Gesundheit

Grippeimpfung: So wirksam ist sie wirklich

Grundsätzlich wird vermutet, dass die Wirksamkeit der Grippeimpfung nur 40–80% beträgt. Es gibt zahlreiche Viren, die nicht im Impfstoff enthalten sind. Da der Virus mutieren kann, muss jedes Jahr neu geimpft werden, es kann aber dennoch nicht garantiert werden, dass der Impfstoff gegen aktuelle Erreger hilft.

Ähnliches bestätigt Dr. Matysiak-Klose vom Robert Koch Institut: "Nicht nur für Schwangere, sondern auch für andere wichtige Personengruppen fehlen Daten zur klinischen Wirksamkeit mit den Endpunkten Pneumonie oder Hospitalisierung, insbesondere für ältere Personen über 65 Jahre und Immunsupprimierte", meint die Mitarbeiterin der Abteilung Impfprävention gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung.

Die Wirksamkeit der Grippeimpfung ist nicht mit Daten belegt
Es ist nicht klar, dass die Grippeimpfung zu einer Verbesserung der Gesundheit führt. Dies wird zwar durch die Erhöhung der Antikörper im Blut der Geimpften vermutet, eine Studie [1] aus dem Jahr 2003 deutet aber auf das Gegenteil hin. Es wurde untersucht, ob die Grippeimpfung die gefürchtete Komplikation Mittelohrentzündung bei Kindern vermeiden hilft. Dabei kam in einem der untersuchten Jahre heraus:

  • Von den geimpften Kindern erkrankten 3,6% der Kinder, von den ungeimpften 3,3% an Grippe.
  • 7,9 % der geimpften Kinder und nur 4,3% der ungeimpften Kinder hatten öfter als zwei Mal Mittelohrentzündung.
  • 3,4% der geimpften Kinder und nur 5,9 % der ungeimpften Kinder waren im Krankenhaus.
  • Die Eltern der geimpften Kinder mussten 9,4 Tage zu Hause bleiben, die der ungeimpften nur 6,5 Tage.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Grippeimpfung keine positive Auswirkung auf den Gesundheitszustand der Kinder hatte. Ganz im Gegenteil haben die geimpften Kinder mehr Ohrenentzündungen als die ungeimpften und scheinen auch häufiger an Grippe zu erkranken.

Negative Wirkung der Grippeimpfung?
In der Sendung WDR "rundum gesund" wurde im September 2004 das Ergebnis einer amerikanischen Studie erwähnt, die den Gesundheitszustand von geimpften und ungeimpften Ford-Mitarbeitern verglich:

Die gegen Grippe geimpften Mitarbeiter gingen deutlich öfter zum Arzt und waren häufiger krank gemeldet, als die Placeob-Gruppe. Einige weitere Studien deuten in dieselbe Richtung: Die Wirksamkeit der Grippeimpfung ist definitiv umstritten.

Zahl der Erkrankungen steigt an – wirkt die Impfung gegen Grippe?
Die Zahl der Influenza-Erkrankungen stieg laut Statistischem Bundesamt von 2001 bis 2003 an, obwohl immer mehr Menschen geimpft wurden. Dies kann natürlich auch damit zusammenhängen, dass der Impfstoff nicht den Schutz gegen die aktuellen Virusformen der Grippe beinhaltete.

Grippeimpfung – eine individuelle Entscheidung
Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung muss von jedem individuell getroffen werden. Der eigene Gesundheitszustand, die Erfahrung mit anderen Impfungen und die Risiken von Krankheit und Impfung, sind ausschlaggebend. Wichtig ist es, sich gut und verantwortlich über das Für und Wider zu informieren. Denn sowohl die Grippe als auch die Impfung bergen deutliche Risiken, was manchen Menschen so nicht bewusst ist.

Fazit: Eine gute Abwehrkraft kann man auch trainieren
Für Grippe und Erkältungen ist klar: Ein starkes Immunsystem kann eine akute Infektion problemlos überwinden oder wird erst gar nicht krank. Deswegen ist die Vorbeugung mit gesunder Ernährung, Bewegung und einem gesunden Lebensstil so wichtig.

Literatur:
Studie von A. Hoberman ("Effectiveness of Inactivated Influenza Vaccine in Preventing Acute Otitis Media in Young Children – A Randomized Controlled Trial" JAMA 2003)

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Andra Dattler