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Achtung Fettnäpfchen – Interkulturelle Kommunikation in Japan

Lesezeit: 3 Minuten Lange schon nicht mehr sind geschäftliche Aktivitäten lediglich auf den Westen konzentriert. Der Handel breitet sich immer weiter aus, man spricht von einer globalen Wirtschaft. Während die Kulturen in der westlichen Hemisphäre weitgehend erschlossen sind, sind wir, was die östliche Hemisphäre betrifft nach wie vor verunsichert, da die Unterschiede teilweise doch erheblich sein können.

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Achtung Fettnäpfchen – Interkulturelle Kommunikation in Japan

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Begrüßung auf Japanisch

Eine der wichtigsten Regeln für interkulturelle Kommunikation in Japan betrifft die Begrüßung. Anders als in westlichen Ländern reicht schüttelt man sich in Japan nicht die Hand, sondern man verbeugt sich voreinander. Männer belassen ihre Hände dabei auf ihren Oberschenkeln.

Die Damen legen die Hände vor ihrem Oberkörper übereinander. Bei dieser Zeremonie gilt, je tiefer die Verbeugung, desto größer ist der Respekt vor der jeweiligen Person. Im Geschäftsleben sind 45° üblich.

Sicherlich begrüßt man es, wenn auch Sie als Kulturfremder dieses Ritual beherrschen, man nimmt es Ihnen jedoch  nicht übel, wenn Sie lediglich mit einem Nicken Ihre Verbeugung andeuten und somit Ihren Respekt zollen. Einige Japaner praktizieren jedoch auch die westliche Begrüßungsmethode und reichen zur Begrüßung die Hand. Sollten Sie sich nicht ganz sicher sein, dann lassen Sie zunächst anderen den Vortritt oder warten Sie ab, was Ihr Gegenüber macht.

Die Anrede Herr oder Frau gibt es in Japan nicht. Üblicherweise wird an den Nachnamen ein "san" angehängt. Weiterhin wird das Suffix "Sama" verwendet, was rangtechnisch über dem "san" steht. Dies wird im Übrigen auch im elektronischen Schriftverkehr verwendet. Davon ausgeschlossen ist der eigene Namen, der der eigenen Firma, anderer Familienmitglieder, usw.

Die Bedeutung des Lächelns

In wohl kaum einem anderen Land gibt es so viele verschiedene Arten von Lächeln. Man lächelt nicht nur wenn man sich freut, sondern auch, wenn man verlegen ist, grundsätzlich um Höflichkeit zu bezeugen, jemanden zu beruhigen oder – ganz wichtig in Japan – um sein Gesicht zu wahren. Durch Beobachtung werden Sie mit der Zeit herausfinden, um welche Art Lächeln es sich handelt. Vergessen Sie jedoch nie Ihr Lächeln, selbst wenn es einmal heiß hergehen sollte.

Die Körpersprache

Grundsätzlich wird in Japan weniger und wenn, dann anders gestikuliert als bei uns in Deutschland. Während wir auf eine Person deuten, in dem wir mit unseren Zeigefinger auf dessen Brust richten, so tut man das in Japan, in dem man mit dem Zeigefinger auf die Nase deutet. Die japanische Geste für "Komm mal her" zum Beispiel entspricht unserer Geste für "Geh weg" (mit nach unten zeigenden Fingern Vor- und Zurückschwenken der Hand vor dem Körper).

Der Austausch von Visitenkarten

In Japan ein Ritual. Wenn Sie geschäftlich in Japan zu tun haben, dann sollten Sie stets ausreichend Visitenkarten dabei haben. Wird Ihnen eine Visitenkarte gereicht, dann sollten Sie im Austausch die Ihre überreichen. Die Ihnen überreichte Visitenkarte gilt es mit Interesse und Respekt zu behandeln.

Lesen Sie sich den Inhalt genau durch und kommentieren oder hinterfragen Sie das Geschriebene. Wenn Sie sitzen, dann legen Sie die Karte vor sich auf den Tisch. Erst nach einer Weile können Sie die Karte in Ihrer Aktentasche legen, auf keinen Fall jedoch in Ihrer Hosen- oder Jackentasche. Das gehört sich nicht und gilt als respektlos. Das gleiche gilt für Notizen.

Der Austausch von Geschenken

Auch in Japan erhalten kleine Geschenke die Freundschaft. Mehr noch, Gastgeschenke gehören zum guten Ton und sind sehr wichtig. Der Wert spielt dabei eine Rolle; das Geschenk sollte nicht zu teuer, aber auch nicht zu billig sein. Trägt das Geschenk einen bekannten und guten Markennamen und ist in Ihrem Land gefertigt, dann ist es besonders gern gesehen. Nicht nur das Geschenk selbst, sondern auch die Aufmachung ist wichtig. Am besten ist es, wenn Sie das Geschenk professionell verpacken lassen.

Wenn Sie ein Geschenk bekommen, dann erwartet man von Ihnen ein Gegengeschenk. Geschenke werden üblicherweise nicht in Anwesenheit des Schenkenden ausgepackt und auch das Dankeschön erfolgt erst bei einer Folgegelegenheit.

Komplimente

In Japan sind Komplimente Bestandteil einer guten Konversation. Auch damit bezeugt man seinen Respekt voreinander. Geizen Sie nicht damit, hin und wieder kleine Komplimente zu machen. Und wenn Sie eines bekommen, dann sollten Sie eher bescheiden damit umgehen und es zunächst zurückweisen, wobei Sie dieses Ritual sowohl mit Ihrer Mimik als auch Gestik unterstützen.

Eine japanische Sitte ist es, seinen Kollegen von einer Reise kleine Mitbringsel mitzubringen, vorzugsweise schnell konsumierbare Knabbereien. Planen Sie also eine Geschäftsreise nach Japan, dann vergessen Sie nicht, Entsprechendes im Koffer zu haben.

Das Benutzen von Mobiltelefonen

Die Annahme von Gesprächen während einer Besprechung ist nicht angebracht. Zwar liegen bei Japanern die Handys grundsätzlich offen auf dem Tisch, eventuelle Anrufe werden jedoch nur von Vorgesetzten angenommen. Um eventuellen Problemen aus dem Weg zu gehen, ist es zu empfehlen, dass Sie Ihr Handy abschalten.

Während einer Besprechung / eines Gesprächs

Wie in Großbritannien, so spielt auch in Japan der Small Talk eine Rolle. Wenn eine Besprechung beginnt, dann kommt man langsam über den Umweg des Smalltalks zum eigentlichen Thema. Besprechungsthemen werden folglich nie direkt und sofort angesprochen, dies ist Teil der Sozialisierung und wird auch von Ausländern erwartet.

Affirmationen während eines Gesprächs sollen bezeugen, dass man aktiv zuhört und das Gesagte auch versteht. Als Ausländer sollten Sie dies berücksichtigen und ebenfalls anwenden. Bedenken Sie jedoch, dass es sich bei den vielen Jas oder Hais lediglich um eine rein rhetorische Angelegenheit handelt und nicht um die Zustimmung zu einer Sache.

Also, Vorsicht bei Verhandlungen. Ein direktes Nein werden Sie von Japanern kaum hören. Wenn man in Japan über einen von Ihnen gemachten Vorschlag "nachdenken" will, dann kommt dies einer Ablehnung gleich.

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