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Alkoholmonopol in Schweden: Trinken unter staatlicher Kontrolle

Lesezeit: 2 Minuten Ob Mittsommer oder Silvester: In Schweden will Feiern geplant sein. Alkohol mit mehr als 3,5 Volumenprozent ist nicht in jedem Supermarkt zu haben. Nur im Systembolaget, einem staatlichen Unternehmen, ist Hochprozentiges erhältlich. Der Staat will mit seinem Monopol den Konsum von Alkohol lenken.

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Alkoholmonopol in Schweden: Trinken unter staatlicher Kontrolle

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Alkohol in Schweden ist teuer. Hohe Steuern machen das Trinkvergnügen kostbar. Aber der Staat hält nicht nur beim Verkauf die Hand auf, er kontrolliert diesen auch selbst: Er hat das Monopol auf den Verkauf von Alkohol.

Staatliches Monopol auf Alkohol
In Schweden stehen Wein, Sekt und Schnaps nicht in jedem Supermarktregal: Alle Getränke, die mehr als 3,5 Volumenprozent haben, gibt es nur in den Filialen von Systembolaget, einem staatlichen Unternehmen.

Besonders vor Feiertagen oder vor dem Wochenende herrscht dort großer Andrang. Dann sieht man Menschen mit schweren Plastiktüten in violett, türkis oder dunkelgrün in letzter Minute aus dem Laden eilen. Die Öffnungszeiten sind häufig kürzer als die anderer Lebensmittelgeschäfte, die in Schweden auch auf dem Land manchmal bis in die Abendstunden geöffnet haben.

In kleinen Ortschaften dient der örtliche Supermarkt als Vertretung für Systembolaget. Dort bestellt man die Getränke, die man möchte, an der Kasse; die Lieferung erfolgt an einem festgesetzten Tag der Woche.

Alkohol: Kontrolle durch das Monopol
Die staatliche Kontrolle des Alkoholverkaufs hat in Schweden Tradition. Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts schlossen sich Minenbetreiber in Mittelschweden zusammen, um den Verkauf von Alkohol zu kontrollieren. Nach und nach verbreitete sich das Modell, und 1955 entstand aus den örtlichen Gesellschaften ein staatliches Unternehmen.

Die Abgabe von Alkohol durch einen staatlichen Monopolbetrieb soll verhindern, dass private Gewinnerzielungsabsichten den Verkauf beeinflussen. Dadurch will Systembolaget sowohl den Konsum generell einschränken als auch das Verbot des Alkoholverkaufs an Personen unter 20 Jahren überwachen.

Dabei beruft es sich auf Studien, die vorhersagen, dass der Alkoholverkauf in privater Hand den Alkoholkonsum um fast 30 Prozent steigern würde; damit einhergehend prognostiziert man einen entsprechenden durchschnittlichen Anstieg von Alkoholmissbrauch, alkoholbedingten Krankmeldungen und Todesfällen.

Alkohol: Schwedisches Monopol kontra Warenverkehrsfreiheit der EU
Die Europäische Union hat das Alkoholmonopol der Schweden kritisch im Blick. Im Jahr 2007 ging die Meldung "Schweden verstößt gegen die Warenverkehrsfreiheit der EU" durch die Presse. Der Europäische Gerichtshof hatte entschieden, dass Privatpersonen Alkohol über das Internet importieren und damit das Alkoholmonopol des "Systembolaget" umgehen dürfen. Die Schweden wollen dennoch an ihrem Alkoholmonopol festhalten.

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