. Wenn Sie ausreichend Fisch und Gemüse verzehren, können Sie unbesorgt genießen. Wer Fleisch in Maßen isst (80 bis 100 Gramm/Tag), stirbt weder früher noch hat er ein höheres Herzinfarktrisiko als ein Vegetarier. So die Aussage einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums.  

Ernährungsmythos 8: Kaffee entwässert
Sie kennen das auch: für jede Tasse Kaffee muss zum Ausgleich die gleiche Menge Wasser getrunken werden. So lautete über Jahre die allgemeine Empfehlung von Ernährungsexperten. Dieser Tipp ist inzwischen überholt: Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rechnet den Kaffee inzwischen sogar in die tägliche Flüssigkeitsbilanz mit ein. Das Koffein im Kaffee kann im Übermaß allerdings zu Nervosität und Herzrasen führen.

Tipp:
Wenn Sie selten Kaffee trinken, können Sie allerdings einen verstärkten Harndrang verspüren. Daher gilt: Trinken Sie Kaffee in Maßen, also nicht mehr als vier Tassen.

Ernährungsmythos 9: Margarine ist gesünder als Butter
Anhänger der Butter schwören auf die natürliche Reinheit des traditionellen Brotaufstrichs. Margarine-Fans verteufeln sie als Cholesterin-Bombe. Umgekehrt kritisieren Butter-Liebhaber, dass die pflanzlichen Fette in der Margarine künstlich gehärtet werden müssen, damit sie streichzart werden. Dabei entstehen tatsächlich so genannte Trans-Fettsäuren, die im Verdacht stehen, Erkrankungen der Herzgefäße zu begünstigen.

Gesicherte Studien, ob Butter oder Margarine gesünder ist, gibt es allerdings nicht. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine ausgewogene Ernährung mit möglichst ungesättigten Fettsäuren. Ein Irrglaube kann aber mit Sicherheit entlarvt werden: Margarine ist nicht magerer als Butter.

Tipp:
Der Fettgehalt beider Brotaufstriche ist nahezu identisch. Anders ist das bei Halbfettmargarine: Sie enthält deutlich mehr künstliche Zusätze als Butter.

Ernährungsmythos 10: Von Süßigkeiten bekommt man Diabetes
Viele Menschen glauben, dass Zuckerkrankheit von zu viel Zucker kommt und dass Diabetiker gar keinen Zucker essen dürfen. Beides ist nicht richtig. Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse kein Insulin bilden kann (Typ 1) oder bei der dieser Botenstoff in Folge von starkem Übergewicht und einer Veränderung des Hormonhaushaltes nicht mehr richtig wirken kann. Bei den Patienten können Zuckermoleküle aus der Nahrung nicht mehr von den Zellen aufgenommen und verwertet werden. Sie verbleiben im Blut, wodurch der Blutzuckerspiegel ansteigt. Neben genetischen Faktoren ist die Hauptursache für Diabetes Übergewicht. Eine ungesunde Ernährung, zu der auch Süßigkeiten im Übermaß zählen, kann dazu beitragen, dass jemand Zuckerkrank wird.  

Ernährungsmythos 11: Olivenöl schützt vor Herzinfarkt 
Viele Menschen halten Olivenöl für eine Wunderwaffe bei der Vorbeugung von Herzinfarkt. Auch für die Haut und gegen Falten soll Olivenöl gut sein. Forscher der Universität Münster haben allerdings im Tierversuch herausgefunden, dass einige einfach ungesättigte Fettsäuren wie die Ölsäure aus Olivenöl die Aktivität eines bestimmten Eiweißes im Körper steigern und damit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer Verengung der Arterien fördern können.

Tipp:
Richtig ist, dass eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse und Pflanzenöl mit einem geringeren Herzinfarkt-Risiko verbunden ist als eine schwere Kost mit vielen tierischen Fetten und Kohlehydraten.

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