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Welche Erziehungsstile fördern mein Kind

Lesezeit: 2 Minuten Geht es Ihnen wie vielen Eltern, die durch Erziehungsratgeber verunsichert sind? Die vorgestellten Erziehungsstile schwanken zwischen Extremen: Einige Pädagogen fordern Eltern auf, Kinder streng zu erziehen, andere wünschen für Kinder mehr Spielraum zur freie Entfaltung. Diese Artikelserie hilft Ihnen, die gängigen Erziehungsstile einzuschätzen und Ihren eigenen Erziehungsstil zu finden.

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Welche Erziehungsstile fördern mein Kind

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Was ist Erziehung

Ist ein Kind gut erzogen, wenn es sich brav in die Gesellschaft eingliedert? Das Wort Erziehung leitet sich vom lateinischen “educare” ab und bedeutet heranführen, anleiten, großziehen. Grob gesagt geht es in der Erziehung darum, die Eigenverantwortung zu stärken und Kinder zu einer selbstständigen Lebensführung anzuleiten. Im Idealfall berücksichtigen Eltern bei der Erziehung die persönlichen Eigenheiten des Kindes und mit etwas Glück entspricht das Ergebnis sogar den Erwartungen der Gesellschaft.

Erziehungsstile im historischen Wandel

Bei der Erziehung spielen viele Faktoren eine Rolle. Im Mittelalter bestimmte die soziale Stellung der Eltern die erzieherischen Inhalte. Handelten Kinder nicht ihrem Stand entsprechend, gab es handfeste Erziehungsmaßnahmen. Die humanistischen Denker des 18. Jahrhunderts setzen bei der Erziehung auf umfassende Bildung. Das Bildungsideal von Wilhelm von Humboldt betrachtet den Menschen als Individuum, der durch seine Bildung verantwortungsvoll über sein Leben und die Umwelt entscheidet.

Bis ins 20. Jahrhundert herrschte ein mehr oder weniger autoritärer Erziehungsstil. Eltern und Gesellschaft bestimmten die Regeln und die Strafen. Als Gegenbewegung entstand die antiautoritäre Kindererziehung, die auf Zwang und Strafen verzichtete. Eine lässige Erziehungsmethode, die die Nerven der Umwelt strapazierte. Der neueste Erziehungstrend in Zeiten der “Super-Nanny” setzt wieder auf mehr Strenge. Grenzen setzen lautet das moderne Motto in der Erziehung.

Erziehungsstile in der Wissenschaft

Abgesehen von den schon erwähnten Theorien des 18. Jahrhunderts beschäftigen sich die Sozialwissenschaftler erst im 20. Jahrhundert mit der Erforschung der Erziehungsstile. Als Begründer der Theorie zu Erziehungsstilen gilt der österreichische Psychologe Kurt Lewin. Er entwickelte drei Erziehungsmethoden: Den autoriären, laissez-faire und demokratischen Stil. Darauf aufbauend definierte der amerikanische Erziehungsforscher Glen Elder noch vier weitere Methoden – die autokratische, egalitäre, permissive und negierende Erziehung.

Überblick über Erziehungsstile

Die Psychologen Kurt Lewin und Glen Elder unterscheiden sieben Erziehungsstile, die sich von einem sehr strengen bis zu einem fast vernachlässigenden Umgang mit Kindern auszeichnen.

  • Autokratische Erziehung zeichnet sich durch starre Strenge aus, in der die Eigenheiten und die persönlichen Wünsche des Kindes unberücksichtigt bleiben. Das Kind wird kontrolliert und notfalls mit Strafen unterdrückt.
  • In der autoritären Erziehung darf das Kind eigene Ansichten entwickeln und äußern. Die Regeln bestimmt jedoch der Erzieher, die er mit Belohnung und Bestrafung durchsetzt. Angesichts der Macht und der Kontrolle des Erziehenden können Kinder sich selten frei entfalten.
  • Die gängigste Erziehungsform ist die demokratische Erziehung. Die Eltern sehen ihre Kindern entsprechend ihrem Alter als gleichberechtigte Partner und begegnen ihnen mit Respekt. Selbstverantwortlich äußern Kinder ihre Meinung und werden ernst genommen.
  • Bei der egalitären Erziehung erhalten Kinder die gleichen Rechte wie der Erzieher. Ihre Meinung zählt gleichwertig, jede Entscheidung wird ausdiskutiert.
  • Die permissive und die laissez-faire-Erziehung entspricht weitgehend dem antiautoritären Erziehungsstil des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Diese Erziehungsmethoden verzichten weitgehend auf Regeln, die Kinder sind sich selber überlassen und treffen ständig eigene Entscheidungen. Der Erzieher fördert das Kind, wenn dieses entsprechende Wünsche äußert.
  • Bei der negierenden Erziehung handelt es sich eher um Verwahrlosung als um eine Erziehungsmethode. Der Erziehende interessiert sich nicht für das Kind und bringt sich in keiner Weise in die Entwicklung ein.

Erziehungsstile helfen Eltern

Haben Sie auch das Gefühl, zwischen mehreren Erziehungsstilen zu schwanken?
Vielen Eltern gefällt in der Theorie der demokratischen Erziehungsstil. In der Praxis schleicht sich aber oft autoritäres Verhalten ein. In der Kindererziehung ist es wichtig, die eigenen Anforderungen nicht zu hoch zu schrauben. Sie brauchen sich nicht strickt an einen Erziehungsstil zu halten. Diese Artikelserie hilft Ihnen, Strukturen zu schaffen, an denen sich das Kind orientieren kann.

Bildnachweis: Ingo Bartussek / stock.adobe.com

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