Sozial- und Bildungsmanagement

Islamischer Religionsunterricht: Seine Inhalte

Immer wieder wird über den Islam und die Einführung eines Religionsunterrichts für den Islam diskutiert. Die Kirchen fordern einen Islamunterricht nach konfessionellem Vorbild, doch wie stellen sich Muslime selbst den Religionsunterricht für ihren Islam vor? Drängen Muslime selbst auf konfessionellen Religionsunterricht oder wären sie auch mit möglichen Alternativen einverstanden?

Da der Islam nicht nur eine Religionsform sondern auch ein umfassendes "Lebensmuster" ist, sollte und muss, nach Meinung der gläubigen Muslime, in ihren Lebensbedingungen für die Umsetzung dieses Musters gesorgt werden.

Die Muslime benötigen zur Ausübung und Festigung ihres Glaubens einerseits entsprechende Räumlichkeiten (Moscheen) und andererseits wünschen sie sich institutionalisierte Rechte, wie sie auch den christlichen Religionsformen und dem Judentum in Deutschland zugesprochen wurden.

Religionsunterricht: Weitergabe des Glaubens
Hinsichtlich der Weitergabe des Glaubens konzentrieren sich Muslime vor allem auf die Kenntnis der Aussagen und Inhalte des Korans. Muslime in der Bundesrepublik wünschen zwar eine religiöse Erziehung ihrer Kinder, wobei diese aber nicht unbedingt am klassischen Beispiel der Koranschule orientiert sein muss. Dies belegen Erfahrungen in Hessen eindrücklich (vgl. Hertinger: Die religiöse Erziehung muslimischer Kinder in hessischen Schulen. in Khoury, A.T.: Islamische Minderheiten in der Diaspora, Mainz u.a. 1985).

Bewertet man die religiöse Sozialisation muslimischer Kinder in der Bundesrepublik, so scheint sich diese, bezüglich der konkreten religiösen Unterweisung, bei Muslimen nicht mehr hauptsächlich auf die Rezitation des Korans zu beschränken. Türkische Lehrer und gemäßigte türkische Eltern wünschen die Einführung des islamischen Religionsunterrichts mit eigener Notengebung vor allem, um den potentiellen außerschulischen Religionsunterricht radikaler Sekten und Bruderschaften einzudämmen (vgl. Hertinger 1985, S. 175).

Das Landesinstitut für Schule und Weiterbildung in Soest entwickelte mit dem Modell der "Religiösen Unterweisung für Schülerinnen und Schüler islamischen Glaubens", eine Unterrichtsform, mit der Muslime vielfach zufrieden sind.

Religionsunterricht nach konfessionellem Vorbild
Muslimische Vereine wünschen sich einen Religionsunterricht nach dem Vorbild des konfessionellen Religionsunterrichts vor allem deshalb, da sie für sich dieselben Rechte einfordern, wie sie den großen Konfessionen gesetzlich zugesprochen sind. Für eine Förderung der Integration muslimischer Menschen in die deutsche Gesellschaft und ihre Strukturen wäre jedoch ein eher konfessionsübergreifender Unterricht sinnvoll.

Mit einer solchen Form eines alle Religionsformen umfassenden Religinsunterrichts würden sich Muslime auch einverstanden erklären, sofern die Grundlagen des Islam vermittelt würden. Doch hinsichtlich einer solchen Haltungen stehen ihnen die Kirchen diametral gegenüber.

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Dr. Britta Kanacher