von Jutta Baur, veröffentlicht in Stress
Warum Stress durch Lampenfieber?
Als erstes sollte man wissen, was im Körper bei Lampenfieber passiert. Es handelt sich dabei um eine besondere Art von Stress, der uns, wie es oft bei diesem Thema der Fall ist, von Urzeiten her vererbt wurde. Er funktioniert praktisch vorausschauend und bringt den Körper auf Trapp in Erwartung einer Gefahr. Das hatte früher Sinn, als es darum ging, gefährliche Gegenden mit wilden Tieren oder unfreundlichen Zeitgenossen zu meiden.
Die beim Stress übliche Alternative von Kampf oder Flucht reduziert sich allerdings beim Lampenfieber auf die zweite Variante. Nichts wie weg hier, heißt die Parole.
Wie bei gewöhnlichem Stress folgt die Reihe der körperlichen Aktionen: Erhöhter Blutdruck, schnellerer Herzschlag, mehr Blut in den Muskeln. Der Körper ist bestens gerüstet, um zu fliehen. Im Kopf wird das kreative Denken weitestgehend ausgeschaltet. Schließlich ist es in der akuten Bedrohung nicht so wichtig, möglichst pfiffig das Weite zu suchen. Viel relevanter ist die Schnelligkeit.
Für das Lampenfieber, bei dem wir ja nicht tatsächlich auf der Flucht sind, bedeutet dieser Adrenalinstoß, dass die Leitfähigkeit der Nervenverbindungen stark eingeschränkt wird. So richtig clever sind wir dann nicht mehr und ein Filmriss wird durchaus möglich.
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