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In drei Schritten zum Borrowing-Base-Kredit

Beim sogenannten Borrowing-Base-Kredit wird ausschließlich Ihr Umlaufvermögen als Kreditsicherheit genutzt. Ob sich diese neue Finanzierungsquelle für Sie lohnt und wie Sie dieses Instrument nutzen können, erfahren Sie in folgendem Beitrag.

In drei Schritten zum Borrowing-Base-Kredit

Beim Borrowing-Base-Kredit handelt es sich um eine noch relativ neue Form der Kreditbesicherung.

Was ist neu am Borrowing-Base-Kredit?

Anders als bei einer herkömmlichen Finanzierung wird der Borrowing-Base-Kredit ausschließlich durch das Umlaufvermögen Ihres Unternehmens gesichert. Wächst Ihr Umlaufvermögen (Warenbestand, Forderungen u. Ä.), wächst auch der Kreditrahmen. Diese Form der Kreditvergabe mittels Borrowing Base ist daher insbesondere für stark wachsende oder rohstoffabhängige Unternehmen interessant.

So stellen Sie fest, ob sich der Borrowing-Base-Kredit für Ihr Unternehmen eignet

Grundsätzlich ist Borrowing Base für jede Branche anwendbar. Besonders attraktiv wird diese Form der Liquiditätssicherung allerdings – je nach Branche – erst ab einem Umsatzvolumen von ca. 5 bis 10 Mio. €. Zusatzvorteil: Im Allgemeinen liegen die Zinssätze unter denen für einen Betriebsmittelkredit.

Schritt 1: Auswahl passender Sicherheiten für Ihren Borrowing-Base-Kredit

Vor der Kreditvergabe wird die Bank Ihr Umlaufvermögen detailliert prüfen. Als Kreditsicherheiten für das Borrowing Base kommen in der Regel Warenbestände (Rohstoffe, fertige und unfertige Erzeugnisse) und Forderungen in Betracht.

Schritt 2: Bestimmung der Beleihungsgrenzen für Ihren Borrowing-Base-Kredit

Banken werden bei ihrer Bewertung des Umlaufvermögens Sicherheitsabschläge vornehmen. Daher werden Ihre Forderungen durch die Borrowing-Base-Experten unter Berücksichtigung der Qualität des firmeninternen Risikomanagements und der Verwertungsrisiken beurteilt. Überfällige oder zweifelhafte Forderungen werden häufig gar nicht berücksichtigt.

Auch die Waren bzw. Vorräte werden nicht mit dem ausgewiesenen Buchwert angesetzt. Allerdings variiert die Höhe der vorgenommenen Abschläge je nach Art der Ware. Zusätzlich können bestimmte Kennziffern, wie zum Beispiel die durchschnittliche Lagerdauer, in die Bewertung mit einfließen.

Die Berechnungsmethode für die Bewertung des Umlaufvermögens sowie die vorgenommenen Abschläge werden im Borrowing-Base-Kreditvertrag festgelegt und bei Bedarf angepasst.

Schritt 3: Sicherungsrechte für den Borrowing-Base-Kredit überprüfen

Wenn Sie sich grundsätzlich mit der Borrowing-Base-Bank über die Bewertung Ihrer Sicherheiten geeinigt haben, ist in Schritt drei zu prüfen, in welchem Umfang Ihr Umlaufvermögen überhaupt abtretbar ist. Die Borrowing-Base-Bank wird nur solche Sicherheiten akzeptieren, auf die sie das erste Zugriffsrecht hat. Sie wird daher sicherstellen, dass keine vorrangigen Sicherheiten bestehen, wie zum Beispiel Eigentumsvorbehalte für gelieferte Waren.

Sie berichten regelmäßig mit Borrowing-Base-Reports

Nach der Bewilligung des Borrowing-Base-Kredits liefern Sie Ihrer Bank in vereinbarten Abständen Informationen über die Entwicklung des Umlaufvermögens (Borrowing-Base-Reports).

Das Verfahren, gemeinsam mit der Bank die Daten zu erheben, ist in jedem Fall nutzbringend: Einerseits liefert es der Bank die Grundlage für die sichere Gewährung von Kreditmitteln, andererseits erhalten Sie nach Abschluss der Eingangsprüfung quasi ein genaues Bild über die Finanzstruktur Ihres Unternehmens. Die so gewonnenen Einsichten sind als Vorbereitung für allgemeine Sicherheitenbewertungen sinnvoll, da Sie Risiken frühzeitig aufdecken und mögliche Chancen besser einschätzen können.

Leider bieten noch nicht viele regionale Kreditinstitute diese neuen Finanzierungsmöglichkeiten an. Das Angebot wird aber täglich größer und auch im Internet können Sie schon eine entsprechende Anfrage für Ihren Borrowing-Base-Kredit stellen.

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