Geldanlage

Aktienmarkt – Rückblick erstes und Ausblick zweites Halbjahr 2015

Das erste Börsenhalbjahr 2015 ist Geschichte und es ist in der Summe für die meisten Anleger unter dem Strich sehr positiv verlaufen. Zumindest was wichtige Indizes anbelangt. Bei Einzelaktien hat es durchaus deutliche Unterschiede in der Entwicklung gegeben. Und vor allem zum Schluss des ersten Halbjahres hat die Griechenkrise die Märkte in Atem gehalten. Wie geht es jetzt weiter?

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass das erste Börsenhalbjahr – und hier vor allem das erste Quartal – für viele Aktionäre extrem gut gelaufen ist. Der DAX beispielsweise ist von rund 9.500 Punkten auf fast 12.500 Punkte gestiegen. Beim Euro STOXX 50 ging es von etwa 3.080 Punkten auf immerhin 3.800 Punkte nach oben. Der DOW-Jones hingegen ist leicht von knapp 18.000 Punkten auf inzwischen nur noch rund 17.700 Punkte gesunken.

Von der guten allgemeinen Stimmung auf den Börsenparketten konnten zahlreiche Aktien profitieren, auch wenn die Titel im Einzelfall nicht unbedingt zur ersten Liga der Aktien bzw. Unternehmen gehören. Ein Börsensprichwort besagt, dass "die Flut (die Hausse, eine Phase steigender Kurse) alle Boote (Aktien) hebt, auch die "Ollen" mit ihren Löchern im Rumpf (Firmen mit schlechten Geschäftsmodellen und schwankender Gewinnentwicklung)".

Für Anleger kann das problematisch werden, zumindest, wenn sie sich nicht intensiv mit der Aktienauswahl befassen und konsequent auf qualitativ exzellente Wachstumswerte und Weltmarktführern aus stabilen Branchen setzen, sondern auch auf Firmen mit Defiziten z. B. bei Kurs- und Gewinnentwicklung, Geschäftsmodellen und Management.

Das zweite Quartal war eher geprägt von Konsolidierungen. Kein Wunder, denn bei Steigerungsraten von teilweise mehr als 30 % innerhalb von drei Monaten sind Korrekturen nicht nur normal, sondern auch gesund und notwendig, um Übertreibungen weit gehend ausschließen zu können. Aber Ende Juni stand der DAX noch bei knapp 11.000 Punkten, immerhin noch ein Plus von fast 16 %. Die Steigerung vom Euro-STOXX 50 ist mit gut 8 % zwar nicht ganz so gut, aber auch nicht zu verachten.

Und wie wird es in 2015 weitergehen? In Anbetracht der aktuellen Probleme vor allem mit Griechenland, aber auch vor dem Hintergrund, dass andere Krisen, z. B. in der Ukraine oder Terroranschläge, nicht ausgestanden sind, sind kurzfristige seriöse Prognosen kaum möglich. Auf Sicht von einigen Monaten kann es durchaus zu starken Kursrückgängen kommen. Fakt ist aber auch, dass politische Börsen in der Regel kurze Beine haben.

Will heißen, dass die Börsenkurse bei schwierigen politischen Entwicklungen zwar schwanken und auch stark "abtauchen" können, es aber meist schnell zu einer Erholung kommt. Anleger, die investiert, und gute Wachstumswerte und Weltmarktführer ausgewählt haben, sollten in jedem Fall Ruhe bewahren, und prüfen, ob sie ihre Aktien besser behalten wollen. Denn Kursrückgänge finden ja solange man nicht verkauft, erst einmal "nur" auf dem Papier statt.

Echte Verluste entstehen nur beim Verkauf. Und wer Aktien von Unternehmen besitzt, die regelmäßig Dividenden zahlen, erhält zumindest ein Trostpflaster. Und unabhängig von allen Krisen werden die Menschen weltweit nach wie vor einen steigenden Bedarf an Lebensmitteln, Gesundheitsartikeln und -dienstleistungen, Chemieprodukten oder Telekommunikations- und Internet-Dienstleistungen haben.

Ganz mutige Anleger können überlegen, ob sie zumindest einen Teil ihres für mehrere Jahre frei verfügbaren Geldes dazu nutzen, bei Kursrückgängen moderat nachzukaufen. Sie müssen allerdings damit rechnen, dass es zumindest kurzfristig zu Kursrückgängen kommen kann.

Allerdings haben die Erfahrungen der letzten fast 100 Jahre gezeigt, dass die Kurse führender Indizes und Unternehmen trotz aller bisherigen Krisen, z. B. Weltkriege, Öl- oder Finanzkrisen, unter dem Strich immer weiter gestiegen sind. Und wem ein Investment in Einzelaktien zu riskant erscheint, kann überlegen, ob er in breit aufgestellte ETF-Fonds investiert, entweder einmalig oder regelmäßig monatlich.

Mit letzterem Vorgehen profitieren Anleger auch im Fall von Kursrückgängen, da sie, wenn sie immer den gleichen Betrag anlegen, einen höheren Anteilswert erwerben. Bei steigenden Kursen verhält es sich allerdings umgekehrt.

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Jörgen Erichsen