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Verschreibungsfreie Schmerzmittel: Worauf Sie achten sollten

Sie scheinen der einfache Weg zu sein, mit Schmerzen fertig zu werden: Schmerzmittel. Schnell eine Tablette nehmen und bald gehören die Beschwerden der Vergangenheit an. Praktisch noch dazu, wenn es sich um verschreibungsfreie Schmerzmittel handelt. Aber dennoch heißt das nicht, dass sie ungefährlich sind.

Verschreibungsfreie Schmerzmittel: Worauf Sie achten sollten

Verschreibungsfreie Schmerzmittel: Worauf Sie achten sollten

Leider sind heute immer noch viele Menschen der Meinung, viel helfe viel, auch bei Schmerzmitteln. Und der Satz „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ ist zwar bekannt, aber umgesetzt wird er kaum. Stattdessen werden verschreibungsfreie Schmerzmittel großzügig eingesetzt.

Dabei sind auch verschreibungsfreie Schmerzmittel, zum Beispiel mit dem Inhaltsstoff Acetylsalicilsäure, nicht ungefährlich. Sie gehören zu den so genannten NSAR, den nicht steriodalen Antirheumatika und Antiphlogistika. Zwar sind sie ungefährlich, wenn sie nur gelegentlich in einer vernünftigen Dosis angewandt werden. Leider greifen viele Menschen sehr häufig zu diesen Mitteln und provozieren damit gefährliche Nebenwirkungen wie Magen- und Nierenschäden, Magenblutungen oder -geschwüre.

Grapefruitsaft kann Sie überdosieren lassen

Die meisten Fehler werden schon bei der Einnahme gemacht. Hand auf’s Herz: Haben Sie schon einmal auf dem Beipackzettel nachgelesen, wie Sie eine normale Kopfschmerztablette genau einnehmen sollten? Die meisten Menschen spülen sie mit einem Schluck klarem Wasser herunter, eventuell auch mit Kaffee oder Cola.

Und genau das ist falsch: Gerade um die Tabletteneinnahme so magenfreundlich wie möglich zu halten sollten Sie diese Mittel, die zur Gruppe der NSAR gehören, stets mit Milch einnehmen. Milch schleimt und legt sich wie ein Schutzfilm um die empfindlichen Magenwände und verhindert so, dass diese angegriffen werden.

Vorsicht auch vor Saft. Grapefruitsaft beeinträchtigt die Wirkung eines Enzyms, das dafür verantwortlich ist, dass Schmerzmittel vernünftig abgebaut werden. Eine Tabletteneinnahme zusammen mit diesem Saft kann zur Folge haben, dass die Schmerzmittel entweder um 30 % langsamer abgebaut werden oder aber viel länger wirken. In Kombination mit Grapefruitsaft führen Sie Ihrem Körper also eine Überdosis an Schmerzmitteln zu.

Ballaststoffe und Schmerzmittel – keine gute Kombination

Nicht nur was Sie trinken kann Einfluss auf Medikamente haben. Verschreibungsfreie Schmerzmittel wie Aspirin oder Paracetamol sind sehr anfällig gegenüber Ballaststoffen. Essen Sie also kurz nach der Medikamenteneinnahme Müsli, Vollkornprodukte oder Obst und Gemüse, binden die enthaltenen Ballaststoffe bestimmte Teile des Schmerzmittels an sich.

Dadurch wirken die Medikamente nur eine kürzere Zeit oder die Wirkung ist schwächer. Warten Sie daher rund zwei Stunden, bevor Sie nach der Einnahme solcher Mittel etwas „Gesundes“ essen.

Wenn Sie verschreibungsfreie Schmerzmittel einnehmen, sollten Sie auf jeden Fall den Beipackzettel lesen. Wenn Sie weitere Arzneimittel nehmen müssen, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt fragen, ob sich die verschiedenen Sorten miteinander vertragen oder ob es zu weiteren Wechselwirkungen kommen kann.

Bildnachweis: cassis / stock.adobe.com

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