Geldanlage

Aktienanlage: So halten Sie Ihr Depot im Gleichgewicht

geschrieben von Jörgen Erichsen

Wer in Aktien investiert, muss darauf achten, dass er Aktien aus mehreren Branchen erwirbt und dass der Anteil etwa gleich gewichtet ist. In der Praxis kommt es immer wieder dazu, dass sich trotz Auswahl guter Aktien einige Papiere besser und einige schlechter entwickeln. Folge: die Gewichtung verschiebt sich. Was ist zu tun, um Ihr Depot im Gleichgewicht zu halten?

Um ein Depot im Gleichgewicht zu halten, nie alles auf eine Karte setzen

Bei der Aktienauswahl sollte immer darauf geachtet werden, dass man immer mehrere unterschiedliche Aktien erwirbt, und zwar nicht nur aus einer, sondern aus mehreren Branchen. Je Branche sollte dabei in 2 – 4 unterschiedliche Papiere investiert werden. Welche Branchen grundsätzlich in Betracht kommen, wurde bereits mehrfach besprochen. Ziel dieser Diversifizierung, also Streuung, ist vor allem die Risikoreduzierung.

Entwickelt sich eine Aktie in einer Branche schlecht, besteht zumindest die Chance, dass sich das andere Papier besser entwickelt. Ähnlich verhält es sich mit den Branchen. Läuft es in einer Branche einmal weniger gut, entwickelt sich die andere dafür besser.

Verschiebungen in der Gewichtung vorprogrammiert

Damit kommt es im Laufe der Zeit aber zwangsläufig dazu, dass es Ungleichgewichte gibt. Beispielsweise, wenn sich einzelne Aktien oder eine Branche über einen längeren Zeitraum besser entwickelt als andere Aktien oder Branchen. Damit wird die Anfälligkeit des Depots gegenüber Schwankungen größer. Bricht z. B. eine Aktie ein, die sich über längere Zeit gut entwickelt hat, hat das überproportional negative Auswirkungen auf die Gesamtentwicklung.

Aufstellung immer wieder prüfen und Gleichgewicht suchen

Geringfügige Abweichungen vom Gleichgewicht können akzeptiert werden. Abweichungen von mehr als 10 – 15% sollten korrigiert werden. Eine Möglichkeit das Depot im Gleichgewicht zu halten wäre, von den Aktien, die besonders gut gelaufen sind, einen Teil zu verkaufen und sie in den Erwerb von Papieren zu stecken, die weniger gut gelaufen sind. Das Problem ist, dass man in der Praxis kaum bereit sein wird, sich von guten Aktien zu trennen und sie in vermeintlich schlechtere Papiere zu investieren.

Nicht zu vergessen ist, dass man erzielte Gewinne versteuern muss. Da ist es meist günstiger, die guten Aktien zu behalten, auf weitere Kurssteigerungen zu setzen und ggf. noch Dividenden zu kassieren. Eine andere Möglichkeit das Depot im Gleichgewicht zu halten wäre, freies Geld in den Kauf der Aktien zu investieren, die bisher weniger gut gelaufen sind.

Diese Vorgehensweise ist für viele Anleger aus psychologischer Sicht schwierig, zumindest dann, wenn Presse und Banken auch noch vom Kauf der "gefallenen Engel" abraten. Dennoch: Ist man weiter von einem Papier überzeugt – auch zur Aktienauswahl wurde bereits Stellung genommen – hat es sich in der Praxis bewährt, sich regelmäßig die Depotzusammenstellung zu aktuellen Kursen anzusehen und den Prozentanteil jeder Aktie und jeder Branche aufzustellen.

Bei Papieren und Branchen, die untergewichtet sind, wird so lange nachgekauft, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Schwächeln künftig bisher gut gelaufene Papiere und entwickeln sich die bisher schwachen Aktien besser, wird umgekehrt verfahren. Ist man von einer Aktien nicht mehr überzeugt, sollte verkauft und in eine Alternative aus der gleichen Branche investiert werden; auch hier, bis das Depot wieder im Gleichgewicht ist.

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Jörgen Erichsen

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