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Shared Services im Personalwesen: Onshore, Nearshore, Offshore

Lesezeit: 2 Minuten Ist entschieden, Teile der Personalarbeit im Rahmen einer Shared Services Organisation zu erbringen, stellt sich die Frage nach dem Standort dieser Einheiten. Diese Frage muss unabhängig davon beantwortet werden, ob die Leistungen aus dem Unternehmen ausgegliedert werden (Outsourcing) oder im eigenen Haus erbracht werden.

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Shared Services im Personalwesen: Onshore, Nearshore, Offshore

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Shared Service Center im Personalwesen sind mehr als in anderen Bereichen darauf angewiesen, dass die in ihnen beschäftigten Mitarbeiter Sprachkenntnisse und ggf. auch arbeitsrechtliche Kenntnisse des Landes haben, in dem ihre Kunden angesiedelt sind. Dies schränkt die grundsätzliche Entscheidungsfreiheit im Vergleich zu anderen Bereichen (z. B. Procurement, Financials) stark ein.

Onshore
Das Shared Service Center als Dienstleister hat seinen Standort im gleichen Land wie seine Kunden. Dies ist typisch für unternehmensinterne Lösungen und hat den Vorteil, dass Sprachprobleme entfallen und Fachkenntnisse relativ leicht verfügbar sind. Darüber hinaus kann die geographische Nähe zum Kunden vorteilhaft für Kontakt- und Entscheidungswege sein.

Im Gegenzug dazu sind die Potenziale für Kosteneinsparungen gering. Es können lediglich Kostengefälle innerhalb eines Landes und ggf. Lösung von Tarifbindungen genutzt werden.

Nearshore
Diese Lösungen sind dadurch gekennzeichnet, dass die Leistungserbringung in einem Nachbarland erfolgt, in dem eine günstigere Kostenstruktur bei gleichzeitiger kultureller Nähe zum Auftraggeber herrscht. Seit einigen Jahren werden in osteuropäischen Großstädten Shared Service Center aufgebaut, die Leistungen für westeuropäische Länder erbringen.

Der anfänglich glorifizierte Kostenvorteil wird jedoch nach und nach abgeschmolzen und wird in einigen Jahren insbesondere für die "Premiumstandorte" verschwunden sein. Hier geeignete Arbeitskräfte für Personalaufgaben zu finden, ist bereits jetzt zum Glücksspiel geworden. Der Trend geht derzeit dazu, Standorte in zweiter Reihe aufzubauen, wobei das Problem der verfügbaren Arbeitskräfte – insbesondere wegen der erforderlichen Sprachkenntnisse – signifikant bleibt.

Offshore
Hier haben wir es mit wahrhaft globalen Lösungen zu tun. Die Entfernung zum Auftraggeber (sowohl geographisch als auch kulturell) spielt keine Rolle. Die Leistungen werden dort erbracht, wo sie unter gegebenen Qualitätsanforderungen am günstigsten sind. Die bekannteste Offshore-Lokation für den Dienstleistungsbereich ist Indien, aber auch Länder wie Philippinen oder Malaysia kommen in Frage.

Problematisch in diesen Ländern sind neben den Sprachkenntnissen (in der Regel sind ausschließlich Englischkenntnisse verfügbar) die hohe Fluktuation und die damit verbundenen Einarbeitungskosten.

Vor- und Nachteile des Nearshorings und Offshorings
Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit zu effizientem Ressourceneinsatz sollte man dem Hype des Near- und Offshorings kritisch gegenüber stehen. Wenn im eigenen Land nach wie vor Menschen für fünf Euro pro Stunde beschäftigt werden, die einen inländischen Schulabschluss haben, dem Kulturkreis verbunden sind und die Sprache der Kunden sprechen, müssen die Kostenvorteile schon enorm sein, die eine Verlagerung von Dienstleistungen des Personalwesens mit allen Risiken in andere Länder rechtfertigen.

Nicht zu unterschätzen sind in diesen Fällen auch die Kosten für die im Land verbliebene Restorganisation mit Steuerungsfunktionen und Wahrnehmung der nicht im Ausland abzudeckenden Leistungen sowie die Reibungsverluste, die durch grenzüberschreitende Dienstleistungen entstehen.

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