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Schalke-Anleihe: So vermeiden Sie ein blaues Wunder

Schalke-Anleihe: So vermeiden Sie ein blaues Wunder
geschrieben von Burkhard Strack

Schalke 04 leiht sich Geld mit einer börsennotierten Anleihe Geld. Die Zinsen sind ordentlich – aber wie sieht es mit dem Risiko aus? Wer investieren will, sollte an die typischen Unwägbarkeiten beim Fußball denken. Lesen Sie hier, was für und gegen die Schalke-Anleihe spricht.

Sportliche Erfolge und die regionale Nähe sind nicht die einzigen Gemeinsamkeiten der Fußballvereine Borussia Dortmund und Schalke 04: Dortmund und Schalke sind die einzigen beiden deutschen Fußball-Clubs, die an der Börse vertreten sind.

Erste börsennotierte Anleihe eines Fußball-Vereins

Die Aktie des Dortmunder Fußballvereins notiert bereits seit dem Jahr 2000 an der Börse. 12 Jahre später hat nun auch der Erzrivale Schalke 04 das Börsenparkett betreten. Schalke hat keine Aktien an der Börse platziert, dafür aber die erste börsengehandelte Unternehmensanleihe eines deutschen Fußballvereins.

Die Eckdaten der Anleihe: Schalke hat sich für eine Laufzeit von 7 Jahren 35 Mio. Euro geliehen (geplant waren 50 Mio. Euro). Mit dem Erlös sollen einige Alt-Schulden neu finanziert werden. Der Zinssatz liegt bei 6,75%. Damit auch Kleinanleger zugreifen, wurde ein relativ geringer Nennbetrag (gleichzeitig Mindestgröße) von 1.000 Euro festgelegt. Die Anleihe ist an der Börse Frankfurt notiert. Sie kann börsentäglich ge- und auch verkauft werden.

Die Konditionen der Schalke-Anleihen wirken attraktiv. 6,75% Zinsen sind mit sicherem Banksparen nirgendwo zu bekommen.  Außerdem kann man sich jeden Samstag über den Zustand des Unternehmens informieren. Aber sollten Privatanleger auch zugreifen? Meine klare Empfehlung lautet: Meiden Sie börsengehandelte Fußball-Investments!

Was der Schalke-Anleihe gefährlich werden kann

Fußball ist für viele Menschen das schönste Hobby der Welt, aber Geld kann man damit an der Börse nur sehr selten verdienen. Bei der Schalke-Anleihe muss der Verein „nur“ regelmäßig Zinsen zahlen und am Ende der Laufzeit den Nennwert zurückzahlen.

Doch das hört sich einfacher an, als es in der sportlichen Wirklichkeit ist. Es reicht im schlimmsten Fall ein einziges „Seuchenjahr“ (viele Verletzungen, neue Spieler schlagen nicht ein, falscher Trainer) mit Abstieg aus der 1. Bundesliga, um den Verein finanziell Richtung Abgrund zu treiben.

Schalke hatte vor gar nicht langer Zeit mit solchen Problemen zu kämpfen: In der Saison 2010/2011 reichte es z. B. nur zu Platz 14. Und fast bis zum letzten Spieltag musste Schalke gegen den Abstieg kämpfen.

Vorbereitet scheinen die Verantwortlichen auf solche Schwierigkeiten nicht zu sein: Auf Nachfrage eines Analysten, wie sich ein Abstieg finanziell auf Schalke auswirken könnte, antwortete der Verein: „Ein Abstieg ist nicht Teil unserer Planung.“ Es gibt keinen Plan B. Das ist kein solides Fundament für ein langfristiges Börsen-Investment.

Nur wenn Sie auch einen Verlust hinnehmen könnten, weil Zinszahlungen ausbleiben oder nach sieben Jahren die Anleihe nicht oder nicht voll zurückgezahlt wird, sollten Sie die Schalke-Anleihe in Erwägung ziehen. Weitere Informationen zur Schalke-Anleihe hat der Verein auf seiner Homepage veröffentlicht.

Eine Alternative: Wenn Sie hohe Zinsen erzielen möchten, aber nicht unbedingt auf das Geschäft Fußball setzen wollen, sollten Sie sich den Markt für Mittelstands-Anleihen anschauen. Zu Chancen und Risiken lesen Sie hier unseren Artikel zu Mittelstands-Anleihen.

Auf experto.de finden Sie noch eine weitere Einschätzung zur Schalke-Anleihe.

Bildnachweis: blende11.photo/ Adobe Stock

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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