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Warum wir lügen und wie man Lügen erkennen kann

Lesezeit: 3 Minuten Warum bleiben wir nicht einfach bei der Wahrheit, wenn wir etwas sagen. Das hat sicherlich viele Gründe, manchmal auch ehrenwerte. Genau genommen wachsen unsere Kinder schon mit Unwahrheiten auf. Es sind die Eltern, die diese Unwahrheiten verbreiten. Eltern sind eigentlich Vorbilder und sollten das nicht tun, aber sie tun es. Sie senden die Zahnfee, das Christkind, den Osterhasen und vieles mehr.

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Warum wir lügen und wie man Lügen erkennen kann

Warum wir lügen und wie man Lügen erkennen kann

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Menschen lügen, aber warum? Die Gründe für das Lügen mögen verschiedene Ursachen haben, die Wirkung bleibt jedoch gleich. Wenn man einmal belogen wurde, dann verliert man das Vertrauen in diese Person und stellt die Person immer wieder durch Lügentests auf die Probe.

Wir brauchen nicht immer einen Lügentest zu machen, um zu wissen, ob jemand lügt. Gelogen wird nicht nur situationsbedingt, es ist teilweise Bestandteil von verschiedenen Kulturen oder gehört sogar zum guten Ton. Zum Beispiel, wenn man eine seiner Kundinnen im Theater trifft und Ihr trotz ihres geschmacklosen Outfits ein Kompliment über ihr gutes Aussehen macht.

In Großbritannien ist man grundsätzlich „Fine“ wenn man gefragt wird „How are you?“. In einigen fernöstlichen Kulturen wird der Chef grundsätzlich angelogen, wenn etwas schief gelaufen ist. Man wird ihm immer genau das sagen, was er hören will, und das entspricht in den wenigsten Fällen der Wahrheit.

Neueste Skandale über die Doktorarbeiten von mittlerweile zurück getretenen Politikern bestätigen, dass in allen sozialen Schichten gelogen wird. Auch bei den Geschlechtern scheint es wenig Unterschied zu geben. Wie oft wir lügen, hängt von der Persönlichkeit und dem persönlichen Lebensstil ab. Die berühmten 200 Mal pro Tag sind nicht immer zutreffend; böse Zungen könnten auch diese Zahl eine Lüge nennen. Stellen Sie sich doch einmal selbst auf die Probe und machen Sie einen Lügentest. Schreiben Sie auf, wann und warum Sie gelogen haben.

Hier einige Gründe für das Lügen:

  • Aus Angst wie zum Beispiel Verlustangst
  • Aus Zeitnot oder anderen Nöten heraus (Notlüge!)
  • Unter sozialen oder psychischem Druck
  • Rücksichtnahme vor den Gefühlen anderer
  • Um zu beeindrucken
  • Wenn man sich rechtfertigen muss und um Konsequenzen zu entgehen
  • Usw.

Glaubt man einer amerikanischen Studie von Robert Feldmann von der University of Massachusetts, die mit 121 Studenten durchgeführt wurde, dann lügen wir in einem kurzen Gespräch von ca. 10 Minuten Dauer ca. 2,9 mal, insbesondere dann, wenn wir andere beeindrucken wollen. Dabei spielte es keine Rolle ob die Personen männlich oder weiblich waren oder ob sie ihren Gesprächspartner wieder sehen werden oder nicht.

Feldmann folgerte daraus, dass es keine typische Lügenpersönlichkeit gibt, sondern vielmehr ein typisches Lügnerumfeld. Leistungsdruck steht hierbei an erster Stelle. Wer sich rechtfertigen und beweisen muss, der wird eher flunkern und betrügen als jemand der mit beiden Beinen im Leben steht und niemandem etwas beweisen muss. Feldmann hat herausgefunden, dass unter den 18- bis 34-jährigen eher geflunkert wird als bei Senioren.

An Schulen und Universitäten werden Noten mittlerweile unverhältnismäßig oft erschlichen. Man schaue sich nur einmal im Web um, wie viele Sites es gibt, die Tipps oder Anleitungen zum Spicken geben oder Testergebnisse sogar veröffentlichen.

Wie kann man Lügen erkennen? – Der Körper lügt nicht!

Spätestens seit „Lie to me“ wissen wir, dass Lügen sich in der Körpersprache widerspiegeln. Verbal können wir also noch so dick auftragen, unser Körper spricht eine eindeutige Sprache dagegen. Hier einige Beispiele:

  • Wenn ein Mensch lügt, dann wird er direkten Augenkontakt vermeiden. Wer jedoch darauf besteht, dass er nicht lügt, weil er Ihnen die Augen schauen kann, dann lügt er mit ziemlicher Sicherheit
  • Wer lügt, dessen Stimme ist meistens leicht erhoben und lauter als normal. Auch neigt diese Person dann dazu, das Gesprächsthema zu wechseln
  • Wer lügt, der greift sich öfter ins Gesicht, an den Hals oder Mund. Sie kratzen sich an Nase und Ohr
  • Wer lügt, redet meistens mehr als normal und weicht in unwichtige Details ab. Gesprächspausen werden vermieden, da der Gesprächspartner dann Fragen stellen und die Lüge enttarnt werden könnte. Auch werden gerne Witze oder sarkastische Bemerkungen gemacht.
  • Die emotionale Unterstützung für die Aussage tritt, wenn überhaupt, erst verzögert ein und ist dann unnatürlich lang, um danach ein jähes Ende zu finden. Worte und Emotionen passen nicht zusammen.
  • Wer lügt benutzt für die Beantwortung einer Frage häufig die gleichen Worte wie der Fragesteller. Die Frage „Haben Sie die Akte aus meinem Schrank genommen?“ wird mit großer Wahrscheinlichkeit mit „Nein, ich habe die Akte nicht aus Ihrem Schrank genommen“ beantwortet, während eine Person, die die Wahrheit sagt eher antworten würde „Ich? Nein! Welche Akte?“ Eine solche kurze und spontane Aussage deutet eher auf die Wahrheit hin.
  • Stellen Sie die Person, von der Sie denken, dass sie lügt, auf die Probe. Wechseln Sie das Thema abrupt. Ist die Person ein Lügner, dann wird sie Ihnen bereitwillig folgen. Jemand, der nicht gelogen hat, wird sich über den schnellen Themenwechsel eher wundern und dies zum Ausdruck bringen oder sogar wieder auf das Thema zurückkommen.
  • Wer lügt, gestikuliert mehr und übertrieben. Diese Gesten sollen die Glaubwürdigkeit der gelogenen Aussage unterstreichen
  • Auch Nervosität weist auf eine Lüge hin. Wer sich während einer Unterhaltung ständig durch die Haare fährt oder die Füße nicht still halten kann, von einem Fuß auf den anderen tritt und beim Sitzen die Füße nicht am Boden halten kann, der erzählt wahrscheinlich Seemannsgarn. Diese Zappelei signalisiert eigentlich nur, dass die lügende Person der Situation entkommen möchte (Fluchtinstinkt).
  • Die Tonlage bei Lügen ist oftmals eher monoton und der sonst übliche Singsang wird fehlen. Das ist eine Unsicherheit, die eintritt, da der Lügner nicht weiß, ob man ihm seine Geschichte abnehmen wird oder nicht. Oftmals geht der Tonfall mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf einher.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn jemand die Worte „ehrlich“ oder „glauben Sie mir“ benutzt, um seine Glaubwürdigkeit zu beweisen.

Bildnachweis: pathdoc / stock.adobe.com

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