Was sind eigentlich Eurobonds genau?

Immer mehr Länder flüchten unter den europäischen Rettungsschirm und es ist nicht absehbar, wann die Krise endet. Jetzt schlagen einige Politiker so genannte „Eurobonds“ vor, die den Euro und die finanziell angeschlagenen Länder retten könnten. Wir erklären, was Eurobonds sind.

Die Diskussionen um die europäische Schuldenkrise ebben nicht ab. Nach der vorläufigen Rettung Griechenlands folgte eine Hilfsaktion für Irland. Weitere EU-Länder müssen zittern. Der Markt für Staatsanleihen kommt nicht zur Ruhe.

Zur Stützung des Anleihenmarktes hat die Europäische Zentralbank ihr Grundkapital erhöht. Das ist notwendig geworden, um weiterhin Anleihen von Ländern wie Griechenland, Portugal und Spanien kaufen zu können. Mit der Erhöhung des Grundkapitals wurde ein Sicherheitspuffer aufgebaut, um mögliche Abschreibungen oder Zahlungsausfälle im Anleihen-Portfolio besser verkraften zu können. Das frische Kapital schafft zusätzlich noch Platz für weitere Anleihen-Käufe.

Eurobonds als Lösung für die Schuldenkrise?

Es ist jedoch fraglich, ob diese Maßnahme den Euro nachhaltig stabilisieren kann, denn der Aufkauf von Staatsanleihen aus Krisenländern ist lediglich eine Verschiebung der Schulden unter das Dach der Zentralbank. Das Schuldenproblem wird dadurch nicht gelöst. Diese Maßnahme beruhigt die Märkte immer nur kurzfristig und verpufft schnell wieder. Als Lösungsvorschlag wird daher vermehrt die Einführung von Eurobonds verlangt.

Die Eurobonds: Gemeinschaftlich durch dick und dünn

Eurobonds sind Anleihen, die von allen Euro-Mitgliedsländern gemeinschaftlich am Markt platziert werden. Das bedeutet, dass die Euro-Länder als Einheit auftreten und als Ganzes Kapital bei den Investoren einsammeln. Das eingenommene Geld kann dann innerhalb der Eurozone so verteilt werden, wie es gerade gebraucht wird (ein fiktives Beispiel: von der nächsten Emission erhält Spanien 30%, Frankreich 20%, Griechenland 20% und Deutschland 30%).

Die Haftung für die Euro-Anleihe wird auf die gesamte Euro-Zone verteilt. Die Staaten haften also gesamtschuldnerisch und die Euro-Länder sind gemeinsam für die Rückzahlung verantwortlich. Fällt ein Land aus, müssen die anderen Euro-Länder einspringen. Genau hier liegen sowohl die Pro- als auch Contra-Argumente zu den Eurobonds, wie Teil zwei und drei dieser Eurobonds-Serie zeigen werden.

Veröffentlicht am 29. Juni 2012
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