Homöopathische Mittel

Das homöopathische Mittel Staphisagria

Das homöopathische Mittel Staphisagria
geschrieben von Burkhard Strack

Das Stephanskraut, Staphisagria, kommt in Europa schon seit mehreren Jahrtausenden als Heilpflanze zum Einsatz. Die Wirkung auf Haut, Blase, Verdauungstrakt und Nervensystem wurde schon im alten Griechenland gezielt eingesetzt. Heute gehört Staphisagria zu den wichtigsten Mitteln der homöopathischen Hausapotheke.

Herkunft

Das Stephanskraut ist ein Hahnenfußgewächs und in Südeuropa sowie Kleinasien heimisch. Die auch als giftiger Rittersporn bezeichnete Pflanze wächst am besten an steinigen Hängen und bevorzugt schattige Plätze. Die Samen – Stephanskörner genannt – enthalten große Mengen giftiger Alkaloide und können bei Verschlucken zu Atemlähmung und Herzstillstand führen. Wegen seiner Nutzung gegen Parasiten wurde das Stephanskraut auch oft als Läusepfeffer bezeichnet.

Potenzen und Darreichungsformen

Homöopathisch werden vor allem die Potenzen D6 und D12 sowie C30 und C200 genutzt. Die gesamte Heilpflanze kommt bei der Herstellung zum Einsatz.

Krankheitsbilder und Einflussfaktoren

Emotionen und körperliche Beschwerden sind bei typischen Staphisagria Krankheitsbildern eng verbunden. Sie zeigen sich in körperlichen Symptomen in folgenden Bereichen:

  • Magen-Darm-Trakt
  • Blase und Urogenitaltrakt
  • Haut und Schleimhäute
  • Zähne
  • Verstimmung mit intensiver Launenhaftigkeit

Viele Staphisagria-Patienten sind grundsätzlich zurückhaltend, „explodieren“ dann aber überraschend. Sie haben intensive Emotionen, die sich auf ihre körperliche Verfassung stark auswirken. Häufig spüren die Patienten ständigen und immer wieder den Ort wechselnden Juckreiz am Körper.

Anwendungsgebiete

Viele Anwendungsgebiete für Staphisagria entwickeln sich aus einem engen Zusammenspiel von Emotionen mit körperlichen Symptomen. Typische Anwendungsgebiete sind:

  • Blasenentzündung: vor allem nach Geschlechtsverkehr, Honeymoon-Zystitis
  • Gerstenkorn: an den Augenlidern, häufig trockene Augen mit Krusten, meist links, rissige und entzündete Lidränder
  • Verletzungen durch Stich oder Schnitt: Traumata mit „scharfem“ Werkzeug wie Stiche oder Schnitte, die oft schlecht heilen
  • Diffuse Hautausschläge: stark juckend, ohne klare Ursache, wechselnde Orte
  • Herbstdepression: wechselnde Launen mit Wutausbrüchen und Verstimmungen, oft zugleich Hautprobleme
  • Menstruationsbeschwerden: schmerzhafte Blutungen, Juckreiz in der Vagina, zugleich geschwollenes, blutendes Zahnfleisch
  • Bindehautentzündung: stark juckende Augen und Lider, rot und stark geschwollen

Die meisten Patienten unter Staphisagria profitieren von möglichst viel Ruhe und Wärme. Nach dem Frühstück geht es dem Patienten meist am besten, während sich ein kurzes Schläfchen eher negativ auswirkt. Emotionale Tiefs durch Kummer, Stress oder Demütigung verschlechtern den Gesamtzustand ebenso wie Rauchen oder Geschlechtsverkehr.

Dosierung und Anwendung

Akute Beschwerden wie Sodbrennen, Blasenentzündung oder ein Gerstenkorn behandelt man mit drei- bis fünfmal täglich 5 Globuli mit der Potenz D6 oder D12. Diese Dosierung ist auch geeignet, um schlecht heilende Stich- oder Schnittwunden zu versorgen oder eine Herbstdepression zu lindern. Alternativ kann auch die einmal tägliche Gabe in D30 die Stimmung wieder anheben.

Schwangerschaft, Stillzeit und Baby

Während der Schwangerschaft kommt Staphisagria vor allem gegen Sodbrennen, bei häufigem Harndrang oder leichten Blasenentzündungen zum Einsatz. Besonders effektiv ist die Anwendung aber vor allem nach der Geburt, wenn es zu einem Damm- oder Kaiserschnitt gekommen ist. Es reduziert die Intensität der Nachwehen und fördert die Heilung der Schnittverletzungen.

Bei Babys hat Staphisagria einige wichtige Anwendungsgebiete: Es kann bei Bauchschmerzen und Blähungen ebenso helfen wie bei frühzeitigem Zahnkaries oder bei Milchschorf und anderen Hautausschlägen.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Trotz der hochgiftigen Heilpflanze, aus welcher das homöopathische Mittel Staphisagria hergestellt wird, ist das Mittel selbst sehr gut verträglich und sowohl für Schwangere als auch Babys und empfindliche Menschen gut geeignet.

Bildnachweis: Martina Osmy / Adobe Stock

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Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.