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Basiswissen Zertifikate: Bonus-Zertifikate und Discount-Zertifikate (Teil 4)

Basiswissen Zertifikate: Bonus-Zertifikate und Discount-Zertifikate (Teil 4)
geschrieben von Sven Bayer

Teil 4 der Reihe „Basiswissen Zertifikate“ befasst sich mit den weit verbreiteten Bonus-Zertifikaten sowie den Discount-Zertifikaten.

Bonus-Zertifikate
Bonus-Zertifikate eignen sich grundsätzlich zur Spekulation auf zwei Szenarien: moderate Kursrückgänge oder Seitwärtsbewegungen. Zwei Grenzen sind dabei wesentlich:

  • Bonusgrenze – sie liegt über dem aktuellen Kurswert
  • Kursgrenze (Barriere) – sie liegt weit unter dem aktuellen Kurswert (meist 40-60%).

Zum Fälligkeitstermin des Bonus-Zertifikates ergeben sich drei denkbare Fälle:

  1. Der Basiswert unterschreitet während der Laufzeit niemals die Kursgrenze: Der Anleger erhält den Kurswert zuzüglich eines festgelegten Bonusbetrags
  2. Der Basiswert notiert über der Bonusgrenze: Der Anleger erhält den Kurswert, allerdings keinen zusätzlichen Bonusbetrag
  3. Der Basiswert berührt oder unterschreitet während der Laufzeit die Kursgrenze: Der Anleger erhält den Kurswert ohne Bonusbetrag

Bonus-Zertifikate werden vom Emittenten (Herausgeber der Zertifikate) folgendermaßen gebildet: Es wird ein Basiswert (Aktie) gekauft und gleichzeitig eine Put-Option verkauft. Zusätzlich wird eine so genannte Put-Down-Out-Option gekauft, die durch die Dividende der Aktie finanziert wird. Der Bonus ergibt sich dabei aus dem Verkaufserlös der Put-Option.

Hinweis: Die Begriffe "Put-Option" und "Call-Option" erläutern wir in Teil 5 der Reihe. 

Discount-Zertifikate (auch Diskont-Zertifikate genannt)
Die grundlegende Idee des Discount-Zertifikats ist die Risikobegrenzung im Vergleich zu einer Direktanlage in dessen Basiswert. Allerdings verzichtet der Anleger für diese Risikobegrenzung auch auf einen Teil der theoretisch erzielbaren Rendite. Discount-Zertifikate haben sich aus den Index-Zertifikaten entwickelt, unterscheiden sich aber dadurch, dass sie eine terminlich begrenzte Laufzeit haben und die Rückzahlung auf einen festgelegten Höchstbetrag (sog. "CAP") begrenzt ist.

Dabei ergeben sich zum Fälligkeitstermin zwei denkbare Szenarien:

  1. Der Basiswert notiert unter dem CAP: Der Anleger erhält den Kurswert
  2. Der Basiswert notiert auf oder über dem CAP: Der Käufer erhält den CAP

Als Ausgleich für die nach oben begrenzte Wertsteigerung ist ein Discount-Zertifikat im Kurs günstiger als der hinterlegte Basiswert.  Beispiel: Ein in 18 Monaten endfälliges und mit einem CAP bei 110 Euro aufgelegtes Discount-Zertifikat, würde bei einem aktuellen Kurs des Basiswertes von 100 Euro vielleicht nur 80 Euro kosten – eine "Ersparnis" von 20 %. Vorteilhaft für den Anleger ist dieses Discount-Zertifikat nur dann, wenn der Basiswert bis zum Fälligkeitstermin nicht deutlich über den CAP steigt.

Käufer von Discount-Zertifikaten spekulieren daher in der Regel auf moderate Wertsteigerungen. Der Anleger sollte allerdings beachten, dass die zwischenzeitliche Kursentwicklung des Zertifikates von der Entwicklung des Wertpapiers abweichen kann und erst zum Laufzeitende vollständig seine Wirkung entfaltet.

Discount-Zertifikate werden vom Emittenten folgendermaßen gebildet: Es wird ein Basiswert gekauft und gleichzeitig eine Call-Option in Höhe des Caps verkauft.

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Sven Bayer

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