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Seniorendörfer selber planen!

Lesezeit: 2 Minuten Was tun, um Seniorendorf-Projekte, wo sie sinnvoll sind, auf den Weg zu bringen? Wer wartet, bis andere etwas tun, wird vermutlich lange und vergeblich warten. Doch als Bewohner eines zum Seniorendorf fortzuentwickelnden Quartiers etwa, kann man selbst die Initiative ergreifen.

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Seniorendörfer selber planen!

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Seniorendörfer: Wie will man im Alter leben?
Jenseits der 50 und mit bis zu 30 Jahren Rentnerdasein vor sich, schreibt Burghard Strassmann in der ZEIT (Nr. 47, 17.11.2005), fragten sich viele plötzlich, wie sie im Alter eigentlich leben wollten. Wie sie nicht leben wollten, wissen die meisten allerdings bereits definitiv: "Nicht allein und nicht im Heim".

Die Studie "Leben und Wohnen im Alter", Mitte 2005 gemeinsam vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) und der Bertelsmann-Stiftung vorgelegt, dokumentiert ein großes Interesse der jungen Alten an alternativen Wohnformen: 65 Prozent der Seniorenhaushalte sind prinzipiell umzugsbereit, wenn das Alternativ-Modell sie anspricht. 80 Prozent könnten sich eine stationäre Unterbringung selbst dann nicht vorstellen, wenn sie zum Pflegefall werden.

Doch der Schritt von der guten Idee zur Ausführung, so musste Strassmann aufgrund eigener Recherchen feststellen, ist offenbar voller Hindernisse. Gut funktionierende Altengemein-schaften sind "so rar, wie der Wunsch danach groß" ist.

Seniorendörfer finden breites Interesse
In letzter Zeit stoßen so genannte "Seniorendörfer" auf breites Interesse, werden aber von Sozialwissenschaftlern und Kommunalpolitikern oft abgelehnt, weil erstere das Entstehen geschlossener Alten-Reservate nach US-amerikanischem Vorbild als integrationsfeindlich betrachten und letztere den zusätzlichen Flächenverbrauch für Neubausiedlungen am Stadtrand angesichts der demografischen Entwicklung und zunehmender Leerstände in den Ortskernen unter dem Gesichtspunkt der Infrastrukturfolgekosten für kontraproduktiv halten.

Seniorendorf als Sanierungsmaßnahme bestehender Ortskerne
Die Seniorendorf-Idee lässt sich aber auch als Sanierungsmaßnahme bestehender Ortskerne realisieren. Ihr wichtigster Vorteil besteht darin, ihren Bewohnern ein wesentlich größeres Maß an Distanz zu ermöglichen als Senioren-WGs, Mehrgenerationen-Häuser, Groß-Lebensgemeinschaften auf Bauernhöfen usw. Sie sind daher nicht so krisenanfällig und anstrengend.

Zudem lassen sich im Rahmen solcher implantierten Seniorendorf-Strukturen mancherlei Aufgaben und Projekte realisieren, die der weiteren Verödung des ländlichen Raums entgegenwirken. So kann etwa unter ihrem Dach auch die Versorgung der überaltert zurückbleibenden Stammbevölkerung geregelt werden.

Kleine Läden und Handwerksbetriebe bleiben erhalten oder können als Gemeinschaftsprojekte neu belebt werden. Auch bestimmte Aufgaben der Kinderbetreuung können von rüstigen Senioren noch geleistet werden. Im Bau-, Versorgungs- und Pflegebereich neu entstehende Arbeitsplätze oder die Entlastung der Erwerbstätigen von Betreuungsaufgaben für Kinder oder pflegebedürftige Eltern   verhindern die weitere Abwanderung junger Familien oder bewirken sogar deren Zuzug.

Wie bringt man Seniorendorf-Projekte auf den Weg?
Was aber tun, um Seniorendorf-Projekte, wo sie sinnvoll sind, auf den Weg zu bringen? Wer wartet, bis andere etwas tun, wird vermutlich lange und vergeblich warten. Doch als Bewohner eines zum Seniorendorf fortzuentwickelnden Quartiers kann man selbst die Initiative ergreifen, einen Gründer-/Träger-Verein gründen, die Gemeindeverwaltung mobilisieren u. a. m.

Seit Oktober 2010 gibt es die Seite Wohnprojekte-vz. Hier können Seniorendorf- und andere Wohnprojekte, die sich bereits in Gründung bzw. in konkreter Planung befinden, eingetragen werden. Auf derselben Seite werden demnächst Anmelde-Foren eröffnet für Einzelpersonen, die Anschluss an eine Projektgruppe suchen, für Projektgruppen, die noch auf der Suche nach einem geeigneten Objekt sind sowie für bereits fertig gestellte Projekte, in denen bereits Bewohner leben.

Wer Informationen darüber sucht, welche Rechtsform für eine Seniorendorf-Gründung am günstigsten wäre, findet in der Broschüre "Rechtsformen für Wohnprojekte" der durch das Land Nordrhein-Westfalen geförderten Stiftung trias anschauliche Hinweise.

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