Aktien & Börse

Optionsscheine und die Kennzahl Theta

Optionsscheine bieten sehr große Chancen – aber auch Risiken. Daher ist es wichtig, ein fundiertes Wissen über die Optionsschein-Kennzahl zu besitzen. Die Themenreihe “Optionsscheine” soll dem Leser deshalb einen Einblick in fünf elementare Kennzahlen geben und helfen, den richtigen Optionsschein auszuwählen. Im letzten Teil der Themenreihe wird Ihnen die Optionsschein-Kennzahl “Theta” vorgestellt.

Der Wert eines Optionsscheins besteht aus dem "inneren Wert" und dem "Zeitwert". Dabei zeigt Ihnen der innere Wert an, wie viel Ihr durch den Optionsschein erworbenes Optionsrecht wert ist, wenn Sie es jetzt genau in diesem Augenblick ausüben würden.

Der Zeitwert ist dagegen eine Art "Hoffnungswert" (aus Ihrer Sicht) oder auch "Risikoprämie" (aus Sicht der Bank). Die Banken bieten Ihnen die Optionsscheine nämlich nicht zum aktuellen Wert an, sondern verlangen als Gegenleistung für die Hebel-Wirkung einen Preis-Aufschlag.

Theta als Wert-Kennzahl
Da die Laufzeit der klassischen Optionsscheine zeitlich begrenzt ist, nimmt der Zeitwert von Tag zu Tag ab. Es ist aber nicht so, dass der Zeitwert jeden Tag gleichmäßig abnimmt. Es gilt leicht vereinfacht: Je geringer die Restlaufzeit, desto stärker wird der Zeitwertverfall. Die Kennzahl, die diesen Zeitwertverfall misst, heißt "Theta". Das Theta zeigt Ihnen an, wie viel ein Optionsschein bei ansonsten unveränderten Einflussgrößen im Zeitablauf an Wert verliert.

Die Kennzahl Theta: Vorsicht bei Laufzeitende
In den meisten Fällen wird das "Wochen-Theta" angegeben. Ein Wochen-Theta von 0,15 bedeutet zum Beispiel, dass der Optionsschein bei einem Bezugsverhältnis von 1:1 zum jetzigen Zeitpunkt 0,15 € pro Woche an Wert verliert. Beim "Tages-Theta" wird der Zeitwertverlust für einen Tag angezeigt. Die Kennzahl kann jedoch auch in Prozent angegeben werden. In diesem Fall bedeutet ein Theta von 5%, dass der Optionsschein in einer Woche 5% an Zeitwert verliert.

Der oben beschriebene überproportionale Zeitwertverlust in den letzten Tagen des Optionsscheins, hat für die Optionsschein-Auswahl ganz handfeste Auswirkungen.
Zum einen schwindet der zeitliche Puffer und zum anderen beeinträchtigt der Zeitwertverlust Ihre Rendite.

Als grobe Faustformel gilt daher: Planen Sie rund 3 Monate vor dem Laufzeitende den baldigen Verkauf Ihrer Optionsscheine. Ein Ausreizen bis zum Laufzeitende kommt nur dann in Frage, wenn Sie kurzfristig mit einer sehr starken Kursbewegung rechnen, die stärkere positive Auswirkungen hat, als der drohende Zeitwertverlust.

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Rolf Morrien