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Bitte keine La Ola-Welle: Meiden Sie diese Pleonasmen!

geschrieben von Achim Behn

Der Pleonasmus: Viele kennen ihn als „weißen Schimmel“ oder als „doppelt gemoppelt“. Er stellt eine überflüssige Häufung gleicher oder ähnlicher Ausdrücke dar. Zahlreiche Pleonasmen haben heute in den sprachlichen Alltag Einzug gehalten. „Erwartungshaltung“, „aufoktroyieren“, „Düsenjet“ & Co.: Lesen Sie hier, welche Pleonasmen Sie unbedingt in Ihrer Gesprächsführung meiden sollten!

Pleonasmus: Eigentlich eine rhetorische Figur!

Eigentlich ist der Pleonasmus eine rhetorische Figur. Innerhalb einer Wortgruppe wird eine bestimmte Bedeutung mehrfach auf eine unterschiedliche Weise zum Ausdruck gebracht. Er dient dann zur Verstärkung, beispielsweise "glühende Lava" oder "kaltes Eis".

Pleonasmen ohne rhetorischen Hintergrund sind hingegen ein Ausdruck schlechten Sprachstils. Zahlreiche haben in die Alltagssprache Einzug gehalten. Diese folgenden Pleonasmen sollten Sie meiden!

Erwartungshaltung: Aus dem Geschäftsleben nicht wegzudenken

"Wissen Sie eigentlich, welche Erwartungshaltung ich an Sie habe?" Das
fragt so mancher Chef so manchen Mitarbeiter. Dabei offenbart der
Vorgesetzte, dass er im Führungskräfte-Seminar gut aufgepasst hat aber
sprachlich nicht auf der Höhe ist. Jede "Erwartung" ist zugleich immer
eine "Haltung". Manager-Sprache – Vermeiden Sie diesen grausamen
Pleonasmus!

"Wollen Sie mir das aufoktroyieren?": Jemandem doppelt etwas aufzwingen

Immer wieder hört man: "Das lasse ich mir nicht aufoktroyieren." "Oktroyieren" kommt aus dem Französischen und bedeutet "aufzwingen".

In jeder dritten geschäftlichen E-Mail: "Rückantwort" wird nicht gegeben

Kurz vor der Grußformel steht mittlerweile in nahezu jeder dritten geschäftlichen E-Mail. "Für Ihre Rückantwort stehe ich gerne zur Verfügung". Modewort – doppelt gemoppelt

Vergessen Sie die "PIN-Nummer"!

Wer hat es an der Kasse im Supermarkt noch nicht gehört? "Mist, ich habe meine PIN-Nummer vergessen!" PIN steht für "Personal Identification Number". Mit "Nummer" hinten dran wird es doppelt gemoppelt!

Alles andere als knisternd: "Pulsschlag!"

Es wird romantisch und er sagt: "Ich kann Deinen Pulsschlag spüren!" Kann zum Abtörner werden. Denn das lateinische "Puls" bedeutet "Schlag".

Treten Sie nie das "Fußpedal" durch! Doppelt anstrengend: Denn das lateinische "Pedal" bedeutet bereits "Fußhebel".

Streichen Sie die "Außenfassade"!

Auch wenn der Maler Ihnen das Angebot immer gerne unterbreitet: Ein einfacher Anstrich genügt. Denn französisch "façade" bedeutet schon "Außenseite"!

Mit dem "Düsenjet" machen Sie den Abflug!

Klingt modern, ist aber sprachlich grausam: "Jet" kommt aus dem Englischen und bedeutet bereits "Düse".

Machen Sie keine "La Ola-Welle"!

In Deutschland hielt sie in den Fußball-Stadien Einzug. Heute ist sie fester Bestandteil selbst von Schlager-Abenden. Aber diese Welle zieht Sie in Ihrer Gesprächsführung runter: "La Ola" ist spanisch und bedeutet "Die Welle".

PS: Der "Weiße Schimmel" ist eigentlich gar kein Pleonasmus

Denn Schimmel gibt es in vielen Farben, zum Beispiel in Grün oder Schwarz. So kommt er auf verschimmelten Lebensmitteln vor. Aber der "weiße Schimmel" ist den meisten Menschen geläufig und damit lässt sich vielen ein "Pleonasmus" erklären. Wenn Sie ihnen einen vom Pferd erzählen…

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Achim Behn

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