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SMD-LED bei Modellbau und Modellbahn zuverlässig anlöten

LED-Beleuchtungseffekte machen einen Großteil der Faszination Modellbau und Modellbahn aus. Durch die vielen Vorteile von LEDs bei der Beleuchtung ist es kein Wunder, dass sie sich inzwischen zum Standard bei der Modellbahn-Beleuchtung entwickeln. Wem als Modell-Perfektionist auch Standard-LEDs zu groß sind, kann auf SMD-LEDs zurückgreifen. Hier finden Sie Tipps.

SMD-LEDs sind sehr kleine und langlebige Lichtquellen mit geringem Stromverbrauch

Es handelt sich bei elektronischen SMD-Bauteilen (SMD = Surface Mounted Device) um extrem kleine Bauteile. Bei der industriellen Produktion werden SMD-Bauteile direkt im Lötbad auf die Platinen aufgebracht. Doch weil SMD-Bauteile so klein sind und wenig Strom verbrauchen, haben sie heute auch einen festen Platz im Elektronikrepertoire von Modellbau und Modellbahn.

Das gilt insbesondere für SMD-LEDs. Dabei handelt es sich um kleine bis sehr kleine Leuchtdioden (LED = Light Emitting Diode), die zwar keinen ausgeformten, metallischen Reflektor besitzen, trotzdem aber sehr hell sind. Auch, wenn SMD-LEDs in sehr unterschiedlichen Bauformen geliefert werden, haben sie doch eine Gemeinsamkeit: Im Unterschied zu den "großen" LEDs sind SMD-LEDs nicht bedrahtet.

Genau dadurch sind SMD-LEDs beim Verlöten schwieriger in der Handhabung als Standard-LEDs.

In den folgenden Schritten verlöten Sie eine SMD-LED

  1. Benutzen Sie eine Lötstation mit regelbarer Temperatur und einen Lötkolben mit sehr dünner Spitze. Heizen Sie die Lötstation auf ca. 300°C auf.
  2. Fixieren Sie die SMD-LED. Dazu bietet sich das Einspannen in eine "dritte Hand" an. Falls Sie damit keine gute Arretierung erreichen, packen Sie die SMD-LED mit einer Pinzette und spannen die wiederum in die dritte Hand ein. Alternativ fixieren Sie die SMD-LED mit doppelseitigem Klebeband auf einer Tischplatte oder einer ähnlichen flachen Unterlage.
  3. Nun verzinnen Sie die beiden Anschlüsse an der LED, wobei Sie nur wenig Lötzinn einsetzen. Eine große Kugel Lötzinn ist hier fehl am Platz.
  4. Nachdem Sie den Kupferlackdraht für den elektrischen Anschluss der LEDs von der Rolle auf die benötigte Länge geschnitten haben, muss die isolierende Lackschicht an beiden Enden entfernt werden. Dazu reicht es, mit dem Lötkolben die Enden ein paar Sekunden zu erhitzen. Empfehlenswert ist es, die Lötkolbenspitze danach zum Reinigen kurz abzustreifen.
  5. Im nächsten Schritt verzinnen Sie die Enden der beiden Kupferlackdrähte. Verwenden Sie auch hierbei nur so viel Lötzinn wie nötig.
  6. Nun greifen Sie das verzinnte Ende eines Kupferlackdrahtes mit einer flachen Zange und verlöten es mit einem verzinnten Pol der SMD-LED. Nehmen Sie dazu nur wenig Lötzinn mit der Lötspitze auf und belassen Sie es bei maximal 3 Sekunden Lötdauer, ideal ist die "Lötsekunde". Bei längerer Erhitzung kann eine SMD-LED beschädigt werden.
  7. Ist das Zinn gut verlaufen, lassen Sie die Lötstelle ein wenig abkühlen und ziehen leicht an dem Draht, um die mechanische Festigkeit zu prüfen. Gehen Sie sinngleich mit dem zweiten Kabel vor.

Gelingt keine Verbindung oder ist die Lötstelle unschön, können Sie zusätzlich auch nicht-ätzendes (säurefreies) Elektronik-Flussmittel verwenden, um die Verbindung der beiden verzinnten Anschlüsse zu erleichtern.

Lackisolierten Kupferdraht mit 0,15 mm Durchmesser für den Modellbau gibt es in den Farben schwarz, rot, blau, grün und farblos auf 100-m-Spulen, Bezugsquellen sind der Elektronik-Fach- und Onlinehandel sowie Modellbau-Spezialisten, beispielsweise Mayerhofer, Art.-Nr. 4051x, Preis: ca. 4 €.

Tipp: Weitere Infos zu Modellbau und Modelleisenbahn finden Sie in diesen experto-Beiträgen:

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Über Ihren Experten

Rudolf Ring

Rudolf Ring

Rudolf Ring gehört zu den frühen Einsteigern in die Informationstechnologie in Deutschland und hat ab den 80er Jahren die Vorzüge so ziemlich jeden Computertyps irgendwann persönlich in Erfahrung gebracht. Nach Bundeswehr, Studium und freien Tätigkeiten in der Erwachsenenbildung leitete der Computer-Experte die PC-Werkstatt eines mittelständischen IT-Unternehmens.

Als selbstständiger Journalist und Autor verfasste er seit Anfang der neunziger Jahre bis heute unter anderem für PC-Anwender-Handbuch, PC-Hardware-Profi und PC-Pannenhelfer mehrere hundert Beiträge, hinzu kommen Bücher und Studien. Vom ersten IBM-PC 1981 bis zu den neuesten Mobilgeräten reicht sein Interessengebiet.

Schwerpunkt seiner aktuellen Beiträge sind die klassischen Themen PC-Hardware und -Pannenhilfe, hinzu kommen Home-Entertainment und Mobile Computing. Dem Informationsdienst „Einfach Android“ steht Rudolf Ring als Chefredakteur vor.