Mieten & Vermieten

Studie zu Mietnomaden: Vermieter sind meist selbst schuld!

Das Thema Mietnomaden ist ein medialer Dauerbrenner – und für betroffene Vermieter ein echter Albtraum. Die Bundesregierung hat 2011 die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung veröffentlicht – mit einem erstaunlichen Ergebnis: Oft sind Vermieter selbst schuld.

Studie über Mietnomaden

Zur Vorbereitung möglicher Gesetzesänderungen im Mietrecht hat die Bundesregierung vor einiger Zeit eine wissenschaftliche Untersuchung zum Einmietbetrug (so der rechtlich korrekte Terminus) beauftragt, nun liegen die Ergebnisse vor.

Leichtgläubige Vermieter machen es Mietnomaden leicht

Zwei Ergebnisse der Forschungsstelle für Immobilienrecht der Universität Bielefeld sind besonders interessant: Die Zahl der Mietnomaden ist weit geringer als angenommen, und viele Vermieter sind zu leichtgläubig.

Das Gutachten für die Bundesregierung spricht eine klare Sprache. Bei zwei Dritteln der analysierten Fälle handelte es sich um "Amateur-Vermieter". Sie forderten meist keine Schufa-Auskunft, keine Informationen zum vorherigen Mietverhältnis, keinen Nachweis über feste Einkünfte und haben von mietrechtlichen Themen keine Ahnung.

Ist der Mietvertrag erst mal unterschrieben, beginnt der Horror.

Die Miete wird oft gar nicht gezahlt – angeblich wegen Schäden in der Wohnung. Auch wenn Vermieter im Schnitt 1,1 Monate nach Entstehen eines Kündigungsgrunds die Reißleine ziehen, dauert es bis zur Räumung und Neuvermietung oft mehr als ein Jahr. Der Gesamtschaden beträgt meist zwischen 10.000 bis 20.000 Euro.

Weitere dreieinhalb Monate nach Kündigung wird im Schnitt die Räumungsklage erhoben – die Verzögerungen entstehen oft, weil der Mieter versichert, er ziehe aus und es dann doch nicht tut. Die Räumungsprozesse dauerten dann durchschnittlich weitere 5,4 Monate. Nach dem Urteil dauerte es dann oft noch mal knapp drei Monate bis zur Räumung. Und dies nicht, weil die Gerichtsvollzieher überlastet sind, sondern weil der Vermieter zögert, den Vorschuss von weit über 1000 Euro für die Möbelpacker und die Einlagerung der Möbel zu bezahlen.

Damit ist klar: Für den Gesetzgeber ist endlich Zeit, die Vermieter besser vor Mietnomaden zu schützen.

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Dr. Tobias Mahlstedt