Naturheilkunde

Biochemie – Schüssler-Salze: Abgrenzung zu Mineraltabletten

geschrieben von Andreas Brieschke

Schüssler-Salze sind Medikamente und keine Mineraltabletten zur Nahrungsergänzung. Sie haben eine klar definierte Wirkung auf den Körper. Über den Unterschied zu Nahrungsergänzungsmitteln lesen sie hier.

Schüssler-Salze sind keine Mineraltabletten
Viele Menschen halten die Schüssler-Salze entweder für Nahrungsergänzung im Sinne von Mineraltabletten oder für homöopathische Mittel. Diese beiden häufigen Missverständnisse bezüglich der Anwendung der Schüssler-Salze, möchte ich aufklären (siehe auch Teil zwei dieser Einführung). Die Anwendung der Schüssler-Salze erfolgt in einem eigenen System, mit klaren Richtlinien.

Wie wirken Schüssler-Salze? Was ist ein Mineralmangel?
Ein Mineralmangel im Sinne der Biochemie nach Schüssler (er spricht hier von Manko) ist immer funktionell zu begreifen. Wenn ein bestimmtes Mineral bzw. Salz dem Organismus nicht zur Verfügung steht, kommt es zu Funktionsstörungen.

Hierfür gibt es bestimmte Bedingungen:

  • Das entsprechende Mineral muss in ausreichender Menge vorhanden sein, d. h. mit der Nahrung zugeführt und im Darm aufgenommen werden.
  • Es muss in gelöster, die Chemie sagt: dissoziierter Form vorliegen, also in wässriger Lösung. Ein Salz zerfällt dabei in ein positiv geladenes Teilchen, das Kation und ein negativ geladenes, das Anion. Wir sprechen daher auch von Elektrolyten.
  • Es muss sich an der richtigen Stelle im Körper befinden, z. B. innerhalb oder außerhalb der Zelle.
  • Es gibt Wechselwirkungen der einzelnen Ionen untereinander, teilweise benötigen sie sich gegenseitig, teilweise hemmen sie sich. Dies kann sich dann auch noch je nach Funktion ändern.

Nur wenn alle diese Bedingungen erfüllt sind, kann ein Mineral seine jeweilige spezifische Aufgabe im Organismus wahrnehmen. Ein zu wenig, am falschen Ort oder ein zu viel eines anderen kann spezifische Störungen zur Folge haben.

Wenn beispielsweise Kalzium zwar in großen Mengen als Mineral im Knochen vorliegt, aber nicht genug im Blut gelöst ist, kommt es u. a. zu Gerinnungsstörungen.

Wir können funktionellen Mangel also nicht rein quantitativ begreifen, sondern besser als Verteilungsstörung mit entsprechenden Folgen für den Organismus.

Schüssler-Salze versus Nahrungsergänzung/ Mineraltabletten
Allgemein lässt sich sagen, dass sich die Frage nach einer ausreichenden Mineralversorgung nicht rein mengenmäßig beantworten lässt. Viel hilft nicht immer viel. Die heute weitverbreitete Anschauung, man müsste sich nur aus dem Supermarktregal die "gesunden" Kalzium-, Magnesium- oder Zinktabletten kaufen, um damit den Mineralmangel der Gemüse eben jenes Supermarktes auszugleichen, greift viel zu kurz. Gesund ist dies allemal nicht.

Eine biologische, am besten biologisch-dynamische Erzeugung zumindest der Grundnahrungsmittel wirkt da viel besser und ist für jeden bezahlbar. Ich spreche hier von Getreide, Kartoffeln, Mohrrüben und allem was in der Erde wächst. So tut man etwas für sich, die alte Mutter Erde und spart außerdem Geld für Tabletten.

Inwieweit wir die hochdosierten Mineralien aus den Tabletten überhaupt aufnehmen können, sei ebenfalls hinterfragt. Wenn das hochdosierte Kalzium dann zu Nierensteinen mineralisiert, haben wir das Gegenteil unserer Absicht erreicht. Ich möchte allerdings betonen, dass die Gabe gut gemachter Mineralpräparate unter Umständen nötig und sinnvoll ist. 

Die Schüssler-Salze sind einfach viel eleganter
Durch ihre Potenzierung, d. h. die hohe Verdünnung in der die Elektrolyte in den Schüssler-Salzen vorliegen, wird eine Reihe der oben genannten Forderungen erfüllt.

Es sei noch mal betont, dass es um physiologische Vorgänge geht und die Elektrolyte oft in hohen Verdünnungen wirken. Das Ergebnis der Potenzierung lässt sich nun mit dem Zauberwort Oberflächenvergrößerung erklären. Dieses Prinzip ist so alt wie der Organismus selbst und wird überall angewendet. Ein Beispiel sei der Dünndarm: erst durch die riesige Oberfläche wird eine Resorption der Nahrungsstoffe überhaupt möglich.

Die Schüssler-Salze kommen nun quasi "vorverdaut" in den Körper und werden bereits von der Mundschleimhaut (deshalb im Mund zergehen lassen!) und im gesamten folgenden Verdauungstrakt aufgenommen. Sie stehen deshalb schnell zur Verfügung und sind schnell verteilt, d. h. sie gelangen einfacher in den Bereich, in dem sie benötigt werden.

Durch die quantitativ geringere Dosierung ist die Störung anderer Mineralien viel weniger zu erwarten.

Die Wirkung der Schüssler-Salze: Zusammenfassung
Die Schüssler-Salze können bis zu einem gewissen Grad Mängel ausgleichen, d. h. als Nahrungsergänzung eingesetzt werden. Dies gilt vor allem für die Spurenelemente. In viel größerem Maße dienen sie jedoch als wirksame Information, quasi Erinnerung des Körpers an die Bedingungen für einen balancierten Stoffwechsel eben dieses Salzes.

Sie können damit sowohl die Aufnahme verbessern, als auch die spezifischen Funktionen des jeweiligen Salzes ausgleichen helfen. Man kann die Biochemie nach Schüssler daher als Reiztherapie auf der Basis physiologischer und pathophysiologischer Beobachtungen bezeichnen.

Über Ihren Experten

Andreas Brieschke

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