von Jürgen Held, veröffentlicht in Fotografie
Bei der Wahl der Ausrüstung für HDR-Fotografie kommt es nicht nur auf die Qualität der eingesetzten Werkzeuge an, sondern auch das Gewicht der Ausstattung kann auf dem Weg zu einem entlegenen, schwer zu erreichenden Fotoobjekt eine erhebliche Rolle spielen.
Mit vielen Kameras ist es möglich erste HDR-Versuche umzusetzen und Erfahrungen in der Gestaltung kontrastreicher Bilder zu sammeln. Aber jedem Einsteiger in die HDR-Fotografie wird schnell klar, dass deutlich mehr kreativer Spielraum vorhanden ist, wenn die Ausstattung den Anforderungen der HDR-Fotografie und Verarbeitung entspricht.
Wichtig ist, dass Sie eine Kamera einsetzen, bei der Sie Blende und Zeit manuell einstellen können. Das muss keine Spiegelreflexkamera sein, sondern kann beispielsweise auch eine Kompakt- oder Bridgekamera sein. Dazu benötigen Sie ein Stativ und einen Fernauslöser, um verwacklungsfreie Belichtungsreihen zu fotografieren.
Neben der Kameraausstattung benötigen Sie auch eine spezielle Software zur Verarbeitung der Belichtungsreihen in der HDR-Fotografie. Als Marktführer genießt die Firma HDRsoft mit dem Softwarepaket Photomatix einen sehr guten Ruf. Aber auch HDR Efex Pro von Nik Software oder die HDR-Produkte der Franzis GmbH sind intuitiv zu bedienen und verfügen über eine deutschsprachige Dokumentation.
Für die Vor- und Nachbearbeitung empfehle ich ein zusätzliches Bildbearbeitungsprogramm, wie beispielsweise Photoshop Elements. Bei der HDR-Verarbeitung wird fast ausschließlich mit unkomprimierten Bilddateien gearbeitet, was dem Rechnerprozessor und der Grafikkarte einiges an Leistung abverlangt. Mit einem aktuellen Rechner mit Mehrkernprozessor und einer Grafikkarte, die über einen eigenen Speicher und Prozessor verfügt, macht die HDR-Verarbeitung erst richtig Spaß.
Neben einer hohen Prozessor- und Grafikleistung des Rechners ist die Speicherkapazität der Festplatte(n) fundamental wichtig. Im Rahmen des HDR-Imaging entsteht eine große Menge an Quellaufnahmen, generierten HDR-Aufnahmen und Tonemapped-Bildern. Von den Tonemapped-Bildern werden oftmals noch Kopien mit unterschiedlichen Einstellungen und Stimmungen gespeichert. Und bleibt es bei der unkomprimierten Bild-Datei, um bei möglichen Nachbearbeitungen keinen nennenswerten Qualitätsverlust zu erleiden, kann die Dateigröße einer einzigen Fotografie leicht auf 50 MB anwachsen.
Wenn Sie Panoramen in der HDR-Fotografie erstellen wollen, sind die Anforderungen noch größer. Ein Panorama in bestmöglicher Qualität und Größe kann leicht ein Speicherplatzvolumen von mehr als 1000 MB erreichen. Natürlich besteht die Möglichkeit, verkleinerte und komprimierte Kopien zu erstellen, bevor das Panorama weiter bearbeitet wird. Aber wer möchte schon nach den umfangreichen Vorarbeiten noch Kompromisse bezüglich der Qualität eingehen?
Mehr Informationen über HDR-Fotografie finden Sie in dem Buch "Digitale Fotopraxis HDR-Fotografie: Das umfassende Handbuch."
Wie erwähnt, sind bei der Wahl der Ausstattung für die HDR-Fotografie eine Reihe von Entscheidungen zu treffen. Bedenken Sie auch auf solche, die sich nicht direkt um die Kamera drehen. Schon bei der Kameraverpackung stellen sich einige Fragen. Rucksack oder Tasche? Viel Stauraum oder lieber handlich? Regengeschützt oder eher stylish?
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